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'''Selpercatinib''' ist ein [[Tyrosinkinasehemmer]] aus der Gruppe [[RET-Inhibitor]]en. Er wird bei [[RET (Protoonkogen)|RET-positiven]] [[Karzinom]]en der [[Lunge]] und [[Schilddrüse]] als [[antineoplastisch]]er [[Arzneistoff]] angewandt.
  
 
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Selpercatinib ist ein [[polyzyklisch]]es [[Molekül]], welches unter anderem eine [[Pyridin]]- und [[Pyrazol]]-Struktur aufweist. Es ist somit [[Base|basisch]].
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Selpercatinib ist ein [[polyzyklisch]]es [[Molekül]], das unter anderem eine [[Pyridin]]- und [[Pyrazol]]-Struktur aufweist. Es ist somit [[Base|basisch]].
  
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Die [[Summenformel]] lautet C<sub>29</sub>H<sub>31</sub>N<sub>7</sub>O<sub>3</sub>. Das [[Molekulargewicht]] beträgt 525,6 g/[[mol]].<ref>[https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Selpercatinib Selpacertinib in der pubchem-Datenbank], aufgerufen am 14.04.2021</ref>
  
 
==Wirkmechanismus==
 
==Wirkmechanismus==
Selpercatinib ist ein Inhibitor der [[RET]]-Rezeptor-Tyrosinkinase ("rearranged during transfection"). Es inhibiert mehrere (mutierte) [[Isoform]]en des Rezeptors sowie [[VEGFR1]] und [[VEGFR3]].  
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Selpercatinib ist ein Inhibitor der RET-Rezeptortyrosinkinase ("rearranged during transfection"). Es inhibiert mehrere (mutierte) [[Isoform]]en des Rezeptors sowie [[VEGFR1]] und [[VEGFR3]].  
  
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==Pharmakokinetik==
 
==Pharmakokinetik==
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Die [[Metabolisierung]] erfolgt hauptsächlich über [[CYP3A4]]; die [[Halbwertszeit]] beträgt 22 Stunden<ref name="Fachinfo"/>
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Erfolgt die Einnahme parallel zu einem starken [[CYP3A4]]-Inhibitor, sollte die Dosis um die Hälfte reduziert werden. Beim Auftreten von Nebenwirkungen kann die Dosis nach einem vorgegebenem Schema reduziert werden<ref name="Fachinfo"/>
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==Nebenwirkungen==
 
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*Erhöhung der Leberwerte, vor allem [[ALT]] und [[AST]].
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*[[QT-Verlängerung|QT-Intervall-Verlängerung]]: Vor allem Patienten mit prädisponierenden Faktoren für eine [[Arrhythmie]] sollten überwacht werden. Auch die Serumspiegel von [[Kalium]], [[Magnesium]] und [[Calcium]] sollten hierbei beachtet werden.
 
*[[QT-Verlängerung|QT-Intervall-Verlängerung]]: Vor allem Patienten mit prädisponierenden Faktoren für eine [[Arrhythmie]] sollten überwacht werden. Auch die Serumspiegel von [[Kalium]], [[Magnesium]] und [[Calcium]] sollten hierbei beachtet werden.
 
*Beeinträchtigung der [[Fertilität]]
 
*Beeinträchtigung der [[Fertilität]]
 
*[[Hämorrhagie]]n
 
*[[Hämorrhagie]]n
*verminderter [[Appetit]]
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*[[Inappetenz]]
 
*[[Kopfschmerz]], [[Schwindel]]
 
*[[Kopfschmerz]], [[Schwindel]]
 
*[[Bauchschmerz]]en, [[Diarrhö]], [[Übelkeit]], [[Erbrechen]], [[Obstipation]], [[Mundtrockenheit]]
 
*[[Bauchschmerz]]en, [[Diarrhö]], [[Übelkeit]], [[Erbrechen]], [[Obstipation]], [[Mundtrockenheit]]
*[[Fieber]], [[Fatigue]], [[Ödem]]e<ref name="Fachinfo"/>
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*[[Fieber]], [[Fatigue]], [[Ödem]]e
  
 
==Wechselwirkungen==
 
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Da Selpercatinib über [[CYP3A4]] verstoffwechselt wird, kann es zu Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren (z.B. [[Proteaseinhibitor]]en, [[Fluconazol]]) und -Induktoren (z.B. [[Phenobarbital]]) kommen. Der Arzneistoff ist auch ein Substrat von [[P-gp]] und [[BCRP]]; dies scheint jedoch nur geringen Einfluss auf die Plasmaspiegel zu nehmen.
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Da Selpercatinib über [[CYP3A4]] verstoffwechselt wird, kann es zu Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren (z.B. [[Proteaseinhibitor]]en, [[Fluconazol]]) und -Induktoren (z.B. [[Phenobarbital]]) kommen. Der Arzneistoff ist auch ein Substrat von [[P-gp]] und [[BCRP]] - dies scheint jedoch nur geringen Einfluss auf die Plasmaspiegel zu nehmen.
  
Des Weiteren erhöht Selpercatinib die Plasmaspiegel von empfindlichen [[CYP2C8]]- (z.B. [[Repaglinid]]) und CYP3A4-Substraten (z.B. [[Midazolam]]). Die [[Resorption]] von Seleprcatinib wird bei gleichzeitiger Gabe von [[Antacida]] und [[Protonenpumpenhemmer]]n verringert; es ist deshalb auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand bei der Einnahme zwischen den Medikamenten zu achten<ref name="Fachinfo"/>.
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Des Weiteren erhöht Selpercatinib die Plasmaspiegel von empfindlichen [[CYP2C8]]- (z.B. [[Repaglinid]]) und CYP3A4-Substraten (z.B. [[Midazolam]]). Die [[Resorption]] von Selpercatinib wird bei gleichzeitiger Gabe von [[Antacida]] und [[Protonenpumpenhemmer]]n verringert. Es ist deshalb auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand bei der Einnahme zwischen den Medikamenten zu achten.<ref name="Fachinfo"/>
  
 
==Kontraindikationen==
 
==Kontraindikationen==
*Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
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*[[Überempfindlichkeit]] gegen den Wirkstoff
  
 
==Zulassung==
 
==Zulassung==

Aktuelle Version vom 5. August 2021, 17:38 Uhr

Handelsnamen: Retsevmo®
Englisch: selpercatinib

1 Definition

Selpercatinib ist ein Tyrosinkinasehemmer aus der Gruppe RET-Inhibitoren. Er wird bei RET-positiven Karzinomen der Lunge und Schilddrüse als antineoplastischer Arzneistoff angewandt.

2 Chemie

Selpercatinib ist ein polyzyklisches Molekül, das unter anderem eine Pyridin- und Pyrazol-Struktur aufweist. Es ist somit basisch.

Die Summenformel lautet C29H31N7O3. Das Molekulargewicht beträgt 525,6 g/mol.[1]

3 Wirkmechanismus

Selpercatinib ist ein Inhibitor der RET-Rezeptortyrosinkinase ("rearranged during transfection"). Es inhibiert mehrere (mutierte) Isoformen des Rezeptors sowie VEGFR1 und VEGFR3.

Während RET in der Embryonalentwicklung für die Entwicklung des enterischen Nervensystems zuständig ist, spielt es beim Erwachsenen kaum eine Rolle. Ist RET jedoch mutiert oder durch Genfusion konstitutiv aktiviert, kann es beim Erwachsenen als Protoonkogen zu Karzinomen führen.[2]

4 Pharmakokinetik

Der Steady State wird nach 7 Tagen erreicht. Die orale Bioverfügbarkeit beträgt 73,2%. Das Verteilungsvolumen liegt bei 191 Liter. Die Plasmaproteinbindung beträgt 96%. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über CYP3A4. Die biologische Halbwertszeit des Wirkstoffs beträgt 22 Stunden.[2]

5 Indikation

Mögliche Einsatzgebiete von Selpercatinib sind:

  • fortgeschrittenes RET-Fusions-positives nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
  • fortgeschrittenes RET-Fusions-positives Schilddrüsenkarzinom
  • fortgeschrittenes RET-mutiertes medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC)

Voraussetzungen für die Therapie sind, dass

  • diese Karzinome einer systemischen Therapie bedürfen,
  • der Patient über 12 Jahre alt ist und
  • vor Therapiebeginn das Vorliegen einer RET-Mutation nachgewiesen wurde.

6 Darreichungsform

Der Arzneistoff liegt ist in Form von Hartkapseln vor.

7 Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg zweimal täglich (Körpergewicht unter 50 kg) beziehungsweise 160 mg zweimal täglich (Körpergewicht über 50 kg).

Erfolgt die Einnahme parallel zu einem starken CYP3A4-Inhibitor, sollte die Dosis um die Hälfte reduziert werden. Beim Auftreten von Nebenwirkungen kann die Dosis nach einem vorgegebenem Schema reduziert werden.[2]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen von Selpercatinib sind:[2]

9 Wechselwirkungen

Da Selpercatinib über CYP3A4 verstoffwechselt wird, kann es zu Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Proteaseinhibitoren, Fluconazol) und -Induktoren (z.B. Phenobarbital) kommen. Der Arzneistoff ist auch ein Substrat von P-gp und BCRP - dies scheint jedoch nur geringen Einfluss auf die Plasmaspiegel zu nehmen.

Des Weiteren erhöht Selpercatinib die Plasmaspiegel von empfindlichen CYP2C8- (z.B. Repaglinid) und CYP3A4-Substraten (z.B. Midazolam). Die Resorption von Selpercatinib wird bei gleichzeitiger Gabe von Antacida und Protonenpumpenhemmern verringert. Es ist deshalb auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand bei der Einnahme zwischen den Medikamenten zu achten.[2]

10 Kontraindikationen

11 Zulassung

Die Zulassung in Deutschland erfolgte im Februar 2021. Die Nutzenbewertung des GBA hat im März begonnen und wird voraussichtlich im Juni 2021 veröffentlicht.

12 Quellen

  1. Selpacertinib in der pubchem-Datenbank, aufgerufen am 14.04.2021
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Fachinformation zu Retsevmo, fachinfo.de, aufgerufen am 14.04.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 5. August 2021 um 17:38 Uhr bearbeitet.

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