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Sigmund Freud

Version vom 26. Dezember 2007, 20:20 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Sigmund Freud Gründer der Psychoanalyse (* 6. Mai 1856 in Freiberg; † 23. September 1939 in London)

Sigismund Schlomo Freud war Arzt und Tiefenpsychologe und wurde als der Begründer der Psychoanalyse bekannt.


1 Der Arzt

1821 promoviert Freud in Medizin und arbeitet anschließend bis 1885 im Labor für Gehirnanatomie eines Wiener Krankenhauses. In intensiven Forschungen befasst er sich mit der Droge Kokain; nach ausgiebigen Selbstexperimenten erscheint seine Abhandlung „Über Coca".

Freud traf in dieser Zeit den Arzt Josef Breuer. Die gemeinsame Arbeit an dem Fall „Anna O.“ (alias Bertha Pappenheim( , einer Patientin Breuers, führte zur Entwicklung der „Sprechtherapie“, einem ersten Schritt in Richtung Psychoanalyse. 1885 lernt Freud in Paris Jean-Martin Charcot kennen, Professor für pathologische Anatomie, und lernt von ihm etwas über Hysterie, Suggestion und Hypnose. 1885 habilitiert Freund und wird an der Universität Wien Privatdozent für Neuropathologie.

1886 lässt sich Freud als Arzt nieder. Sein Vortrag „Über männliche Hysterie“ stößt bei der „Gesellschaft der Ärzte“ auf Ablehnung.

1889 kommt Freud erstmals mit der posthypnotischen Suggestion in Kontakt. Er nimmt an Versuchen teil und schließt daraus auf ein "Unbewusstes" - etwas, das für einen großen Teil menschlicher Handlungen verantwortlich ist.

1922 erkrankt Freud an Gaumenkrebs und erliegt 1939 der Krankheit.


2 Die Psychoanalyse

Im Jahr 1896 spricht Freud zum ersten Mal von "Psychoanalyse". Breuer war es gelungen, die Symptome der Patientin Pappenheim aufzulösen, indem er sie die den Symptomen zugrunde liegenden Traumatisierungen spüren und - entgegen der "guten Erziehung" - aussprechen ließ. Verletzende Erlebnisse, Kränkungen, Empfindungen wie Ekel und Scham durften benannt werden. Freund lässt seine Patienten fortan ihre persönlichen Gewalterfahrungen erforschen - ist jedoch jedoch zunächst fast nur auf Berichte sexuelle Gewalt fixiert. Diesen Ansatz verwirft Freund schließlich und behauptet nun, der Ursprung psychischer Störungen seien die unkontrollierten und triebhaften Phantasien der Kindes gegenüber seinen Eltern. Er entwickelt nach einer Selbstanalyse erstmals die Theorie des "Ödipus-Komplex"; also die unbewussten libidinösen Bindungen zur Mutter und die Rivalität zum Vater.

1899 erscheint Freuds Werk "Die Traumdeutung". Es folgt "Psychopathologie des Alltagslebens", "Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" und "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie".

1902 wird Freud außerordentlicher Titular-Professor. Er gründet die Psychologische Mittwochs-Gesellschaft, aus der schließlich die Wiener Psychoanalytische Vereinigung hervorgeht. Mitglieder der Vereinigung sind unter anderem Wilhelm Stekel, Alfred Adler, Wilhelm Reich, Carl Gustav Jung, Otto Rank und Sándor Ferenczi.

1908 beruft Freud den "1. Psychoanalytischen Kongress" ein. 1910 gründet er die „Internationale Psychoanalytische Vereinigung".


3 Es, Ich, Über-Ich

Freud entwickelte die Technik der freien Assoziation. Die Äußerungen seiner Patienten analysierte er und legte sie deutend aus. Aus seinen Beobachtungen entwickelte er die Theorie der Psyche als einer dreiteiliger Struktur: das Es, das Ich und das Über- Ich.

      • Das Es
      • das unbewusste Element der Psyche
      • beherbergt den Trieb (Hunger, Sexualtrieb, Bedürfnisse und Affekte wie Hass, Liebe, Neid, Vertrauen)


      • Das Ich
      • Randgebiet des „Es“
      • erlaubt selbstkritisches Denken und Fühlen
      • ermöglicht kritisch-rationale Normen und Werte
      • handelt lösungsorientiert
      • vermittelt zwischen dem Es und dem Über-Ich


      • Das Über-Ich
      • aus der Umwelt verinnerlichte Normen, (Ich-)Ideale, Rollen und Wertvorstellungen
      • Sitz des Gewissen und der moralischen Instanz
      • das Über-Ich ist die Polarität des Es


Demnach sind 90% der Entscheidungen eines Menschen unbewusst - also lediglich die "Spitze des Eisberges" ist bewusst wahrnehmbar.

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Dezember 2007 um 20:20 Uhr bearbeitet.

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