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Selbstkontrolle

Version vom 10. Juli 2017, 00:06 Uhr von Kevin De Smet (Diskussion | Beiträge)

Englisch: self-control


1 Definition

Selbstkontrolle beschreibt bewusste und unbewusste kognitive Prozesse die der Kontrolle seiner Selbst bzw. des individuellen Verhaltens dienen. Sie ist wesentlicher Bestandteil der menschlichen Psyche und beeinflusst mit unter die Lebensqualität.

Ein aus der Psychologie verwandter Begriff ist die Selbstregulation.

2 Forschung

Der österreichisch-US-amerikanische Persönlichkeitspsychologe Professor Walter Mischel führte ab 1960 als „Marshmallow-Tests“ bekanntgewordene Experimente durch, bei diesen wurden z.B. vierjährigen Kindern eine Belohnung in Form einer Süßigkeit angeboten. Die jungen Probanden konnten entscheiden, ob sie eine sofortige Belohnung und somit eine unmittelbare Befriedigung wahrnehmen möchten, oder doch warten, um vom Professor eine größere Belohnung zu erhalten.

Unabhängig von Intelligenz oder des sozialen Status eines Menschen zeigt eine hohe Selbstkontrolle eine starke Aussagekraft für den späteren Erfolg und einer rundum besseren Lebensqualität des Individuums.


3 Physiologie

Die Selbstkontrolle wird im dorsolateralen präfrontal Cortex gesteuert. Für das Leben in einer sozialen Gemeinschaft und für das eigene Leben in Form von Erfolg sowie mentaler und körperlicher Gesundheit ist die Kontrolle eigener Impulse durch höhere Kognitive Prozesse unabdingbar. Selbstkontrolle ermöglicht einem Individuum, eine potenzielle Befriedigung für höhere Zwecke vorläufig zu verneinen (Bedürfnisaufschub). Diese Form der Kognition beruht auf Anteilnahme einer weiteren Hirnregion innerhalb des Großhirns und zwar einem Hirnareal am Übergang des Temporallappens zum Parietallappen.


4 Pathophysiologie

Aufgrund psychischer Störungen (z.B. Psychose) oder einer Veränderung der genannten Hirnstrukturen kann es zu einer insuffizienten Selbstkontrolle kommen. Tritt der dorsolaterale präfrontal Cortex teilweise außer Kraft, zeigte sich bei Probanden ein zunehmend egoistisches Verhalten. Das Anerkennen gesellschaftlicher Normen war gestört wodurch es zur Reduktion der Anpassungsfähigkeit kam was gleichzeitig zu einem Risikoreichen Verhalten führte.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. Juli 2017 um 00:06 Uhr bearbeitet.

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