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Somatosensorisch evozierte Potentiale: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Somatosensorisch evozierte Potentiale''', kurz '''SEP''' oder '''SSEP''', sind Messungen der elektrischen Aktivität schnell leitender sensibler [[Nervenfaser]]n im ihrem Verlauf. Die Potentiale werden nach wiederholter elektrischer Reizung eines peripheren Nerven an verschiedenen Stellen im Verlauf des [[lemniskales System|lemniskalen Systems]] abgeleitet, u.a. in Höhe des Nerveneintritts in das [[Rückenmark]] und über dem adressierten [[Hirnareal]].
 
'''Somatosensorisch evozierte Potentiale''', kurz '''SEP''' oder '''SSEP''', sind Messungen der elektrischen Aktivität schnell leitender sensibler [[Nervenfaser]]n im ihrem Verlauf. Die Potentiale werden nach wiederholter elektrischer Reizung eines peripheren Nerven an verschiedenen Stellen im Verlauf des [[lemniskales System|lemniskalen Systems]] abgeleitet, u.a. in Höhe des Nerveneintritts in das [[Rückenmark]] und über dem adressierten [[Hirnareal]].
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Bei der SEP wird ein oberflächlich gelegener, sensibler [[Nerv]] wiederholt elektrisch gereizt. Dadurch breitet sich ein [[Aktionspotential]] entlang des Nerven aus, das mit Hilfe von Oberflächen- oder [[Nadelelektrode]]n an verschiedenen Stellen abgeleitet werden kann. Da die elektrischen Spannungen sehr klein sind, müssen die Potentiale durch [[Signalmittelung]] und Filterung von Störsignalen befreit werden.
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Die Ableitung der Aktionspotentiale erfolgt meist am Nerveneintritt in den [[Wirbelkanal]] (("spinales Potential") sowie im entsprechenden [[Hirnrinde]]nareal ("kortikales Potential"). Die Differenz zwischen spinalem und kortikalem Potential ergibt die "zentrale Leitzeit". In ihr sind alle drei Umschaltungen des sensiblen Neurons ([[Nucleus cuneatus]]/[[Nucleus gracilis]], [[Thalamus]], [[Gyrus postcentralis]]) erfasst.
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
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[[Tag:Untersuchungsmethode]]
 
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Version vom 18. Dezember 2020, 16:36 Uhr

Synonym: somatosensibel evozierte Potentiale

1 Definition

Somatosensorisch evozierte Potentiale, kurz SEP oder SSEP, sind Messungen der elektrischen Aktivität schnell leitender sensibler Nervenfasern im ihrem Verlauf. Die Potentiale werden nach wiederholter elektrischer Reizung eines peripheren Nerven an verschiedenen Stellen im Verlauf des lemniskalen Systems abgeleitet, u.a. in Höhe des Nerveneintritts in das Rückenmark und über dem adressierten Hirnareal.

2 Vorgehen

Bei der SEP wird ein oberflächlich gelegener, sensibler Nerv wiederholt elektrisch gereizt. Dadurch breitet sich ein Aktionspotential entlang des Nerven aus, das mit Hilfe von Oberflächen- oder Nadelelektroden an verschiedenen Stellen abgeleitet werden kann. Da die elektrischen Spannungen sehr klein sind, müssen die Potentiale durch Signalmittelung und Filterung von Störsignalen befreit werden.

Die Ableitung der Aktionspotentiale erfolgt meist am Nerveneintritt in den Wirbelkanal (("spinales Potential") sowie im entsprechenden Hirnrindenareal ("kortikales Potential"). Die Differenz zwischen spinalem und kortikalem Potential ergibt die "zentrale Leitzeit". In ihr sind alle drei Umschaltungen des sensiblen Neurons (Nucleus cuneatus/Nucleus gracilis, Thalamus, Gyrus postcentralis) erfasst.

Fachgebiete: Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Dezember 2020 um 17:06 Uhr bearbeitet.

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