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Shigella dysenteriae

Version vom 3. Januar 2014, 18:59 Uhr von Gunnar Römer (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Shigella dysenteriae ist ein für den Menschen pathogenes, gram-negatives Stäbchenbakterium mit fakultativ anaerober Lebensweise. Bei einer Infektion löst es starke Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen aus. In der Regel erfolgt die Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel oder nicht ausreichend aufbereitetes Trinkwasser. Das hervorgerufene Krankheitsbild wird als Shigellose oder Bakterienruhr bezeichnet.

2 Namensgebung

Die Bezeichnung Shigella dysenteriae setzt sich aus dem Nachnamen des Entdeckers – dem japanischen Mikrobiologen Kiyoshi Shiga – und der durch das Bakterium hervorgerrufenen ErkrankungDysenterie – zusammen.

3 Biologie

Systematisch besteht eine sehr enge Verwandtschaft zum u. a. beim Menschen physiologischerweise vorkommenden Darmbakterium Escherichia coli. Ebenso wie dieses gehört Shigella dysenteriae zu den Enterobakterien. Die Stäbchenbakterien bilden keine Sporen und sind weitestgehend unbeweglich.

4 Unterschied zu E. coli

Während Escherischia coli einen wesentlichen Anteil an der humanen Immunabwehr und Verdauung hat, löst Shigella dysenteriae bekanntermaßen starke gastrointestinale Beschwerden aus. Weitere Unterschiede finden sich in den biochemischen Prozessen, zu denen die Mikroorganismen fähig sind:

  • E. coli ist fähig zum Abbau der Aminosäure Lysin. S. dysenteriae fehlt die hierfür notwendige Decarboxylase.
  • als an der Verdauung beteiligtes Bakterium ist E. coli in der Lage Lactose abzubauen, S. dysenteriae nicht.

5 Symptome einer Infektion

Eine Shigellose zeichnet sich insbesondere durch kaum stillbaren Durchfall, sowie krampfartige Bauchschmerzen aus. Meistens tritt Fieber auf, nicht alle Patienten zeigen Übelkeit und Erbrechen. Hämokkult ist bei 70 bis 80 % der Infizierten vorhanden. Die Inkubationszeit beträgt rund 2 Tage, während sich eine unbehandelte Infektion über 7 – 10 Tage erstrecken kann. Besonders in Gebieten mit mangelnder Hygiene und schlechten Behandlungsmöglichkeiten sterben 15 – 20 % der Infizierten.

6 Diagnostischer Erregernachweis

Um bei entsprechender Symptomatik einen eindeutigen Nachweis der Krankheitserreger zu erzielen, bieten sich folgende Methoden an:

7 Therapie

Die Therapie erfolgt durch Antibiotika. Besonders wirksam sind hier:

Da die Patienten oft dehydriert sind, sollte mit Infusionen bzw. reichlicher Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirkt werden. Präventiv ist auf eine ausreichende Hygiene zu achten.

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