Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Sigmavolvulus

Version vom 10. August 2016, 18:39 Uhr von Marc Weber (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Bei einem Volvulus des Sigma kommt es zu einer Drehung einer mobilen Darmschlinge um die Achse des Mesenterialstiels. Die dabei vollzogene Drehung beträgt mindestens 180 Grad.

2 Epidemiologie

Die mit einem Dickdarmileus korrelierende Inzidenz des Volvulus weist erhebliche globale Unterschiede auf. So liegt die Inzidenz in den USA und Westeuropa bei etwa 5 Prozent während Regionen in Afrika und Asien wesentlich höhere Inzidenzen aufzeigen. Grundsätzlich stellt der Sigmavolvulus mit etwa 60 Prozent die häufigste Volvulusform überhaupt dar.

3 Ätiologie

Ein für das Krankheitsbild ätiopathogenetisch erheblichen Faktor stellt ein langes und bewegliches Sigma mit einem entsprechend langem Mesenterium dar (Sigma elongatum). Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere begünstigende Faktoren beschrieben:

4 Pathogenese

Bei einem Sigmavolvulus kommt es sowohl zu einer Drehung im- als auch gegen den Uhrzeigersinn was durch ein überdurchschnittlich schmales und langes Meseterium begünstigt wird. Dabei werden die im Mesenterium verlaufenden Gefäße torquiert was wiederum zu einer akuten Darmischämie führen kann. In akuten Verläufen kommt es hierbei zu einer Nekrose, einer Gangrän sowie einer Peritonitis.

5 Klinik

Die Klinik des Sigmavolvulus entspricht initial im Wesentlichen der Symptomkonstellation des akuten Abdomens mit schlagartig auftretenden kolikartigen Bauchschmerzen. Es kommt zu einem lokalen, meist im Oberbauch betonten, Meteorismus sowie zum Abgang diarrhoeischer, blutiger Stühle. Häufig kommt es auch zu galligem Erbrechen. Infolge des akuten Darmverschlusses kann es im Verlauf zu einer lebensbedrohlichen Peritonitis kommen. Es kommen jedoch auf subakute Verlaufsformen mit chronischem Verlaufsmuster vor.

6 Diagnose

Neben der schnell verfügbaren monographischen Untersuchung hat sich im klinischen Alltag die Anfertigung einer Abdomen-Leeraufnahme in Linksseitenloge bewährt. Hierbei können insbesondere bei der akuten Verlaufsform und einer bereits eingetretenem mechanischen Stenovierung ileustypische Luftflüssigkeitsspiegel abgegrenzt werden. Das pathognomonische Kaffeebohnenzeichen kann ebenfalls häufig röntgenlogisch nachgewiesen werden.

7 Therapie

Die Therapie des Sigmavolvulus richtet sich nach der Klinik und unterscheidet im Wesentlichen zwischen einem konservativen Therapieansatz sowie der, häufig in akuten Fällen, indizierte operative Versorgung.

Die konservative Therapie beinhaltet eine Detorquierung und Dekompression der Darmschlingen mit einem starren Endoskop während in akuten Notfallsituation, insbesondere bei bereits avitalem Gewebe eine Resektion indiziert sein kann.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (4.75 ø)

10.812 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: