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Schwangerschaftsdiabetes: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Schwangerschaftsdiabetes''' ist eine Störung des [[Kohlenhydratstoffwechsel|Glucosestoffwechsel]]s, die erstmals während einer [[Schwangerschaft]] diagnostiziert wird. Der Begriff bezieht sich auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose und umfasst verschiedene [[Diabetes]]formen.
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Der '''Schwangerschaftsdiabetes''' ist eine Störung des [[Kohlenhydratstoffwechsel|Glukosestoffwechsel]]s, die erstmals während einer [[Schwangerschaft]] diagnostiziert wird. Der Begriff bezieht sich auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose und umfasst verschiedene [[Diabetes]]formen.  
Davon abzugrenzen ist der Diabetes mellitus während der Schwangerschaft, der vorher schon bestand.  
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Nach ICD 10 wird "Diabetes mellitus, während der Schwangerschaft auftreten, inklusive gestationsbedingtem Diabetes mellitus ohne nähere Angabe" unter der Ziffer "O24.4" kodiert.
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Vom Schwangerschaftsdiabetes abgegrenzt wird ein [[Diabetes mellitus]] während der Schwangerschaft, der vorher schon bestand.
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==Epidemiologie==
 
==Epidemiologie==
Der Gestationsdiabetes mellitus ist eine weltweit zunehmende Erkrankung.
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Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine weltweit zunehmende Erkrankung. Er ist relativ häufig und tritt (je nach Definition) in bis zu 20% aller Schwangerschaften auf. Daher ist ein konsequentes [[Screening]] aller Schwangeren erforderlich.
Er ist relativ häufig und tritt (je nach Definition) in bis zu 20% aller Schwangerschaften auf. Daher ist ein konsequentes Screening aller Schwangeren erforderlich.
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==Risikofaktoren==
 
==Risikofaktoren==
Ein hohes Risiko für die Entstehung eines Gestationsdiabetes haben Schwangere mit Übergewicht, familiärer Diabetesbelastung, gestörter Glukosetoleranz in der Vorgeschichte, Glukosurie, Makrosomie des ersten Kindes und deutlicher Gewichtszunahme in der vorangegangenen Schwangerschaft. Für diese Gruppe ist ein frühestmögliches Glukosescreening angezeigt.
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Ein hohes Risiko für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes haben Schwangere mit [[Übergewicht]], familiärer Diabetesanamnese, [[gestörte Glukosetoleranz|gestörter Glukosetoleranz]] in der Vorgeschichte, [[Glukosurie]], [[Makrosomie]] des ersten Kindes und deutlicher Gewichtszunahme in der vorangegangenen Schwangerschaft. Für diese Gruppe ist ein frühestmögliches Glukosescreening angezeigt.
  
 
==Pathogenese==
 
==Pathogenese==
Durch die Hormonveränderung in der Schwangerschaft verändert sich der gesamte Metabolismus. Die Zellen werden resistenter gegen [[Insulin]].  
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Durch die Hormonveränderung in der Schwangerschaft verändert sich der gesamte Metabolismus. Die Zellen entwickeln unter dem Einfluss verschiedener Hormone (u.a. [[Östrogen]], [[Progesteron]], [[Humanes Plazentalaktogen]], [[HCG]], [[Prolaktin]] und [[Kortisol]]) sowie proinflammatorischer Signalstoffe (z.B. [[TNF-alpha]]) eine [[Insulinresistenz]]. Um die Insulinresistenz auszugleichen, muss der Körper die Insulinsekretion erhöhen. Wenn eine latente Störung der [[Beta-Zelle]]n bestand, wird dies durch die Schwangerschaft aufgedeckt.
  
Dies wird durch folgende [[Hormon]]e bewirkt: [[Östrogen]], [[Progesteron]], [[plazenta]]res Laktogen, [[HCG]], [[Prolaktin]], [[Kortisol]] und proinflammatorische Signale, zum Beispiel TNF-a.
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Folgende Auffälligkeiten während der Schwangerschaft können Hinweise auf einen Gestationsdiabetes sein:
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* Rezidivierende [[Harnwegsinfekt]]e oder [[Vaginitis|Scheidenentzündungen]] durch die vermehrte Zuckerausscheidung im [[Urin]]
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* [[Polyhydramnion]] (erhöhte Fruchtwassermenge)
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* übermäßige Gewichts- und Größezunahme des [[Fetus]]  
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* [[Bluthochdruck]]  
  
Um die Insulinresistenz auszugleichen, muss der Körper die Insulinsekretion erhöhen. Wenn eine latente Störung der Beta-Zellen besteht, wird dies durch die erschwerte Situation sichtbar.
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==Risiken==
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===Mutter===
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* Das Risiko für die Entwicklung einer [[Präeklampsie]] oder [[Eklampsie]] während der Schwangerschaft ist signifikant erhöht.
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* Durch das erhöhte Geburtsgewicht des Kindes ist die Rate an [[Kaiserschnitt]]en und vaginal-operativen Entbindungen mit [[Saugglocke]] oder [[Zangengeburt|Zange]] erhöht.
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* Bei erneuter Schwangerschaft tritt häufiger eine Glukosetoleranzstörung auf.
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* Das Risiko für die spätere Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ II ist gesteigert.
  
==Klinik==
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===Kind===
===Symptome===
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* Dem [[Embryo]] im Mutterleib droht eine [[Fetopathia diabetica]]. Durch den erhöhten Blutzucker im Blut der Schwangeren, welches das Kind versorgt, [[hypertrophie]]ren und [[hyperplasie]]ren die Beta-Zellen des Kindes. Es werden vermehrt Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, was zu einer [[Makrosomie]] des Kindes führt.
Wichtig ist vor allem der auffällige [[Screening]]-Test, da die typischen Symptome für Diabetes nur sehr mild ausgeprägt sind.
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* [[Postpartal]] können [[Hypoglykämie]], [[Hyperbilirubinämie]], [[Polyglobulie]] oder ein [[Atemnotsyndrom]] auftreten.
Auffälligkeiten während der Schwangerschaft können Hinweise auf den Gestationsdiabetes sein:
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* Schwerste Komplikation eines unbehandelten Gestationsdiabetes ist der plötzliche [[intrauterin]]e [[Fruchttod]].
*Der Gestationsdiabetes stört das intrauterine Millieu und die vermehrte Zuckerausscheidung begünstigt häufige [[Harnwegsinfekt]]e oder Scheidenentzündungen.
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* Langzeitfolgen: Die Kinder können eine Fehlsteuerung gegenüber Stoffwechselreizen entwickeln, sodass ihr Risiko für Diabetes und Übergewicht erhöht ist.
*Die Fruchtwassermenge kann erhöht sein (Polyhydramnion).
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*Durch die vermehrte Zuckerzufuhr kann ndas ungeborene Kind übermäßig schnell an Gewicht und Größe zunehmen.
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*Häufig wird der Gestationsdiabetes von [[Bluthochdruck]] begleitet.  
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*Das Risiko für [[Präeklampsie]] und [[Eklampsie]] ist erhöht.
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===Folgen===
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*bei der Geburt: erhöhte Rate an [[Kaiserschnitt]]en und vaginal-operativen Entbindungen mit Saugglocke oder Zange
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*Langzeitfolgen für die Schwangere: erhöhtes Risiko für Glukosetoleranzstörung bei erneuter Schwangerschaft, erhöhtes Risiko für die spätere Entwicklung eines Diabetes mellitus II
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*Schwerste Komplikation eines unbehandelten Gestationsdiabetes ist der plötzliche intrauterine Fruchttod.
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*Folgen für das Kind: Durch den erhöhten Blutzucker im Blut der Schwangeren, welches das Kind versorgt, [[hypertrophie]]ren und [[hyperplasie]]ren die Beta-Zellen des Kindes. Es werden vermehrt Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, was zu einer [[Makrosomie]] des Kindes führt. Des Weiteren gibt es bei den Kindern gehäuft Schulter[[dystokie]]n, [[Hypokalzämie]]n, [[Polyglobulie]]n, [[Hyperbilirubinämie]]n und [[Atemnot]]syndrome. Außerdem gewöhnt sich der [[Organismus]] des ungeborenen Kindes daran, vermehrt Insulin auszuschütten, sodass es nach der Entbindung durch die plötzlich verminderte Glukosezufuhr zu gefährlichen [[Hypoglykämie]]n kommen kann.
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*Langzeitfolgen für das Kind: Die Kinder können eine Fehlsteuerung gegenüber Stoffwechselreizen entwickeln, sodass ihr Risiko für Diabetes und Übergewicht erhöht ist.  
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==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
* Die Diagnose erfolgt über ein gezieltes Screening, erfolgt dies nicht, bleibt der Gestationsdiabetes oft unerkannt.  
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Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Screeninguntersuchung, die Teil der [[Schwangerenvorsorge]] ist. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird ein Blutzuckertest durchgeführt. Dabei trinkt die Schwangere ein Glas Wasser mit 50 g Glukose. Eine Stunde später wird der [[Blutzucker]]wert gemessen. Ein Wert von 135 mg/dl oder höher gilt als positiver Wert im Screening. Das früher durchgeführte Screening der Urinausscheidung im Urin ist weniger [[sensitiv]] und gilt deshalb als überholt.
* In der Regel wird zwischen der 24 und 28. Schwangerschaftswoche ein oraler Glucose-Screening-Test. Hierbei werden 75g oder 50g Glukose in 200 ml Wasser aufgelöst und getrunken. Eine Stunde später wird [[Blut]] abgenommen und die [[Glukose]] gemessen. Je nach Ergebnis kann die Diagnose gestellt werden oder es erfolgt eine weitere Abklärung durch einen oralen Glukosetoleranztest.
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Der Uringlukosewert ist als Screeningparameter weniger sensitiv und gilt deshalb als überholt.
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Bei einem positiven Screening-Ergebnis wird zur Bestätigung ein [[oraler Glukosetoleranztest]] (oGTT) durchgeführt. Wenn Risikofaktoren vorliegen, sollte der orale Glukosetoleranztest sofort bei Bekanntwerden der Schwangerschaft erfolgen.
* Die Diagnose wird gestellt bei einer Nüchternglukose von über 126 mg/dl im venösen Plasma, einem HbA1C von über 6,5% oder einer Zufallswert von über 200 mg/dl mit Bestätigung.
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* Wenn ein Risikoprofil besteht, sollte der Glukosetoleranztest sofort bei Bekanntwerden Schwangerschaft erfolgen.
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Die Diagnose eines manifesten Schwangerschaftsdiabetes wird gestellt bei einer Nüchternblutglukose von über 125 mg/dl im venösen Plasma bzw. einem 120-Minuten-Wert von > 199  mg/dl oder einem [[HbA1C|HbA<sub>1c</sub>]]-Wert von über 6,5%.
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
*Für die Einstellung des Blutzuckers gibt es Zielwerte: nüchtern 65-95 mg/dl, 1h nach dem Essen <140 mg/dl, 2h postprandial <120 mg/dl
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Zu den Allgemeinmaßnahmen zählen Schulung und Aufklärung über die Krankheit, Ernährungsumstellung, Sport und die [[Blutzuckerselbstmessung]].
*Allgemeinmaßnahmen, in Absprache mit den behandelnden Ärzten: Schulung und Aufklärung über die Krankheit, Ernährungsumstellung, Sport, Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte
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*Medikamentöse Behandlung: Orale Antidiabetika sind bei Schwangeren, sowie in der Stillzeit kontraindiziert, es wird nur mit Insulin behandelt. Die Indikation zur Insulinbehandlung sollte unter Ausschöpfung der konservativen Maßnahmen zügig innerhalb von zwei Wochen gestellt werden. Sie besteht, wenn pro Woche an mindestens zwei Tagen mindestens zwei Werte prä- oder postprandial erhöht sind.  
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Für die Einstellung des Blutzuckers werden folgende Zielwerte angestrebt:  
*Bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes empfiehlt sich ein monatlicher Ultraschall, um eine Makrosomie des Kindes frühzeitig zu entdecken. Des Weiteren soll die Indikation zur Gabe von Kortison zur Lungenreifung und Beta-Mimetika zur [[Tokolyse]] enger gestellt werden.
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* nüchtern: 65-95 mg/dl
*Bei der Mutter ist verstärkt auf Anzeichen für Harnwegs- und Vaginalinfekte und Hypertonus und Präeklampsie zu achten.
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* 1h postprandial: < 140 mg/dl
*Nach der Geburt muss das Neugeborene besonders im Hinblick auf Atemnot und Hypoglykämien überwacht werden
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* 2h postprandial: < 120 mg/dl
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Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit [[Insulin]]. [[Orale Antidiabetika]] sind bei Schwangeren sowie in der [[Stillzeit]] kontraindiziert. Die Indikation zur Insulinbehandlung sollte unter Ausschöpfung der konservativen Maßnahmen zügig innerhalb von zwei Wochen gestellt werden. Sie besteht, wenn pro Woche an mindestens zwei Tagen mindestens zwei Werte prä- oder postprandial erhöht sind.
  
 
==Prophylaxe==
 
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Bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes empfiehlt sich eine monatliche Ultraschallkontrolle, um eine Makrosomie des Kindes frühzeitig zu entdecken. Des Weiteren soll die Indikation zur Gabe von [[Kortison]] zur Lungenreifung und [[Betamimetikum|Betamimetika]] zur [[Tokolyse]] enger gestellt werden. Nach der Geburt muss das Neugeborene besonders im Hinblick auf Atemnot und Hypoglykämien überwacht werden.
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Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft für ein normwertiges Gewicht, und normale Blutwerte, sowie einen normalen Blutdruck sorgen. Dies lässt sich durch ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung positiv beeinflussen.
 
Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft für ein normwertiges Gewicht, und normale Blutwerte, sowie einen normalen Blutdruck sorgen. Dies lässt sich durch ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung positiv beeinflussen.
  
 
==Prognose==
 
==Prognose==
Zumeist kommt es nach der Schwangerschaft zu einer Normalisierung der Stoffwechselsituation.  
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Zumeist kommt es nach der Schwangerschaft zu einer Normalisierung der Stoffwechselsituation. Da das Risiko der Frau, später an einem Diabetes mellitus zu erkranken, erhöht ist, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte.
 
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==Nachsorge==
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Das Risiko der Frau später an einem Diabetes mellitus zu erkranken ist erhöht, weswegen sich eine Kontrolle der Blutzuckerwerte empfiehlt.
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==Quellen==
 
==Quellen==
http://www.icd-code.de
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* Diabetes und Schwangerschaft, 2. Auflage, Springer, 2012, Simone Claudi-Böhm, Bernhard O. Böhm
 
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Diabetes und Schwangerschaft, 2. Auflage, Springer, 2012, Simone Claudi-Böhm, Bernhard O. Böhm
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[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Endokrinologie u. Diabetologie]]
 
[[Fachgebiet:Endokrinologie u. Diabetologie]]

Aktuelle Version vom 8. Oktober 2018, 17:26 Uhr

Synonyme: SS-Diabetes, Gestationsdiabetes, Gestationsdiabetes mellitus (GDM)
Englisch: gestational diabetes

1 Definition

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Glukosestoffwechsels, die erstmals während einer Schwangerschaft diagnostiziert wird. Der Begriff bezieht sich auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose und umfasst verschiedene Diabetesformen.

Vom Schwangerschaftsdiabetes abgegrenzt wird ein Diabetes mellitus während der Schwangerschaft, der vorher schon bestand.

2 ICD-10-Code

Nach ICD-10 wird der Schwangerschaftsdiabetes unter der Ziffer "O24.4" kodiert.

3 Epidemiologie

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine weltweit zunehmende Erkrankung. Er ist relativ häufig und tritt (je nach Definition) in bis zu 20% aller Schwangerschaften auf. Daher ist ein konsequentes Screening aller Schwangeren erforderlich.

4 Risikofaktoren

Ein hohes Risiko für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes haben Schwangere mit Übergewicht, familiärer Diabetesanamnese, gestörter Glukosetoleranz in der Vorgeschichte, Glukosurie, Makrosomie des ersten Kindes und deutlicher Gewichtszunahme in der vorangegangenen Schwangerschaft. Für diese Gruppe ist ein frühestmögliches Glukosescreening angezeigt.

5 Pathogenese

Durch die Hormonveränderung in der Schwangerschaft verändert sich der gesamte Metabolismus. Die Zellen entwickeln unter dem Einfluss verschiedener Hormone (u.a. Östrogen, Progesteron, Humanes Plazentalaktogen, HCG, Prolaktin und Kortisol) sowie proinflammatorischer Signalstoffe (z.B. TNF-alpha) eine Insulinresistenz. Um die Insulinresistenz auszugleichen, muss der Körper die Insulinsekretion erhöhen. Wenn eine latente Störung der Beta-Zellen bestand, wird dies durch die Schwangerschaft aufgedeckt.

6 Symptome

Folgende Auffälligkeiten während der Schwangerschaft können Hinweise auf einen Gestationsdiabetes sein:

7 Risiken

7.1 Mutter

  • Das Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie oder Eklampsie während der Schwangerschaft ist signifikant erhöht.
  • Durch das erhöhte Geburtsgewicht des Kindes ist die Rate an Kaiserschnitten und vaginal-operativen Entbindungen mit Saugglocke oder Zange erhöht.
  • Bei erneuter Schwangerschaft tritt häufiger eine Glukosetoleranzstörung auf.
  • Das Risiko für die spätere Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ II ist gesteigert.

7.2 Kind

8 Diagnostik

Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Screeninguntersuchung, die Teil der Schwangerenvorsorge ist. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird ein Blutzuckertest durchgeführt. Dabei trinkt die Schwangere ein Glas Wasser mit 50 g Glukose. Eine Stunde später wird der Blutzuckerwert gemessen. Ein Wert von 135 mg/dl oder höher gilt als positiver Wert im Screening. Das früher durchgeführte Screening der Urinausscheidung im Urin ist weniger sensitiv und gilt deshalb als überholt.

Bei einem positiven Screening-Ergebnis wird zur Bestätigung ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt. Wenn Risikofaktoren vorliegen, sollte der orale Glukosetoleranztest sofort bei Bekanntwerden der Schwangerschaft erfolgen.

Die Diagnose eines manifesten Schwangerschaftsdiabetes wird gestellt bei einer Nüchternblutglukose von über 125 mg/dl im venösen Plasma bzw. einem 120-Minuten-Wert von > 199 mg/dl oder einem HbA1c-Wert von über 6,5%.

9 Therapie

Zu den Allgemeinmaßnahmen zählen Schulung und Aufklärung über die Krankheit, Ernährungsumstellung, Sport und die Blutzuckerselbstmessung.

Für die Einstellung des Blutzuckers werden folgende Zielwerte angestrebt:

  • nüchtern: 65-95 mg/dl
  • 1h postprandial: < 140 mg/dl
  • 2h postprandial: < 120 mg/dl

Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Insulin. Orale Antidiabetika sind bei Schwangeren sowie in der Stillzeit kontraindiziert. Die Indikation zur Insulinbehandlung sollte unter Ausschöpfung der konservativen Maßnahmen zügig innerhalb von zwei Wochen gestellt werden. Sie besteht, wenn pro Woche an mindestens zwei Tagen mindestens zwei Werte prä- oder postprandial erhöht sind.

10 Prophylaxe

Bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes empfiehlt sich eine monatliche Ultraschallkontrolle, um eine Makrosomie des Kindes frühzeitig zu entdecken. Des Weiteren soll die Indikation zur Gabe von Kortison zur Lungenreifung und Betamimetika zur Tokolyse enger gestellt werden. Nach der Geburt muss das Neugeborene besonders im Hinblick auf Atemnot und Hypoglykämien überwacht werden.

Frauen mit Kinderwunsch sollten bereits vor der Schwangerschaft für ein normwertiges Gewicht, und normale Blutwerte, sowie einen normalen Blutdruck sorgen. Dies lässt sich durch ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung positiv beeinflussen.

11 Prognose

Zumeist kommt es nach der Schwangerschaft zu einer Normalisierung der Stoffwechselsituation. Da das Risiko der Frau, später an einem Diabetes mellitus zu erkranken, erhöht ist, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte.

12 Quellen

  • Diabetes und Schwangerschaft, 2. Auflage, Springer, 2012, Simone Claudi-Böhm, Bernhard O. Böhm

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Oktober 2018 um 17:26 Uhr bearbeitet.

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