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Sedativum

Version vom 11. August 2007, 20:21 Uhr von 80.135.91.17 (Diskussion)

von lateinisch: sedare - sinken lassen, beruhigen

1 Definition

Bei einem Sedativum handelt es sich um ein Beruhigungsmittel.

2 Anwendung

Bei Unruhezuständen und Angstzuständen können Sedativa die Unruhe lindern und zusätzlich im Idealfall die Distanzierung von den vorhandenen Ängsten bewirken was aber nicht mit der gezielten Angstlösung, der so genannten Anxiolyse verwechselt werden sollte.

Allgemein gesehen wirken Sedativa schlaffördernd und bewirken bei höheren Dosierungen eine Ausschaltung der bewussten Wahrnehmung.

In der operativen Medizin werden Sedativa in der OP-Vorbereitung (Prämedikation) gegeben, um die Stressbelastung des Patienten zu reduzieren, aber trotzdem noch einen ansprechbaren und zur Kooperation fähigen Patienten zu haben. In diesem Zusammenhang ist allerdings eine gute Überwachung des Patienten notwendig, um bei einem unbeabsichtigten Verlust des Bewusstseins, unter Umständen mit Verlust von Reflexen bis hin zur Atemdepression und Kreislaufinstabilität, gezielt schnell zu intervenieren.

Während eines chirurgischen Eingriffes ist im Rahmen der Narkose eine tiefere Sedierung notwendig, welche eine intensivmedizinische Überwachung durch einen Anästhesisten während der gesamten Dauer notwendig macht. Zumeist wird zusätzlich ein Analgetikum gegeben, dies wird dann als Analgosedierung bezeichnet.

Auch bei beatmungspflichtigen Patienten auf der Intensivstation ist eine gründliche Sedierung notwendig, da ohne diese eine Beatmung, vor allem über ein Tracheostoma, nicht toleriert werden würde. Die Tiefe der Sedierung kann entsprechen der vorhandenen Situation variiert werden.

Hierfür richtet man sich im Normalfall nach den Leitlinien der DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin).

3 Wirkstoffe und Gefahren

Zu den Sedativa gehören mehrere Gruppen von Wirkstoffen. Neben Narkotika wie zum Beispiel Propofol gehören hierzu auch Neuroleptika wie Promethazin (Atosil®) und Opioide wie Fentanyl, Sufentanyl und Morphin. Neuerdings werden auch Alpha-2-Adrenoanatgonisten wie Clonidin eingesetzt. Eine weitere große Gruppe bilden die Benzodiazepine. Hier finden sich bekannte Wirkstoffe wie Midazolam, Diazepam, Chlorazepat sowie Lorazepam.

Zu bedenken ist bei den Sedativa der so genannte Ceiling-Effekt, bei dem es trotz höherer Dosierung nicht zu einer Zunahme der Sedation kommt. Der Ceiling-Effekt tritt auch bei Opioiden auf. Darüber hinaus kann es dem entsprechend auch zu einer Abhängigkeit von Sedativa kommen. Sie dürfen daher nach längerer Anwendung nicht abrupt abgesetzt werden, um keine Entzugserscheinungen zu provozieren.

Ab einer gewissen Dosismenge können Sedativa eine Atemdepression bewirken, sodass eine Beatmung erfolgen muss.

Darüber hinaus kann noch eine paradoxe Reaktion auftreten, wobei die Unruhe des Patienten sich steigert und er nicht mehr führbar wird.

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Juli 2013 um 08:09 Uhr bearbeitet.

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