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Skaphoidfraktur: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Skaphoidfraktur''' ist eine [[Fraktur]] des [[Os scaphoideum]] (Kahnbein). Es handelt sich um die häufigste Fraktur der [[Handwurzelknochen]].
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Die '''Skaphoidfraktur''' ist eine [[Fraktur]] des [[Os scaphoideum]] (Kahnbein).
  
 
* [[ICD10]]-Code: S62.0
 
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Die Skaphoidfraktur ist mit 50-80 % die häufigste Fraktur der [[Handwurzelknochen]]. Weiterhin macht sie ca. 2-7 % aller Frakturen aus. Männer sind sechsmal häufiger betroffen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Dabei ist in 60-80 % d.F. das mittlere Kahnbeindrittel frakturiert, in 20-30 % das proximale Drittel.
  
 
==Pathomechanismus==
 
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==Einteilung==
 
==Einteilung==
Die Einteilung erfolgt nach Krimmer.
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===...nach Herbert und Fisher===
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* A1: Fraktur des [[Tuberculum ossis scaphoidei]]
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* A2: Fraktur der Kahnbeintaille
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* B1: Fraktur schräg im mittleren Drittel verlaufend
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* B2: Fraktur quer im mittleren Drittel verlaufend
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* B3: Fraktur des proximalen Drittels
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* B4: [[perilunäre Luxationsfraktur]]
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* B5: Fraktur mit mehreren großen Fragmenten
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* C: verzögert heilende Fraktur jeglicher Lokalisation
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* D1: straffe [[Pseudarthrose]] (fibrous non-union)
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* D2: mobile Pseudarthrose (sclerotic non-union)
  
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===...nach Krimmer===
*A1: nicht dislozierte Fraktur des Tuberculum
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*A2: nicht dislozierte Fraktur im mittleren oder distalen Drittel des Skaphoids
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Typ B: instabil
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*B1: Lange Schrägfraktur
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*B: instabil
*B2: Dislozierte Fraktur
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**B1: lange Schrägfraktur
*B3: Proximale Fraktur
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**B3: proximale Fraktur
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** 24-C2.1: Frakturen des distalen Drittels
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** 24-C2.3: Frakturen des proximalen Drittels
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In bis zu 10 % d.F. kommt es nach einer Skaphoidfraktur zu einer [[Kahnbeinpseudarthrose]], insbesondere bei instabilen und verzögert versorgten proximalen Frakturen. Spätfolge der Pseudarthrose ist ein Kollaps der Handwurzel ([[SNAC-Wrist]]). Weiterhin ist das Risiko einer sekundären [[Arthrose]] erhöht.
  
 
==Diagnostik==
 
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* [[Stauchungsschmerz]]
 
* [[Stauchungsschmerz]]
 
===Bildgebung===
 
===Bildgebung===
* [[Röntgenaufnahme]]n des Handgelenks in zwei Ebenen. Cave: Zeigt initial in bis zu 40 % der Fälle keine Frakturlinie.  
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* [[Röntgenaufnahme]]n des Handgelenks in drei Ebenen ([[p.a.]],  seitlich und [[Stecher-Projektion]]). Cave: Zeigt initial in bis zu 40 % der Fälle keine Frakturlinie.  
* Zielaufnahmen des Os scaphoideum in spezieller Technik ([[Kahnbeinquartett]])
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* [[Kahnbeinquartett]]: Stecher-Projektion, Aufnahmen in [[Hyperpronation]], [[Aufnahme nach Schreck|nach Schreck]] und [[Aufnahme nach Bridgeman|nach Bridgeman]]. Wird inzwischen selten durchgeführt.
* [[CT]]
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* [[Computertomographie]] (CT): bei negativem Röntgenbefund und starkem klinischem Verdacht sowie bei komplizierten Frakturen zur OP-Planung
* [[MRT]]
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* [[Magnetresonanztomographie]] (MRT): höchste [[Sensitivität]] und [[Spezifität]], wird aber eher selten durchgeführt
Das MRT hat von allen bildgebenden Verfahren die höchste [[Sensitivität]] und [[Spezifität]].
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==Therapie==
 
==Therapie==
Die konservative Therapie einer Skaphoidfraktur erfolgt durch Ruhigstellung in einer Unterarmgipsschiene mit Daumeneinschluss (sogenannter [[Böhler-Gips]]) für 8-12 Wochen.
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Stabile Skaphoidfrakturen können [[konservativ]] durch Ruhigstellung in einer [[Unterarmgipsschiene]] mit Daumeneinschluss (sogenannter [[Böhler-Gips]]) für 4 Wochen (Typ A1 nach Krimmer) bzw. 6-8 Wochen (Typ A2) behandelt werden. Liegt bei Patienten mit Skapoidfraktur Typ A2 der Wunsch nach frühzeitiger Belastbarkeit vor, kann auch eine [[minimalinvasiv]]e [[Schraubenosteosynthese]] mittels [[Herbert-Schraube]] indiziert sein.
  
Bei Vorliegen einer Dislokation des Os scaphoideum mit resultierender Instabilität der Handwurzel besteht eine Indikation zur operativen Therapie. Dabei erfolgt eine [[Osteosynthese]] der Bruchfragmente mit einer [[Kleinfragmentschraube]] ([[Herbert-Schraube]]).
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Bei einer instabilen Fraktur ist immer eine operative Schraubenosteosynthese indiziert. Nicht dislozierte Frakturen werden minimalinvasiv behandelt, bei dislozierten Frakturen ist eine offene Reposition und interne Fixierung ([[ORIF]]) notwendig.
  
 
''siehe auch:'' [[Chirurgische Schraube]]
 
''siehe auch:'' [[Chirurgische Schraube]]
 
==Komplikationen==
 
Kommt es nicht zur Ausheilung des Frakturspalts, kann eine [[Kahnbeinpseudarthrose]] entstehen.
 
 
[[Fachgebiet:Orthopädie und Unfallchirurgie]]
 
[[Fachgebiet:Orthopädie und Unfallchirurgie]]
 
[[Tag:Fraktur]]
 
[[Tag:Fraktur]]
 
[[Tag:Handwurzel]]
 
[[Tag:Handwurzel]]
 
[[Tag:Handwurzelknochen]]
 
[[Tag:Handwurzelknochen]]
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[[Tag:Kahnbein]]
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[[Tag:Pseudarthrose]]

Version vom 4. November 2020, 12:22 Uhr

Synonyme: Kahnbeinbruch, Kahnbeinfraktur

1 Definition

Die Skaphoidfraktur ist eine Fraktur des Os scaphoideum (Kahnbein).

2 Epidemiologie

Die Skaphoidfraktur ist mit 50-80 % die häufigste Fraktur der Handwurzelknochen. Weiterhin macht sie ca. 2-7 % aller Frakturen aus. Männer sind sechsmal häufiger betroffen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Dabei ist in 60-80 % d.F. das mittlere Kahnbeindrittel frakturiert, in 20-30 % das proximale Drittel.

3 Pathomechanismus

Typischer Pathomechanismus für die Skaphoidfraktur ist ein Sturz auf die gestreckte Hand, meist beim Sport.

4 Einteilung

4.1 ...nach Herbert und Fisher

  • A1: Fraktur des Tuberculum ossis scaphoidei
  • A2: Fraktur der Kahnbeintaille
  • B1: Fraktur schräg im mittleren Drittel verlaufend
  • B2: Fraktur quer im mittleren Drittel verlaufend
  • B3: Fraktur des proximalen Drittels
  • B4: perilunäre Luxationsfraktur
  • B5: Fraktur mit mehreren großen Fragmenten
  • C: verzögert heilende Fraktur jeglicher Lokalisation
  • D1: straffe Pseudarthrose (fibrous non-union)
  • D2: mobile Pseudarthrose (sclerotic non-union)

4.2 ...nach Krimmer

  • A: stabil
    • A1: nicht dislozierte Fraktur des Tuberculum
    • A2: nicht dislozierte Fraktur im mittleren oder distalen Drittel des Skaphoids
  • B: instabil
    • B1: lange Schrägfraktur
    • B2: dislozierte Fraktur
    • B3: proximale Fraktur
    • B4: transskaphoidale perilunäre Luxationsfraktur (De-Quervain-Luxationsfraktur)

4.3 ...nach AO-Klassifikation

  • 24-C1: Avulsionsfraktur
  • 24-C2: horizontale bzw. transversale Fraktur
    • 24-C2.1: Frakturen des distalen Drittels
    • 24-C2.2: Frakturen des mittleren Drittels
    • 24-C2.3: Frakturen des proximalen Drittels
  • 24-C3: vertikale bzw. Mehrfragmentfraktur

5 Klinik

Klinisch imponiert eine Skaphoidfraktur durch Schwellung des Handgelenksbereiches und Bewegungseinschränkung. Bei der Untersuchung lässt sich Schmerz bei axialer Stauchung des Daumens auslösen. Häufig besteht ein Druckschmerz über der Tabatière.

In der Regel ist die Beweglichkeit des Daumens eingeschränkt. Der Versuch, Daumen und Zeigefinger in Opposition zu bringen ("Pinzettengriff") ist schmerzhaft, ggf. sogar unmöglich. Schmerzen bestehen auch bei passiver Bewegung der Handwurzel durch den Untersucher in Pronation und Ulnar- bzw. Radialabduktion.

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6 Komplikationen

In bis zu 10 % d.F. kommt es nach einer Skaphoidfraktur zu einer Kahnbeinpseudarthrose, insbesondere bei instabilen und verzögert versorgten proximalen Frakturen. Spätfolge der Pseudarthrose ist ein Kollaps der Handwurzel (SNAC-Wrist). Weiterhin ist das Risiko einer sekundären Arthrose erhöht.

7 Diagnostik

7.1 Palpation

7.2 Bildgebung

8 Therapie

Stabile Skaphoidfrakturen können konservativ durch Ruhigstellung in einer Unterarmgipsschiene mit Daumeneinschluss (sogenannter Böhler-Gips) für 4 Wochen (Typ A1 nach Krimmer) bzw. 6-8 Wochen (Typ A2) behandelt werden. Liegt bei Patienten mit Skapoidfraktur Typ A2 der Wunsch nach frühzeitiger Belastbarkeit vor, kann auch eine minimalinvasive Schraubenosteosynthese mittels Herbert-Schraube indiziert sein.

Bei einer instabilen Fraktur ist immer eine operative Schraubenosteosynthese indiziert. Nicht dislozierte Frakturen werden minimalinvasiv behandelt, bei dislozierten Frakturen ist eine offene Reposition und interne Fixierung (ORIF) notwendig.

siehe auch: Chirurgische Schraube

Diese Seite wurde zuletzt am 19. November 2020 um 13:12 Uhr bearbeitet.

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