Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Serotonin: Unterschied zwischen den Versionen

(Definition)
(Physiologie)
Zeile 23: Zeile 23:
 
Darüber hinaus beeinflusst Serotonin eine Vielzahl von [[emotional]]en Prozessen, wie [[Aggression]] und [[Angst]]. Ein gestörtes Serotonin-Gleichgewicht findet sich u.a. bei Krankheiten wie [[Depression]]en, [[Zwangserkrankung]]en und [[Angststörung]]en.
 
Darüber hinaus beeinflusst Serotonin eine Vielzahl von [[emotional]]en Prozessen, wie [[Aggression]] und [[Angst]]. Ein gestörtes Serotonin-Gleichgewicht findet sich u.a. bei Krankheiten wie [[Depression]]en, [[Zwangserkrankung]]en und [[Angststörung]]en.
  
Außerhalb des ZNS bewirkt Serotonin u.a. eine [[Blutdrucksenkung]], eine verstärkte Thrombozytenaktivität und eine Steigerung der [[Darmperistaltik]]. Etwa 80% des Serotonins im menschlichen Körper befindet sich in den enterochromaffinen Zellen der Darmmukosa.
+
Außerhalb des ZNS bewirkt Serotonin u.a. eine [[Blutdrucksenkung]](Hypertonie bei [[SSRI]]s), eine verstärkte Thrombozytenaktivität (erhöhte Blutungsgefahr bei [[SSRI]]s) und eine Steigerung der [[Darmperistaltik]].  
  
 
Die Eliminierung des 5-HT aus dem [[synaptischer Spalt|synaptischen Spalt]] erfolgt hauptsächlich durch [[Reuptake]] (Wiederaufnahme) in die [[Präsynapse]]. Verschiedene [[Psychopharmakon|Psychopharmaka]] können diese Wiederaufnahme hemmen (z.B. [[MDMA]] (Ecstasy), [[Kokain]], [[Amphetamin]], [[trizyklisches Antidepressivum|trizyklische Antidepressiva]], [[selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer]], kurz SSRI).
 
Die Eliminierung des 5-HT aus dem [[synaptischer Spalt|synaptischen Spalt]] erfolgt hauptsächlich durch [[Reuptake]] (Wiederaufnahme) in die [[Präsynapse]]. Verschiedene [[Psychopharmakon|Psychopharmaka]] können diese Wiederaufnahme hemmen (z.B. [[MDMA]] (Ecstasy), [[Kokain]], [[Amphetamin]], [[trizyklisches Antidepressivum|trizyklische Antidepressiva]], [[selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer]], kurz SSRI).
Zeile 29: Zeile 29:
 
Serotonin wird in der [[Leber]] zu [[5-Hydroxy-Indolyl-Essigsäure]] (auch [[5-HIAA]] genannt) [[Metabolisierung|metabolisiert]]. 5-HIAA wird dann von der [[Niere]] ausgeschieden.
 
Serotonin wird in der [[Leber]] zu [[5-Hydroxy-Indolyl-Essigsäure]] (auch [[5-HIAA]] genannt) [[Metabolisierung|metabolisiert]]. 5-HIAA wird dann von der [[Niere]] ausgeschieden.
  
Bei [[neuroendokrin]]en Tumoren (NET, [[Karzinoid]]) des [[Magen-Darm-Trakt]]s kann es u.a. zu einer Überproduktion von Serotonin kommen, wodurch typische und diagnostisch ggf. wegweisende Symptome hervorgerufen werden.
+
Bei [[neuroendokrin]]en Tumoren (NET, [[Karzinoid]]) des [[Magen-Darm-Trakt]]s kann es u.a. zu einer Überproduktion von Serotonin kommen, wodurch typische und diagnostisch ggf. wegweisende Symptome wie [[Hyperhidrose]], [[Hypertonie]], [[Tachykardie]], [[Insomnie]], [[Hitzewallungen]] hervorgerufen werden.
  
 
Zudem spielt Serotonin eine wichtige Rolle in der [[Pathophysiologie]] der [[Migräne]].
 
Zudem spielt Serotonin eine wichtige Rolle in der [[Pathophysiologie]] der [[Migräne]].

Version vom 31. Mai 2013, 09:47 Uhr

Synonyme: 5-Hydroxytryptamin, 5-HT, Enteramin
Englisch: serotonin

1 Definition

Serotonin ( zusammengesetzt aus Serum und Tonus -> Tonusgeber der Gefäße) ist ein biogenes Amin, das als Neurotransmitter im peripheren und zentralen Nervensystem vorkommt. Außerhalb des Nervensystems findet sich Serotonin u.a. in den enterochromaffinen Zellen der Darmmukosa und in Thrombozyten. 95% des Serotonins befindet sich im GI-Trakt (90% davon in den eterochromaffinen Zellen der enteralen Schleimhaut und die restlichen 10% im enteralen Nervensystem. Im ZNS befindet sich das meiste Serotonin in den Raphé-Kernen des Hirnstamms. Die gesamte Serotoninmenge des Körpers wird ca. auf 10 mg geschätzt.

Die Summenformel lautet: C10H12N2O

2 Biochemie

Serotonin entsteht in einer 2-Schritt-Reaktion durch Hydroxylierung und anschließende Decarboxylierung aus der Aminosäure Tryptophan. Die beteiligten Enzyme sind die Tryptophanhydroxylase und die Aromatische-L-Aminosäur-Decarboylase. Als Zwischenprodukt entsteht die nicht-proteinogene Aminosäure 5-Hydroxytryptophan.

Hauptsächlich wird Serotonin in den enterochromaffinen Zellen der Darmmukosa]des produziert. Da es jedoch die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann, wird es ebenfalls im Gehirn synthetisiert. Es wird über die Thrombozyten im Blut transportiert und in den Endknöpfchen der Neurone in Vesikeln gespeichert.

3 Physiologie

Die Wirkungen des Serotonins werden über sog. 5-HT-Rezeptoren vermittelt. Überall, wo sich 5-HT-Rezeptoren befinden, beeinflusst Serotonin physiologische Abläufe. Im ZNS entfaltet Serotonin vielfältige Wirkungen. Unter anderem ist es an folgenden Prozessen beteiligt:

Darüber hinaus beeinflusst Serotonin eine Vielzahl von emotionalen Prozessen, wie Aggression und Angst. Ein gestörtes Serotonin-Gleichgewicht findet sich u.a. bei Krankheiten wie Depressionen, Zwangserkrankungen und Angststörungen.

Außerhalb des ZNS bewirkt Serotonin u.a. eine Blutdrucksenkung(Hypertonie bei SSRIs), eine verstärkte Thrombozytenaktivität (erhöhte Blutungsgefahr bei SSRIs) und eine Steigerung der Darmperistaltik.

Die Eliminierung des 5-HT aus dem synaptischen Spalt erfolgt hauptsächlich durch Reuptake (Wiederaufnahme) in die Präsynapse. Verschiedene Psychopharmaka können diese Wiederaufnahme hemmen (z.B. MDMA (Ecstasy), Kokain, Amphetamin, trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, kurz SSRI).

Serotonin wird in der Leber zu 5-Hydroxy-Indolyl-Essigsäure (auch 5-HIAA genannt) metabolisiert. 5-HIAA wird dann von der Niere ausgeschieden.

Bei neuroendokrinen Tumoren (NET, Karzinoid) des Magen-Darm-Trakts kann es u.a. zu einer Überproduktion von Serotonin kommen, wodurch typische und diagnostisch ggf. wegweisende Symptome wie Hyperhidrose, Hypertonie, Tachykardie, Insomnie, Hitzewallungen hervorgerufen werden.

Zudem spielt Serotonin eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der Migräne.

Diese Seite wurde zuletzt am 31. März 2011 um 12:34 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

54 Wertungen (3.7 ø)

302.636 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: