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Schildzecke

Version vom 3. November 2016, 13:40 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Lateinisch: Ixodidae

1 Definition

Schildzecken sind eine Familie von Freilandzecken. Sie gehören zu den Milben und haben als Parasiten sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin eine große Bedeutung.

2 Morphologie

  • Scutum, ein dorsales Schild
  • lederartig dehnbare Haut
  • Mundwerkzeuge von dorsal sichtbar
  • Größe vor Blutmahlzeit unter 50 mm, nach Blutmahlzeit um 100 mm
  • Typische Strukturen: Hypostom, Hallersches Organ
Zecke
Vollgesogene Zecke
Spinnentiere mit Biss
Vollgesogene Zecke von unten

3 Hautpvertreter

Wichtige Vertreter der Schldzecken sind: Ixodes (I) mit über 200 Arten, Dermacentor (D) und Rhipicephalus (R).

4 Lebenweise

Zecken findet man in Mitteleuropa vorallem im Freiland gelegentlich auch als Indoor-Zecke, wie bei Rhipicephalus. Normalerweise saugt jedes Entwicklungsstadium der Zecken nur einmal über einen längeren Zeitraum Blut. Die Eiablage erfolgt einmalig, es gibt nur ein Nymphenstadium.

5 Wirt

Schildzecken besitzen ein sehr breites Wirtspektrum. Evolutionär betrachtet gibt es zwei Gruppen, unselektive und selektive Zecken in dieser Gruppe.

6 Vorkommen

I, D kommen in der Regel in Mitteleuropa vor und bevorzugen es feucht-schattig im Unterholz, an Waldrändern oder an Lichtungen. D sitzt vor allem am Tier, an Schaf und Ziege, zeitweise aber auch am Hund. Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern sitzen in Lauerstellung mit dem ersten Beinpaar ausgestreckt auf den Gräsern. R befällt vor allem in den Subtropen Hunde und stellt die häufigste Hundezecke weltweit dar.

7 Entwicklung

Die Entwicklung läuft vom Ei zur Nymphe über die Larve zur adulten Zecke. Die Larven zeigen nur 3 Beinpaare, die adulten Zecken 4. Das Weibchen gibt massenhaft Eier ab, sogar beim Zerquetschen. Ein Zyklus dauert ungefähr 1-2 Jahre, bei R nur 10 Wochen. Die Aktivitätsmaxima sind im Frühling bis Spätsommer.

8 Klinik

Schildzecken besitzen ein große Bedeutung als Krankheitsübertrager (Vektor). Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick:

Erreger Übertragene Erkrankungen
Ixodes ricinus
(Holzbock)
Borreliose
Babesiose (Piroplasmose)
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Dermacentor marginatus
(Schafzecke)
Q-Fieber
Tularämie
Hundebabesiose
Rocky-Mountains-Fleckfieber
Rinderanaplasmose
Amblyomma americanum
(Lone Star Tick)
Rocky-Mountains-Fleckfieber
Hundebabesiose
Lyme-Borreliose

9 Diagnose

Makroskopisch sind die Stadien gut im Fell oder auf der Haut zu erkennen.

10 Bekämpfung

In der Regel erfolgt die mechanische Entfernung mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Pinzette am Hypostom. Akarizide, Halsbänder mit Pyrethroiden oder Amitraz bieten bei Haustieren präventiv einen guten Schutz gegen Zecken. Eine andere Option ist die Expositionsvermeidung, d.h. die Habitate werden umgangen. Bei R finden wir auch oft die Entwesung vor.

Generell sollte man Zecken nicht versuchen mit Öl oder ähnlichem zu entfernen, dies kann zu einer vermehrten Abgabe an Speichel und damit zu einer größeren Wahrscheinlichkeit der Erregerübertragung führen. Bei Wildtieruntersuchungen sollte man daraufachten, dass zum Beispiel beim Igel eine große Ähnlickeit zu den Zitzen besteht. Zecken immer vorsichtig und ohne Stress entfernen.

siehe auch: Zeckenentfernung

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2019 um 11:32 Uhr bearbeitet.

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