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Schildzecke

Version vom 20. Juli 2012, 12:00 Uhr von Georg Graf von Westphalen (Diskussion | Beiträge)

Lateinisch: Ixodidae

1 Definition

Schildzecken ist die Freilandzeckenfamilie schlechthin. Sie gehören zu den Milben und zählen zu den bedeutesten Familien in der Parasitologie von Human- und Veterinärmedizin. Rein morphologisch kennzeichnen diese sich durch folgende Eigenschaften:

  • Scutum, ein dorsales Schild
  • Mundwerkzeuge von dorsal sichtbar
  • typische Freilandzecke
  • Jedes Entwicklungsstadium suagt einmal über einen längeren Zeitraum Blut
  • ein einziges Nymphenstadium
  • Einmalige Eiablage

2 Hautpvertreter

Die Hauptgattungen dieser Familie sind: Ixodes (I), Dermacentor (D) und Rhipicephalus (R).

3 Lebensraum

Sie sind temporär-permanent an der Haut, was man auch als Poolfeeder bezeichnet. Man findet diese in Mitteleuropa vorallem im Freiland oder auch als Indoor-Zecke, wie bei Rhipicephalus.

4 Wirt

Sie besitzen ein sehr breites Wirtspektrum. Evolutionär betrachtet gibt es zwei Gruppen, unseletive und selektive Zecken in dieser Gruppe.

5 Vorkommen

I, D kommen in der Regel in Mitteleuropa vor und bevorzugen es feucht-schattig im Unterholz, an Waldrändern oder an Lichtungen. D sitzt vor allem am Tier, an Schaf und Ziege, zeitweise aber auch am Hund. R befällt vor allem in den Subtropen Hunde und stellt die häufigste Hundezecke weltweit dar.

6 Morphologie

  • Scutum, Schild
  • Größe ungesogen unter 50 mm, gesogen um 100 mm
  • Typische Strukturen: Hypostom, Hallersches Organ, Rückenschild
Zecke
Vollgesogene Zecke
Spinnentiere mit Biss
Vollgesogene Zecke von unten

7 Entwicklung

Die Entwicklung findet dreiwirtig statt, vom Ei zur Nymphe, über Larve zum Adulten. Die Larven zeigen nur 3 Beinpaare, die Adulten 4. Das Weibchen gibt massenhaft Eier ab, sogar beim Zerquetschen. Ein Zyklus dauert ungefähr 1-2 Jahre, bei R nur 10 Wochen. Die Aktivitätsmaxima sind im Frühling bis Spätsommer. Zecken fallen generell nicht von Bäumen, sondern sitzen in Lauerstellung mit dem ersten Beinpaar ausgestreckt auf den Gräsern.

8 Pathogenese

Man findet nach einem Zeckenbiss eine lokale Hautschwellung vor. Generell ist eine Zecke nur eine Belästigung durch den Blutentzug, kann aber auch als Vektor Krankheiten übertragen:

siehe auch: Zeckenstich

9 Klinik in der Veterinärmedizin

Bei extremen Befall kann es zu enormen Folgeerkrankungen durch übertragene Erreger kommen, wie Babesiose oder auch Borreliose.

10 Diagnose

Makroskopisch sind die Stadien gut im Fell oder an der Haut zu erkennen.

11 Bekämpfung

In der Regel erfolgt die mechanische Entfernung mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Pinzette am Hypostom. Akarizide, Halsbänder mit Pyrethroiden oder Amitraz bieten präventiv einen guten Schutz gegen Zecken. Eine andere Option ist die Expositionsvermeidung, d.h die Habitate werden umgangen. Bei R finden wir auch oft die Entwesung vor.

Generell sollte man Zecken nicht versuchen mit Öl oder ähnlichem zu entfernen, dies kann zu einer vermehrten Abgabe an Speichel und damit zu einer größeren Wahrscheinlichkeit der Erregerübertragung führen. Bei Wildtieruntersuchungen sollte man daraufachten, dass zum Beispiel beim Igel eine große Ähnlickeit zu den Zitzen besteht. Zecken immer vorsichtig und ohne Stress entfernen.

siehe auch: Zeckenentfernung

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Mai 2019 um 11:32 Uhr bearbeitet.

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