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Sinusvenenthrombose: Unterschied zwischen den Versionen

(Häufige Ursachen einer blande SVT)
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*Vaskulitiden (Morbus Behçet, Wegener-Granulomatose, [[Sarkoidose]])
 
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*[[Idiopathisch]] (20-35% der Fälle)

Version vom 8. August 2019, 16:25 Uhr

Synonym: Sinusthrombose
Abkürzung: SVT

1 Definition

Als Sinusvenenthrombose, kurz SVT, bezeichnet man den thrombotischen Verschluss eines Hirnsinus.

  • ICD10-Code: I67.6 - Nichteitrige Thrombose des intrakraniellen Venensystems

siehe auch: Hirnvenenthrombose

2 Epidemiologie

Sinusvenenthrombosen kommen in etwa 60mal seltener vor als Verschlüsse der Arterien. Bei den Erwachsenen liegt die Inzidenz bei 3-4 Fällen/1 Million. Bei Kindern liegt sie mit 7 Fällen/1 Million etwa doppelt so hoch. Bei 75% der Patienten handelt es sich um Frauen.

3 Ursachen

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Ursachen zwischen einer septischen oder infektiösen SVT und einer blande SVT, die unter anderem durch bereits vorliegende Erkrankungen, wie zum Beispiel Gerinnungsstörungen ausgelöst wird.

Die am häufgsten auftretende, septische SVT ist die Sinus-cavernosus-Thrombose.

3.1 Infektiöse Ursachen

3.2 Generalisierte Ursachen

3.3 Häufige Ursachen einer blande SVT

3.4 Seltene Ursachen einer blande SVT

4 Symptome

Bei knapp 1/3 der Betroffenen verläuft eine SVT asymptomatisch. Bei den anderen 2/3 sind die Symptome mehrdeutig, also nicht eindeutig einer Erkrankung zuzuordnen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen. Handelt es sich um eine entzündliche SVT, so liegt meist auch hohes Fieber vor.

Häufig bestehen Kopfschmerzen als alleiniges Symptom.

4.1 Frühe Symptome

4.2 Spätere Symptome

4.3 Vollbild

4.4 Spätfolgen

5 Pathophysiologie

Nicht jeder Thrombus muss automatisch zu einer klinischen Symptomatik führen. Dies liegt an der hohen Variabilität des venösen Systems des Gehirns und der vielen möglichen Kollateralen, die eine Flussumkehr ermöglichen können. Die wesentliche Ursache für die Symptomatik ist die venöse Kongestion, also eine Zunahme des Blutvolumens. Diese verringert den Perfusionsdruck in den Venen, was zu einem erhöhten zerebralen Blutvolumen führt. Als Folge dessen steigt der intrakranielle Druck während der Blutfluss lokal sinkt. Die Störung der Blut-Hirn-Schranke und der gestiegene Druck in den arteriellen Gefäßen induziert eine vasogenes Ödem während der reduzierte Blutfluss mit Hypoxie einen venösen Infarkt und Stauungsblutungen verurusacht.

6 Diagnose

Da die Symptome, wie oben beschrieben, nicht eindeutig für eine SVT sind, ist die Diagnose nicht einfach zu stellen. Eine Kontrolle des D-Dimer-Spiegels ist hilfreich, aber kann einen bestehenden Verdacht nur erhärten und nicht beweisen. Daher ist der Einsatz von schnittbildgebenden Verfahren unabdingbar.

6.1 Schnittbilddiagnostik

CAVE: auch die Granulationes arachnoideales erscheinen im CT als Aussparung!

  • im MRT lassen sich ein Thrombus oder eine Blutung direkt darstellen.

Eine Angiographie wird nur selten angewandt.

6.2 Labordiagnostik

6.2.1 Liquordiagnostik

7 Therapie

Als erstes Mittel der Wahl wird hochdosiertes Heparin (3.000-5.000 IE) intravenös als Bolus gegeben. Dann werden täglich etwa 20.000 IE Heparin pro Tag solange gegeben bis die PTT verdoppelt wurde. Anschließend, meist nach 14 Tagen, werden mindestens 6 Monate lang orale Gerinnungshemmer verabreicht. Mittels Phenytoin wird epileptischen Anfällen vorgebeugt. Sollte der Hirndruck erhöht sein, so muss Mannit gegeben werden. Bei einer septischen SVT muss die Infektion mittels Antibiotika behandelt werden.

Die gesicherte Sinusvenenthrombose gehört zu den wenigen Erkrankungen, bei der trotz evtl. erhöhter Blutungsgefahr immer antikoaguliert wird.

8 Prognose

In etwa 85% der Fälle kommt es zu einer vollständigen Genesung. Das Auftreten von Rezidiven liegt bei etwa 10% im ersten Jahr.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. August 2019 um 16:25 Uhr bearbeitet.

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#4 vor 37 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Hm, da steht doch wörtlich: "Beachtet werden muss, dass auch die Granulationes arachnoideales als Aussparung erscheinen können."
#3 vor 37 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Anna Friesen Sie müssen mit diesem Artikel kein radiologisches Lehrbuch ersetzten, wenn Sie aber schreiben: nativ nicht auszuschleißen, nach KM Als Ausspahrung sichtbar, habe ich hinterher viel unnötige Erklär-Arbeit... denn KM-Aussparungen sind z.B. auch Pacchioni-Granulationen, die von Anfängern und fachfremden häufig als Thrombus fehlinterpretiert werden.
#2 vor 37 Tagen von Anna Friesen (Arzt | Ärztin)
Nachdem ich über diesen Artikel gestolpert bin, verstehe ich warum Zuweiser häufig ein „MRT mit KM!“ verlangen, wenn sie bei Menschen mit unspezifischen Kopfschmerzen als 7te DD auch noch an eine Durale Sinusthrombose denken. Und warum Patienten, die im Internet recherchiert haben, manchmal kaum davon zu überzeugen sind, dass eine KM-Gabe im MRT eine Notwendigkeit ist. Wir Radiologen brauchen tatsächlich dafür gar nicht so häufig KM. In Zusammenschau aller Sequenzen einer nativen MRT (inklusive einer blutungssensitiven Sequenz und einer DWI) mit einer nativen Venenangio (es wird häufig auf eine PC-Angio zurückgegriffen, es ist gar nicht unbedingt eine TOF) kann eine Thrombose mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Sollte sich in der nativen Bildgebung eine Unklarheit oder ein Verdacht auf einen Thrombus ergeben, dann machen KM-unterstützte Aufnahme sicher Sinn.
#1 vor 37 Tagen von Anna Friesen (Arzt | Ärztin)

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