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Schultergelenk: Unterschied zwischen den Versionen

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Im '''Schultergelenk''' artikuliert der Kopf des Oberarmknochens ([[Caput humeri]]) mit der Gelenkfläche (Cavitas glenoidalis) des Schulterblatts ([[Scapula]]). Das Schultergelenk ist das beweglichste [[Kugelgelenk]] des [[Körper]]s.
 
Im '''Schultergelenk''' artikuliert der Kopf des Oberarmknochens ([[Caput humeri]]) mit der Gelenkfläche (Cavitas glenoidalis) des Schulterblatts ([[Scapula]]). Das Schultergelenk ist das beweglichste [[Kugelgelenk]] des [[Körper]]s.
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Der kugelförmige Kopf des [[Humerus]] artikuliert mit der längsoval geformten [[Cavitas glenoidalis]]. Die Cavitas glenoidalis ist im Vergleich zum Humeruskopf klein und umschliesst daher den Humeruskopf nicht vollständig wie es beispielsweise im [[Hüftgelenk]] der Fall ist. Eine Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen beiden Gelenkpartnern wird durch das um die Cavitas glenoidalis ausgebildete 3-4 mm breite [[Labrum glenoidale]] (Pfannenlippe) erreicht. Das Labrum glenoidale besteht aus [[Faserknorpel]] und ist an der Cavitas glenoidalis befestigt.
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Der kugelförmige Kopf des [[Humerus]] artikuliert mit der längsoval geformten [[Cavitas glenoidalis]]. Sie ist im Vergleich zum Humeruskopf klein und umschließt daher den Humeruskopf nicht vollständig, wie es z.B. im [[Hüftgelenk]] der Fall ist. Eine Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen beiden Gelenkpartnern wird durch das - um die Cavitas glenoidalis ausgebildete - 3-4 mm breite [[Labrum glenoidale]] (Pfannenlippe) erreicht. Das Labrum glenoidale besteht aus [[Faserknorpel]] und ist an der Cavitas glenoidalis befestigt.
  
 
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Die [[Gelenkkapsel]] des Schultergelenks ist relativ weitläufig und schlaff. Kaudal befindet sich bei entspannter Haltung eine etwa 1 cm lange Reservezone, die als [[Recessus axillaris]] bezeichnet wird.
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Die [[Gelenkkapsel]] des Schultergelenks ist relativ weitläufig und schlaff. [[Kaudal]] befindet sich bei entspannter Haltung eine etwa 1 cm lange Reservezone, die als [[Recessus axillaris]] bezeichnet wird. Wird der Arm zu lange in dieser Stellung fixiert, so schrumpft diese untere Kapselfalte und es kommt zu Bewegungseinschränkungen. Aus diesem Grund wird das Schultergelenk bei längerer Ruhigstellung in [[Abduktion|abduzierter]] und leicht [[Anteversion|antevertierter]] Stellung fixiert.
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Die Ligamente verstärken kranial und [[ventral]] die dünne Gelenkkapsel. Eine traumatische [[Schulterluxation]] erfolgt meist nach vorne unten.
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==Muskelführung==
 
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Die Führung und Absicherung des Schultergelenkes erfolgt durch das manschettenartig umschließende [[Muskel]]n - die sogenannte [[Rotatorenmanschette]]. Sie leistet einen wesentlich höheren Beitrag zur Stabilität als die Bänder.
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Die Führung und Absicherung des Schultergelenkes erfolgt durch manschettenartig umschließende [[Muskel]]n - die sogenannte [[Rotatorenmanschette]]. Sie leistet einen wesentlich höheren Beitrag zur Stabilität als die Bänder. Die Muskelmanschette ist jedoch nicht völlig geschlossen, sondern weist Lücken auf. Eine dieser Lücken ist das dreieckige [[Rotatorenintervall]].
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==Schleimbeutel (Bursae)==
 
==Schleimbeutel (Bursae)==
 
Zahlreiche Schleimbeutel spielen eine wichtige Rolle für die Funktion des Schultergelenks.
 
Zahlreiche Schleimbeutel spielen eine wichtige Rolle für die Funktion des Schultergelenks.
  
Die [[Bursa subtendinea musculi subscapularis]] vermindert unter der Sehne des [[Musculus subscapularis]] liegend die zwischen [[Sehne]] und Scapula auftretende Reibung. Durch eine ovale Öffnung kommuniziert sie mit der Gelenkhöhle. Die [[Bursa subcoracoidea]] ist ein unterhalb des Processus coracoideus gelegener Reserveraum des Gelenkes. Sie kommuniziert ebenfalls mit der Gelenkhöhle.
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Die [[Bursa subtendinea musculi subscapularis]] vermindert unter der Sehne des [[Musculus subscapularis]] liegend die zwischen Sehne und Scapula auftretende Reibung. Durch eine ovale Öffnung kommuniziert sie mit der Gelenkhöhle. Die [[Bursa subcoracoidea]] ist ein unterhalb des Processus coracoideus gelegener Reserveraum des Gelenkes. Sie kommuniziert ebenfalls mit der [[Gelenkhöhle]].
  
 
Die [[Bursa subacromialis]] und die [[Bursa subdeltoidea]] werden auch als [[subakromiales Nebengelenk]] bezeichnet. Diese Bezeichung ist aus anatomischer Sicht jedoch nicht korrekt, da es hier keine knorpelüberzogenen Gelenkflächen gibt und somit nicht die Voraussetzungen eines Gelenks erfüllt sind. Durch die beiden Schleimbeutel ist bei der [[Abduktion]] des Armes die Verschieblichkeit des [[Tuberculum majus humeri|Tuberculum majus]] des Humerus unter das [[Akromion]] gewährleistet.
 
Die [[Bursa subacromialis]] und die [[Bursa subdeltoidea]] werden auch als [[subakromiales Nebengelenk]] bezeichnet. Diese Bezeichung ist aus anatomischer Sicht jedoch nicht korrekt, da es hier keine knorpelüberzogenen Gelenkflächen gibt und somit nicht die Voraussetzungen eines Gelenks erfüllt sind. Durch die beiden Schleimbeutel ist bei der [[Abduktion]] des Armes die Verschieblichkeit des [[Tuberculum majus humeri|Tuberculum majus]] des Humerus unter das [[Akromion]] gewährleistet.
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==Mechanik==
 
==Mechanik==
Durch den Aufbau als Kugelgelenk bedingt ist die Bewegung des Armes in allen 3 Achsen möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit leisten die [[Nebengelenk]]e des Schultergürtels ([[Articulatio acromioclavicularis]], [[Articulatio sternoclavicularis]]). Je nach Erfordernissen werden durch die Beweglichkeit dieser Gelenke die Positionen von [[Clavicula]] und Scapula modifiziert.
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Durch den Aufbau als Kugelgelenk bedingt, ist die Bewegung des Armes in allen drei Achsen möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit leisten die [[Nebengelenk]]e des Schultergürtels ([[Articulatio acromioclavicularis]], [[Articulatio sternoclavicularis]]). Je nach Erfordernissen werden durch die Beweglichkeit dieser Gelenke die Positionen von [[Clavicula]] und Scapula modifiziert.
  
 
Für die Praxis ist davon auszugehen, dass kaum eine Bewegung des Armes auf eine alleinige Bewegung des Schultergelenkes zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der Gelenkgruppe ist daher bei der Bewertung von Bewegungseinschränkungen mit zu berücksichtigen.
 
Für die Praxis ist davon auszugehen, dass kaum eine Bewegung des Armes auf eine alleinige Bewegung des Schultergelenkes zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der Gelenkgruppe ist daher bei der Bewertung von Bewegungseinschränkungen mit zu berücksichtigen.
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* '''Vertikale Achse'''
 
* '''Vertikale Achse'''
** [[Innenrotation]] um 30°
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** [[Innenrotation]] bis 30° mit körperanliegendem Oberarm
** [[Außenrotation]] um 60°
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** [[Außenrotation]] bis 60° mit körperanliegendem Oberarm
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==Klinik==
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Wichtige [[Erkrankung]]en bzw. [[Verletzung]]en des Schultergelenks sind:
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* [[Schulterluxation]]
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* [[Schultergelenksarthrose]]
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* [[Frozen shoulder]]
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* [[SLAP-Läsion]]
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Zur Untersuchung des Schultergelenks stehen eine Reihe [[klinischer Test]]s zur Verfügung, u.a.:
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* [[Global]]e Tests: z.B. [[Nackengriff]], [[Schürzengriff]]
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* [[Spezifisch]]e Tests: z.B. [[Infraspinatus-Test]], [[Jobe-Test]], [[Belly-press-Test]]
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Zur weiterführenden apparativen Diagnostik zählen u.a. die [[Bildgebung]] ([[Röntgen]], [[MRT]]) und die [[Schultergelenksarthroskopie]].
  
''siehe auch: [[Schultergelenkluxation]], [[Impingement]], [[Bankart-Läsion]], [[Hillman-Sachs-Läsion]]''
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''siehe auch: [[Schultergelenkluxation]], [[Impingement]], [[Bankart-Läsion]], [[Hill-Sachs-Läsion]]''
 
[[Fachgebiet:Obere Extremität]]
 
[[Fachgebiet:Obere Extremität]]
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[[Fachgebiet:Orthopädie]]
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[[Tag:3D-Modell]]
 
[[Tag:Gelenk]]
 
[[Tag:Gelenk]]
 
[[Tag:Schulter]]
 
[[Tag:Schulter]]

Aktuelle Version vom 7. Mai 2020, 16:19 Uhr

Synonyme: Glenohumeralgelenk, Articulatio humeri, Articulatio humeroscapularis, Articulatio glenohumeralis
Englisch: glenohumeral joint, shoulder joint

1 Definition

Im Schultergelenk artikuliert der Kopf des Oberarmknochens (Caput humeri) mit der Gelenkfläche (Cavitas glenoidalis) des Schulterblatts (Scapula). Das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des Körpers.

Klicken und ziehen, um das 3D-Modell auf der Seite zu verschieben.

2 Aufbau

Der kugelförmige Kopf des Humerus artikuliert mit der längsoval geformten Cavitas glenoidalis. Sie ist im Vergleich zum Humeruskopf klein und umschließt daher den Humeruskopf nicht vollständig, wie es z.B. im Hüftgelenk der Fall ist. Eine Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen beiden Gelenkpartnern wird durch das - um die Cavitas glenoidalis ausgebildete - 3-4 mm breite Labrum glenoidale (Pfannenlippe) erreicht. Das Labrum glenoidale besteht aus Faserknorpel und ist an der Cavitas glenoidalis befestigt.

Die Gelenkkapsel des Schultergelenks ist relativ weitläufig und schlaff. Kaudal befindet sich bei entspannter Haltung eine etwa 1 cm lange Reservezone, die als Recessus axillaris bezeichnet wird. Wird der Arm zu lange in dieser Stellung fixiert, so schrumpft diese untere Kapselfalte und es kommt zu Bewegungseinschränkungen. Aus diesem Grund wird das Schultergelenk bei längerer Ruhigstellung in abduzierter und leicht antevertierter Stellung fixiert.

Die Kapsel reicht kranial bis zum Processus coracoideus und schließt die Sehne des Caput longum des Musculus biceps brachii mit ein. Die Tubercula des Humerus befinden sich hingegen außerhalb der Kapsel.

3 Bandapparat

Das Schultergelenk hat in Relation zur Beanspruchung gesehen einen sehr schwach ausgebildeten Bandapparat. Eine Führung durch Bänder ist daher nicht gegeben. Die Bänder des Schultergelenks sind:

Die Ligamente verstärken kranial und ventral die dünne Gelenkkapsel. Eine traumatische Schulterluxation erfolgt meist nach vorne unten.

Klicken und ziehen, um das 3D-Modell auf der Seite zu verschieben.

4 Muskelführung

Die Führung und Absicherung des Schultergelenkes erfolgt durch manschettenartig umschließende Muskeln - die sogenannte Rotatorenmanschette. Sie leistet einen wesentlich höheren Beitrag zur Stabilität als die Bänder. Die Muskelmanschette ist jedoch nicht völlig geschlossen, sondern weist Lücken auf. Eine dieser Lücken ist das dreieckige Rotatorenintervall.

siehe auch: Schultergelenksmuskulatur, Rotatorenmanschette

Klicken und ziehen, um das 3D-Modell auf der Seite zu verschieben.

5 Schleimbeutel (Bursae)

Zahlreiche Schleimbeutel spielen eine wichtige Rolle für die Funktion des Schultergelenks.

Die Bursa subtendinea musculi subscapularis vermindert unter der Sehne des Musculus subscapularis liegend die zwischen Sehne und Scapula auftretende Reibung. Durch eine ovale Öffnung kommuniziert sie mit der Gelenkhöhle. Die Bursa subcoracoidea ist ein unterhalb des Processus coracoideus gelegener Reserveraum des Gelenkes. Sie kommuniziert ebenfalls mit der Gelenkhöhle.

Die Bursa subacromialis und die Bursa subdeltoidea werden auch als subakromiales Nebengelenk bezeichnet. Diese Bezeichung ist aus anatomischer Sicht jedoch nicht korrekt, da es hier keine knorpelüberzogenen Gelenkflächen gibt und somit nicht die Voraussetzungen eines Gelenks erfüllt sind. Durch die beiden Schleimbeutel ist bei der Abduktion des Armes die Verschieblichkeit des Tuberculum majus des Humerus unter das Akromion gewährleistet.

6 Mechanik

Durch den Aufbau als Kugelgelenk bedingt, ist die Bewegung des Armes in allen drei Achsen möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit leisten die Nebengelenke des Schultergürtels (Articulatio acromioclavicularis, Articulatio sternoclavicularis). Je nach Erfordernissen werden durch die Beweglichkeit dieser Gelenke die Positionen von Clavicula und Scapula modifiziert.

Für die Praxis ist davon auszugehen, dass kaum eine Bewegung des Armes auf eine alleinige Bewegung des Schultergelenkes zurückzuführen ist. Das Zusammenspiel der Gelenkgruppe ist daher bei der Bewertung von Bewegungseinschränkungen mit zu berücksichtigen.

Die Bewegungsumfänge in den verschiedenen Achsen sind folgend von der Neutral-Null-Stellung ausgehend angegeben:

  • Transversal
    • Anteversion bis 90° im Schultergelenk, eine Elevation darüber (bis maximal 170°) unter Mitwirkung der Gelenke des Schultergürtels, eine vollständige Elevation (180°) ist durch Streckung der Wirbelsäule möglich
    • Retroversion bis maximal 50°
  • Sagittal
    • Abduktion bis 90° im Schultergelenk, mit Beteiligung des Schultergürtels und der Wirbelsäule bis 180°
    • Adduktion bis 45°

7 Klinik

Wichtige Erkrankungen bzw. Verletzungen des Schultergelenks sind:

Zur Untersuchung des Schultergelenks stehen eine Reihe klinischer Tests zur Verfügung, u.a.:

Zur weiterführenden apparativen Diagnostik zählen u.a. die Bildgebung (Röntgen, MRT) und die Schultergelenksarthroskopie.

siehe auch: Schultergelenkluxation, Impingement, Bankart-Läsion, Hill-Sachs-Läsion

Diese Seite wurde zuletzt am 21. September 2018 um 17:57 Uhr bearbeitet.

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