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Schmerzanamnese

Version vom 29. Januar 2021, 18:25 Uhr von Julian Thomas (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Schmerzgeschichte Englisch: Pain history

1 Definition

Die Schmerzanamnese beschreibt die Erhebung der Patientenvorgeschichte in Bezug auf einen wahrgenommene Schmerzenzustand. Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, subjektiv wahrgenommene Schmerzen zu objektivieren. Hierfür stehen eine Reihe von Hilfsmitteln, vorrangig in Form von Skalen zur Verfügung.

2 Anamnese

2.1 Skalen

2.1.1 Visuelle Analogskala (VAS)

Angabe von "keine Schmerzen" (VAS=0) bis "unerträgliche Schmerzen" (VAS=100) 1

2.1.2 Verbale Ratingskala (VRS)

Worte (kein, mäßig, mittelstarker, stark, stärkster vorstellbarer Schmerz) 2

2.1.3 Numerische Ratingskala (NRS)

Zahlenwerte (0= kein Schmerz, 10= maximal vorstellbarer Schmerz) 3

2.1.4 Smiley-Skala

Diese visuelle Skala findet ihre Anwendung am häufigsten im Bereich der Pädiatrie sowie bei kognitiv beeinträchtigen Personen. Hierbei entscheidet die befragte Person, welches der Gesichter am besten zu ihrer aktuellen Schmerzsituation passt (Glücklicher smiley bis weinender Smiley).

2.2 OPQRST- Anamnese

Ein bekanntes Schema der Schmerzanamnese findet ihren Ursprung in der Notfallmedizin. Die Buchstaben OPQRST sind ein Akronym für folgende Fragestellungen:

  • Onset?
  • Provocation / Palliation?
  • Quality?
  • Radiation?
  • Severity?
  • Time?

Weitere Informationen zu diesem Untersuchungsschema finden sich hier: OPQRST-Schema

2.3 Schmerztagebuch

Bei chronischem Schmerzverlauf kann es sinnvoll sein ein sogenanntes Schmerztagebuch zu führen. Hierbei hat der Patient die Möglichkeit seine empfundenen Schmerzen über den gesamten Tagesverlauf mit Anmerkungen der Tätigkeiten etc. zu führen. Dieses Tagebuch kann Rückschlüsse auf die ggf. schmerzauslösenden oder schmerzfördernden Lebensgewohnheiten des Patienten geben und wird vom Arzt nach Ablauf einer Zeit ausgewertet und interpretiert.

3 Interpretation

Die subjektive Schmerzempfindung eines Patienten korrekt zu objektivieren und zu interpretieren kann sehr schwer fallen, da das individuelle Schmerzempfinden sehr unterschiedlich ist. Grundsätzlich sollte nach Beseitigung möglicher auslösender Ursachen eine angepasste Schmerztherapie erfolgen. Diese sollte für jeden Patienten individuell bis zur jeweiligen Schmerzfreiheit oder Schmerzarmut optimiert. Dies kann entsprechend der unterschiedlichen Schmerzempfindungen mitunter erhebliche Unterschiede in der Dosierung etwaiger Analgetika zur Folge haben.

4 Quellen

  • Duale Reihe Anästhesie, 4. Auflage, Georg Thieme Verlag, S. 597-600 1,2,3

Tags:

Fachgebiete: Anästhesiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Januar 2021 um 11:43 Uhr bearbeitet.

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