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Shigella dysenteriae: Unterschied zwischen den Versionen

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Systematisch besteht eine sehr enge Verwandtschaft zum beim Menschen [[Physiologisch|physiologisch]] vorkommenden [[Darmbakterium]] [[Escherichia coli]]. Ebenso wie dieses gehört Shigella dysenteriae zu den [[Enterobakterium|Enterobakterien]]. Diese Stäbchenbakterien bilden keine [[Sporen]] und sind weitgehend unbeweglich.  
  
 
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Während Escherischia coli einen wesentlichen Anteil an der humanen [[Immunabwehr]] und [[Verdauung]] hat, löst Shigella dysenteriae bekanntermaßen starke [[Gastrointestinaltrakt|gastrointestinale]] [[Beschwerden]] aus. Weitere Unterschiede finden sich in den [[Biochemie|biochemischen]] Prozessen, zu denen die [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] fähig sind:
 
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* Escherichia coli ist fähig zum Abbau der [[Aminosäure]] [[Lysin]]. Shigella dysenteriae fehlt die hierfür notwendige [[Decarboxylase]].  
* E. coli ist fähig zum Abbau der [[Aminosäure]] [[Lysin]]. S. dysenteriae fehlt die hierfür notwendige [[Decarboxylase]].  
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* Als an der Verdauung beteiligtes Bakterium ist Escherichia coli in der Lage, [[Lactose]] abzubauen, Shigella dysenteriae nicht.
* als an der Verdauung beteiligtes Bakterium ist E. coli in der Lage [[Lactose]] abzubauen, S. dysenteriae nicht.  
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==Symptome einer Infektion==
 
==Symptome einer Infektion==
Eine Shigellose zeichnet sich insbesondere durch kaum stillbaren Durchfall, sowie krampfartige Bauchschmerzen aus. Meistens tritt [[Fieber]] auf, nicht alle [[Patient]]en zeigen [[Übelkeit]] und [[Erbrechen]]. [[Hämokkult]] ist bei 70 bis 80 % der Infizierten vorhanden. Die [[Inkubationszeit]] beträgt rund 2 Tage, während sich eine unbehandelte Infektion über 7 10 Tage erstrecken kann. Besonders in Gebieten mit mangelnder [[Hygiene]] und schlechten Behandlungsmöglichkeiten sterben 15 – 20 % der Infizierten.  
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Eine Shigellose zeichnet sich insbesondere durch kaum stillbaren Durchfall, sowie krampfartige Bauchschmerzen aus. Meistens tritt [[Fieber]] auf, nicht alle [[Patient]]en zeigen [[Übelkeit]] und [[Erbrechen]]. Die [[Inkubationszeit]] beträgt rund 2 Tage, während sich eine unbehandelte Infektion über 7 bis 10 Tage erstrecken kann. Besonders in Gebieten mit mangelnder [[Hygiene]] und schlechten Behandlungsmöglichkeiten kann die Infektion zum Tod führen.
  
 
==Diagnostischer Erregernachweis==
 
==Diagnostischer Erregernachweis==
 
Um bei entsprechender [[Symptomatik]] einen eindeutigen Nachweis der [[Krankheitserreger]] zu erzielen, bieten sich folgende Methoden an:
 
Um bei entsprechender [[Symptomatik]] einen eindeutigen Nachweis der [[Krankheitserreger]] zu erzielen, bieten sich folgende Methoden an:
 
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* [[Mikroskop|Mikroskopische]] [[Untersuchung]] einer [[Stuhlprobe]]. Hierbei ist zur genaueren Beurteilung das Anlegen einer [[Bakterienkultur]] auf entsprechenden [[Nährmedium|Nährmedien]] notwendig. Durch diese Maßnahme lässt sich die [[Keim]]zahl erhöhen, was eine Identifikation erleichtert. Die Untersuchung bzw. [[Kultivierung]] muss aber innerhalb von 3 Stunden nach Entnahme der Probe beginnen, da sonst keine eindeutigen Ergebnisse mehr gewährleistet sind.
* [[Mikroskop|Mikroskopische]] [[Untersuchung]] einer [[Stuhlprobe]]. Hierbei ist zur genaueren Beurteilung das Anlegen einer [[Vermehrung]]skultur auf entsprechenden [[Nährmedium|Nährmedien]] zu empfehlen. Durch diese Maßnahme lässt sich die [[Keim]]zahl erhöhen, was eine Identifikation erleichtert. Die Untersuchung bzw. [[Kultivierung]] muss aber innerhalb von 3 Stunden nach Entnahme der Probe beginnen, da sonst keine eindeutigen Ergebnisse mehr gewährleistet sind.
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* Alternativ zu einer Stuhlprobe kann auch ein [[Rektalabstrich]] durchgeführt werden.
 
* Alternativ zu einer Stuhlprobe kann auch ein [[Rektalabstrich]] durchgeführt werden.
* [[Genetik|Genetisch]] kann eine Identifizierung mittels [[Polymerasekettenreaktion]] erfolgen.
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* [[Genetik|Genetisch]] kann eine Identifizierung mittels [[Polymerasekettenreaktion]] (PCR) erfolgen.
 
* Auch mittels bestimmter [[Antikörpersuchtest]]s lässt sich Shigella dysenteriae nachweisen.
 
* Auch mittels bestimmter [[Antikörpersuchtest]]s lässt sich Shigella dysenteriae nachweisen.
  
 
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Die [[Therapie]] erfolgt durch [[Antibiotikum|Antibiotika]]. Besonders wirksam sind hier:
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Die [[Therapie]] erfolgt durch [[Antibiotikum|Antibiotika]]. Die Wirksamkeit ist abhängig von der [[Resistenz]]situation der Erreger. Erreger ohne ausgeprägte Resistenz reagieren empfindlich auf  [[Ampicillin]] und [[Ciprofloxacin]]. Bei Shigella dysenteriae treten jedoch - wie bei anderen Bakterienarten - zunehmend [[Mehrfachresistenz]]en auf.
 
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Da die Patienten oft [[dehydriert]] sind, sollte mit [[Infusion]]en bzw. reichlicher Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirkt werden. [[Prävention|Präventiv]] ist auf eine ausreichende Hygiene zu achten.
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Da die Patienten oft [[Dehydratation|dehydriert]] sind, sollte mit [[Infusion]]en bzw. reichlicher Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirkt werden. [[Prävention|Präventiv]] ist auf eine ausreichende Hygiene zu achten.
 
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[[Tag:Ruhr]]
 
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Aktuelle Version vom 2. Februar 2017, 17:22 Uhr

1 Definition

Shigella dysenteriae ist ein für den Menschen pathogenes, gram-negatives Stäbchenbakterium mit fakultativ anaerober Lebensweise. Bei einer Infektion löst es starke Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen aus. In der Regel erfolgt die Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel oder nicht ausreichend aufbereitetes Trinkwasser. Das hervorgerufene Krankheitsbild wird als Shigellose oder Bakterienruhr bezeichnet.

2 Namensgebung

Die Bezeichnung Shigella dysenteriae setzt sich aus dem Nachnamen des Entdeckers – dem japanischen Mikrobiologen Kiyoshi Shiga – und der durch das Bakterium hervorgerrufenen ErkrankungDysenterie – zusammen.

3 Biologie

Systematisch besteht eine sehr enge Verwandtschaft zum beim Menschen physiologisch vorkommenden Darmbakterium Escherichia coli. Ebenso wie dieses gehört Shigella dysenteriae zu den Enterobakterien. Diese Stäbchenbakterien bilden keine Sporen und sind weitgehend unbeweglich.

4 Unterschied zu E. coli

Während Escherischia coli einen wesentlichen Anteil an der humanen Immunabwehr und Verdauung hat, löst Shigella dysenteriae bekanntermaßen starke gastrointestinale Beschwerden aus. Weitere Unterschiede finden sich in den biochemischen Prozessen, zu denen die Mikroorganismen fähig sind:

  • Escherichia coli ist fähig zum Abbau der Aminosäure Lysin. Shigella dysenteriae fehlt die hierfür notwendige Decarboxylase.
  • Als an der Verdauung beteiligtes Bakterium ist Escherichia coli in der Lage, Lactose abzubauen, Shigella dysenteriae nicht.

5 Symptome einer Infektion

Eine Shigellose zeichnet sich insbesondere durch kaum stillbaren Durchfall, sowie krampfartige Bauchschmerzen aus. Meistens tritt Fieber auf, nicht alle Patienten zeigen Übelkeit und Erbrechen. Die Inkubationszeit beträgt rund 2 Tage, während sich eine unbehandelte Infektion über 7 bis 10 Tage erstrecken kann. Besonders in Gebieten mit mangelnder Hygiene und schlechten Behandlungsmöglichkeiten kann die Infektion zum Tod führen.

6 Diagnostischer Erregernachweis

Um bei entsprechender Symptomatik einen eindeutigen Nachweis der Krankheitserreger zu erzielen, bieten sich folgende Methoden an:

7 Therapie

Die Therapie erfolgt durch Antibiotika. Die Wirksamkeit ist abhängig von der Resistenzsituation der Erreger. Erreger ohne ausgeprägte Resistenz reagieren empfindlich auf Ampicillin und Ciprofloxacin. Bei Shigella dysenteriae treten jedoch - wie bei anderen Bakterienarten - zunehmend Mehrfachresistenzen auf.

Da die Patienten oft dehydriert sind, sollte mit Infusionen bzw. reichlicher Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirkt werden. Präventiv ist auf eine ausreichende Hygiene zu achten.

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