Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Spontanpneumothorax: Unterschied zwischen den Versionen

(Therapie)
 
(13 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 7: Zeile 7:
 
Man unterscheidet den primären und den sekundären Spontanpneumothorax.  
 
Man unterscheidet den primären und den sekundären Spontanpneumothorax.  
  
Der primäre Spontanpneumothorax tritt bei Patienten ohne bekannte [[Lungenerkrankung]] auf. Seine Ätiologie ist ungeklärt, meist sind junge Männer zwischen 15 und 35 betroffen. Rauchen scheint ein Risikofaktor zu sein.
+
Der primäre Spontanpneumothorax (PSP) tritt bei Patienten ohne bekannte [[Lungenerkrankung]] auf. Seine Ätiologie ist ungeklärt, meist sind junge Männer zwischen 15 und 35 betroffen. Rauchen scheint ein Risikofaktor zu sein.
  
Von einem sekundären Spontanpneumothorax spricht man im Zusammenhang mit verschiedenen Lungenerkankungen. In etwa 70% der Fälle liegt eine [[COPD]] vor. Weitere Lungenerkrankungen, die einen Spontanpneumothorax begünstigen, sind:
+
Von einem sekundären Spontanpneumothorax (SSP) spricht man im Zusammenhang mit verschiedenen Lungenerkankungen. In etwa 70% der Fälle liegt eine [[COPD]] vor. Weitere Lungenerkrankungen, die einen Spontanpneumothorax begünstigen, sind:
* [[Lungeninfektion]] ([[Tuberkulose]], [[PcP]])
+
* [[Bullöses Lungenemphysem]]
 +
* [[Lungeninfektion]] ([[Tuberkulose]], [[Pneumocystis-Pneumonie]])
 
* [[Interstitiell]]e Lungenerkrankungen (z.B. [[Sarkoidose]], [[Histiozytosis X]], [[Lymphangioleiomyomatose]] (LAM))
 
* [[Interstitiell]]e Lungenerkrankungen (z.B. [[Sarkoidose]], [[Histiozytosis X]], [[Lymphangioleiomyomatose]] (LAM))
* [[Autoimmunerkrankung]]en ([[Rheumatoide Arthritis]], [[Dermatomyositis]], Polymyositis]])
+
* [[Autoimmunerkrankung]]en ([[Rheumatoide Arthritis]], [[Dermatomyositis]], [[Polymyositis]])
* Störungen der [[Kollagen]]synthese (z.B. [[Ehlers-Danlos-Syndrom]], [[Marfan-Syndrom]])
+
* Störungen der [[Kollagen]]- bzw. [[Fibrillin]]synthese (z.B. [[Ehlers-Danlos-Syndrom]], [[Marfan-Syndrom]])
 
* [[Bronchialkarzinom]]
 
* [[Bronchialkarzinom]]
  
 
==Epidemiologie==
 
==Epidemiologie==
Der Spontanpneumothorax zeit eine familiäre Häufung. Etwa 12% der beroffenen haben eine Familienmitglied, bei dem bereits das gleiche Problem aufgetaucht ist.
+
Der Spontanpneumothorax zeigt eine familiäre Häufung. Etwa 12% der Betroffenen haben ein Familienmitglied, bei dem bereits das gleiche Problem aufgetaucht ist. Besonders betroffen sind große, schlanke Männer.
 +
 
 +
==Risikofaktoren==
 +
* [[Nikotinabusus]]
 +
 
 +
==Therapie==
 +
Die Therapie ist abhängig vom Umfang des Pneumothorax und der mit ihm verbundenen Symptomatik. Darüber hinaus ist relevant, ob es sich um einen primären oder sekundären Pneumothorax handelt.
 +
 
 +
Bei [[asymptomatisch]]en Patienten mit kleinem PSP ist in der Regel eine [[Verlaufsbeobachtung]] ausreichend, die auch ambulant erfolgen kann. Es wird eine klinische und radiologische Nachkontrolle nach 12-24 Stunden sowie nach weiteren 7 Tagen empfohlen.
 +
 
 +
Patienten mit PSP, die [[Atemnot]] und [[Dyspnoe]] zeigen, werden [[interventionell]] behandelt, z.B. mit einer [[Thoraxdrainage]]. Mögliche Zugangswege sind der 4. [[ICR]] auf Höhe der Mamille ([[Bülau-Drainage]]) oder der 2. ICR in der [[Medioklavikularlinie]] ([[Monaldi-Drainage]]).
 +
 
 +
Patienten mit SSP sollten immer stationär therapiert werden. Die Behandlungsoptionen richten sich nach der Schwere der pulmonalen Grunderkrankung.
 
[[Fachgebiet:Pneumologie]]
 
[[Fachgebiet:Pneumologie]]
 
[[Tag:Lungenerkrankung]]
 
[[Tag:Lungenerkrankung]]
 
[[Tag:Pneumothorax]]
 
[[Tag:Pneumothorax]]

Aktuelle Version vom 9. November 2018, 23:33 Uhr

1 Definition

Ein Spontanpneumothorax ist ein Pneumothorax, der - im Gegensatz zu traumatisch bedingten Pneumothorax - ohne erkennbare Ursache auftritt.

2 Einteilung

Man unterscheidet den primären und den sekundären Spontanpneumothorax.

Der primäre Spontanpneumothorax (PSP) tritt bei Patienten ohne bekannte Lungenerkrankung auf. Seine Ätiologie ist ungeklärt, meist sind junge Männer zwischen 15 und 35 betroffen. Rauchen scheint ein Risikofaktor zu sein.

Von einem sekundären Spontanpneumothorax (SSP) spricht man im Zusammenhang mit verschiedenen Lungenerkankungen. In etwa 70% der Fälle liegt eine COPD vor. Weitere Lungenerkrankungen, die einen Spontanpneumothorax begünstigen, sind:

3 Epidemiologie

Der Spontanpneumothorax zeigt eine familiäre Häufung. Etwa 12% der Betroffenen haben ein Familienmitglied, bei dem bereits das gleiche Problem aufgetaucht ist. Besonders betroffen sind große, schlanke Männer.

4 Risikofaktoren

5 Therapie

Die Therapie ist abhängig vom Umfang des Pneumothorax und der mit ihm verbundenen Symptomatik. Darüber hinaus ist relevant, ob es sich um einen primären oder sekundären Pneumothorax handelt.

Bei asymptomatischen Patienten mit kleinem PSP ist in der Regel eine Verlaufsbeobachtung ausreichend, die auch ambulant erfolgen kann. Es wird eine klinische und radiologische Nachkontrolle nach 12-24 Stunden sowie nach weiteren 7 Tagen empfohlen.

Patienten mit PSP, die Atemnot und Dyspnoe zeigen, werden interventionell behandelt, z.B. mit einer Thoraxdrainage. Mögliche Zugangswege sind der 4. ICR auf Höhe der Mamille (Bülau-Drainage) oder der 2. ICR in der Medioklavikularlinie (Monaldi-Drainage).

Patienten mit SSP sollten immer stationär therapiert werden. Die Behandlungsoptionen richten sich nach der Schwere der pulmonalen Grunderkrankung.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

3 Wertungen (3.67 ø)

7.901 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: