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'''''Englisch''': sinus node, sinoatrial node, Keith and Flack node
 
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Der '''Sinusknoten''' ist das primäre Schrittmacherzentrum des [[Herz]]ens und an der komplexen Regulation der [[Herzfrequenz]] beteiligt. Er spielt eine zentrale Rolle bei der  [[Erregungsbildungssystem des Herzens|Erregungsbildung]].
 
Der '''Sinusknoten''' ist das primäre Schrittmacherzentrum des [[Herz]]ens und an der komplexen Regulation der [[Herzfrequenz]] beteiligt. Er spielt eine zentrale Rolle bei der  [[Erregungsbildungssystem des Herzens|Erregungsbildung]].
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==Anatomie==
 
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Der Sinusknoten ist eine muskuläre, makroskopisch schlecht abgrenzbare Struktur im Bereich des rechten [[Herzohr]]s in der Nähe des [[Sulcus terminalis]]. Er ist etwa 0,5 cm groß und von kommaförmiger Gestalt.  
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Der Sinusknoten ist eine muskuläre, [[makroskopisch]] schlecht abgrenzbare, etwa 3 mm dicke und 10 mm lange Struktur von kommaförmiger Gestalt. Er liegt [[subepikardial]] im [[Sulcus terminalis]] auf der [[Dorsal]]seite des rechten [[Herzvorhof]]s und [[kaudal]] der Einmündung der [[Vena cava superior]]. Gelegentlich reicht er bis in das rechte [[Herzohr]].  
  
Gelegentlich werden von ihm abgehend drei Faserbündel beschrieben, die in Richtung [[Atrioventrikularknoten]] ziehen:
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Gelegentlich werden von ihm abgehend drei Faserbündel ([[Internodalbündel]]) beschrieben, die in Richtung [[Atrioventrikularknoten]] ziehen:
* [[Bachmann-Bündel]]
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* vorderes Internodalbündel ([[Bachmann-James-Bündel]])
* [[Wenckebach-Bündel]]
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* mittleres Internodalbündel ([[Wenckebach-Bündel]])
* [[Thorel-Bündel]]
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* hinteres Internodalbündel ([[Thorel-Bündel]])
In der neueren Literatur wird diesen Zügen keine Funktion mehr zugeschrieben; ihre Existenz gilt mittlerweile als fraglich. <br>
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In der neueren Literatur wird diesen Zügen keine Funktion mehr zugeschrieben; ihre Existenz gilt mittlerweile als fraglich.  
Der Sinusknoten wird von [[Sympathikus]] und [[Parasympathikus]] angesteuert, die damit in die komplexe Regulation des Herzrhythmus eingreifen. Seine Durchblutung erfolgt üblicherweise durch den Ramus nodi sinuatrialis aus der [[Arteria coronaria dextra]].
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Die Durchblutung des Sinusknoten erfolgt durch den [[Ramus nodi sinuatrialis]], der meist aus der [[Arteria coronaria dextra]], in 30 % der Fälle aus der [[Arteria coronaria sinistra]] entspringt. Der Sinusknoten wird von [[Sympathikus]] und [[Parasympathikus]] ([[Nervus vagus]]) angesteuert, die damit in die komplexe Regulation des Herzrhythmus eingreifen.
  
 
==Histologie==
 
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Der Sinusknoten wird von spezifischen Herzmuskelzellen ([[Kardiomyozyt]]en) gebildet. Im Gegensatz zur Arbeitsmuskulatur des Herzens sind die Knotenzellen relativ arm an [[Myofibrille]]n und [[Mitochondrium|Mitochondrien]]; sie haben die Fähigkeit spontan zu depolarisieren und geben damit den Herzrhythmus von etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute vor.
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Der Sinusknoten wird von spezifischen [[Kardiomyozyt|Herzmuskelzellen]] gebildet. Man unterscheidet dabei [[P-Zelle]]n und Transitionszellen:
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* P-Zellen ("pacemaker") sind rundliche, blasse Zellen, die bevorzugt in Gruppen liegen und über [[Nexus]] ([[Connexin]]e 45 und 40) und [[Desmosom]]en verbunden sind. Sie enthalten weder typische [[Glanzstreifen]], noch [[Transversaltubulus|transversale Tubuli]] oder eine [[Basallamina]]. Außerdem besitzen sie nur wenige [[Myofibrille]]n und [[Mitochondrium|Mitochondrien]].
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* Transitionszellen sind elongierte, zum Teil verzweigte Kardiomyozyten, die viele Myofibrillen enthalten und P-Zellgruppen untereinander und mit dem [[Arbeitsmyokard]] verbinden.
  
 
==Physiologie==
 
==Physiologie==
Der Sinusknoten ist das primäre Reizzentrum des Herzens. Üblicherweise depolarisieren die Sinusknotenzellen spontan etwa einmal pro Sekunde und leiten ihre elektrische Erregung auf das Arbeitsmyokard der sie umgebenden Vorhöfe weiter; damit leiten sie die Herzkontraktion ein und bestimmen - von Sympathikus beziehungsweise Parasympathikus beeinflusst - den Herzrhythmus.  
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Die P-Zellen des Sinusknoten besitzen mit ungefähr -60 mV ein niedrigeres [[Membranpotenzial]] als das Arbeitsmyokard (-90 mV). Dabei führt ein durch [[Hyperpolarisation]] geöffneter [[Kationenkanal]] ([[HCN-Kanal]]) über einen [[Natrium]]einstrom zu einer langsamen [[Depolarisation]]. Dieser Kationenstrom wird auch als "I-funny" bezeichnet.
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Üblicherweise depolarisieren die Sinusknotenzellen spontan etwa einmal pro Sekunde und leiten ihre elektrische Erregung auf das Arbeitsmyokard der sie umgebenden Vorhöfe weiter; damit leiten sie die Herzkontraktion ein und bestimmen - von Sympathikus beziehungsweise Parasympathikus beeinflusst - den Herzrhythmus.
  
Eine Besonderheit des Aktionspotential des Sinusknotens ist die sofortige [[Depolarisation]] nach der [[Repolarisation]]. Sie wird durch die so genannten [[HCN-Kanal|HCN-Kanäle]] bewirkt, die sich durch [[Hyperpolarisation]] öffnen. Der entstehende Natriumeinstrom wird auch als "I-funny" bezeichnet.
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Die vom Sinusknoten ausgehenden [[Aktionspotenzial]]e werden innerhalb von 40 bis 80 ms zum [[AV-Knoten]] weitergeleitet. Eine besonders schnelle Erregungsleitung erfolgt über die [[Crista terminalis]].
  
 
==Pathophysiologie==
 
==Pathophysiologie==
Die spontane Reizbildung kann im Rahmen eines [[Sick-Sinus-Syndrom]]s ausfallen; in diesem Fall kann der [[Atrioventrikularknoten]] die Funktion als primärer Rhythmusgeber aufnehmen und eine Herzfrequenz von 40 bis 60 pro Minute steuern.
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Die spontane Reizbildung kann im Rahmen eines [[Sick-Sinus-Syndrom]]s ausfallen; in diesem Fall kann der [[Atrioventrikularknoten]] die Funktion als primärer Rhythmusgeber aufnehmen und eine Herzfrequenz von 40 bis 60 Schlägen pro Minute steuern.
  
Unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise bei coronarer Herzerkrankung) depolarisiert der Sinus-Knoten zu langsam, eine [[Sinusbradykardie]] ist dann die Folge.
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Unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise bei koronarer Herzerkrankung) depolarisiert der Sinus-Knoten zu langsam, eine [[Sinusbradykardie]] ist dann die Folge.
 
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[[Fachgebiet:Anatomie]]
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[[Tag:Herz]]

Aktuelle Version vom 21. September 2019, 06:47 Uhr

Synonyme: Nodus sinuatrialis, Keith-Flack-Knoten, Sinuatrial-Knoten, SA-Knoten
Englisch: sinus node, sinoatrial node, Keith and Flack node

1 Definition

Der Sinusknoten ist das primäre Schrittmacherzentrum des Herzens und an der komplexen Regulation der Herzfrequenz beteiligt. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Erregungsbildung.

2 Anatomie

Der Sinusknoten ist eine muskuläre, makroskopisch schlecht abgrenzbare, etwa 3 mm dicke und 10 mm lange Struktur von kommaförmiger Gestalt. Er liegt subepikardial im Sulcus terminalis auf der Dorsalseite des rechten Herzvorhofs und kaudal der Einmündung der Vena cava superior. Gelegentlich reicht er bis in das rechte Herzohr.

Gelegentlich werden von ihm abgehend drei Faserbündel (Internodalbündel) beschrieben, die in Richtung Atrioventrikularknoten ziehen:

In der neueren Literatur wird diesen Zügen keine Funktion mehr zugeschrieben; ihre Existenz gilt mittlerweile als fraglich.

Die Durchblutung des Sinusknoten erfolgt durch den Ramus nodi sinuatrialis, der meist aus der Arteria coronaria dextra, in 30 % der Fälle aus der Arteria coronaria sinistra entspringt. Der Sinusknoten wird von Sympathikus und Parasympathikus (Nervus vagus) angesteuert, die damit in die komplexe Regulation des Herzrhythmus eingreifen.

3 Histologie

Der Sinusknoten wird von spezifischen Herzmuskelzellen gebildet. Man unterscheidet dabei P-Zellen und Transitionszellen:

4 Physiologie

Die P-Zellen des Sinusknoten besitzen mit ungefähr -60 mV ein niedrigeres Membranpotenzial als das Arbeitsmyokard (-90 mV). Dabei führt ein durch Hyperpolarisation geöffneter Kationenkanal (HCN-Kanal) über einen Natriumeinstrom zu einer langsamen Depolarisation. Dieser Kationenstrom wird auch als "I-funny" bezeichnet.

Nach Erreichen eines Schwellenwertes öffnen sich spannungsabhängige Calciumkanäle vom T-Typ. Der folgende Calciumeinstrom bewirkt die Öffnung von spannungsabhängigen Calciumkanälen vom L-Typ und eine schnelle Depolarisation auf ungefähr +20 mV.

Das Membranpotenzial der P-Zellen wird insbesondere durch Kaliumkanäle reguliert, die durch M2-Acetylcholinrezeptoren gesteuert werden. Dabei bewirkt das aus parasympathischen Nervenfasern freigesetzte Acetylcholin eine Öffnung dieser Kaliumkanäle. Das erhöht das Membranpotenzial und verlangsamt die Herzfrequenz.

Üblicherweise depolarisieren die Sinusknotenzellen spontan etwa einmal pro Sekunde und leiten ihre elektrische Erregung auf das Arbeitsmyokard der sie umgebenden Vorhöfe weiter; damit leiten sie die Herzkontraktion ein und bestimmen - von Sympathikus beziehungsweise Parasympathikus beeinflusst - den Herzrhythmus.

Die vom Sinusknoten ausgehenden Aktionspotenziale werden innerhalb von 40 bis 80 ms zum AV-Knoten weitergeleitet. Eine besonders schnelle Erregungsleitung erfolgt über die Crista terminalis.

5 Pathophysiologie

Die spontane Reizbildung kann im Rahmen eines Sick-Sinus-Syndroms ausfallen; in diesem Fall kann der Atrioventrikularknoten die Funktion als primärer Rhythmusgeber aufnehmen und eine Herzfrequenz von 40 bis 60 Schlägen pro Minute steuern.

Unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise bei koronarer Herzerkrankung) depolarisiert der Sinus-Knoten zu langsam, eine Sinusbradykardie ist dann die Folge.

Fachgebiete: Anatomie, Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 21. September 2019 um 06:47 Uhr bearbeitet.

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