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Schienbeinkantensyndrom

Version vom 17. Juni 2015, 12:11 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Shin-Splint-Syndrom, mediales Tibiakantensyndrom
Englisch: shin splits, medial tibial stress syndrome (MTSS)

1 Definition

Als Schienbeinkantensyndrom oder Shin-Splint-Syndrom bezeichnet man eine Schmerzsymptomatik an der Tibiavorderkante, die vor allem nach sportlicher Aktivität (z.B. Joggen) auftritt. Dabei ist umstritten, ob es sich nur um eine funktionelle Störung oder ein eingenständiges Kranheitsbild handelt.

2 Epidemiologie

Das Schienbeinkantensyndrom betrifft vor allem Läufer, Tänzer und Soldaten. Unter Läufern soll es einen Anteil von ungefähr 13% bis 17% an allen laufbedingten Verletzungen haben.

3 Pathogenese

Die Pathogenese des Schienbeinkantensyndrom ist nicht vollständig geklärt. Auslösend scheint eine verstärkte Pronation im Sprunggelenk zu sein. Der Schmerz selbst wird wahrscheinlich von einer Überlastung der Sharpey-Fasern ausgelöst, welche die mediale Soleus-Faszie über das Periost mit der Tibia verbinden.[1]

Nach anderer Ansicht könnte sich um eine milde Verlaufsform eines funktionellen Kompartmentsyndroms handeln. Der Spitzen- und Mitteldruck in der Tibialoge nimmt unter Laufbelastung zu. Der kritische Logendruck für die Gewebedurchblutung liegt bei etwa 30 mmHg. Kapilläre Minderdurchblutung aufgrund eines angestiegenen Logendrucks verursacht ein interstitielles Ödem, das die Rückresorption des Bluts aus den Kapillaren behindert. Es entsteht eine begleitende Ischämie, die den Schmerz auslöst.

4 Symptome

Typisch sind während und nach der Belastung auftretende, dumpfe Schmerzen an den unteren 2/3 der inneren Schienbeinkante.

5 Diagnostik

Bei der Anamnese wird nach dem Laufpensum, früherem Auftreten der Beschwerden und thromboembolischen Vorerkrankungen gefragt. Basis der Diagnostik ist die körperliche Untersuchung mit Inspektion und Palpation der Schienbeinkante sowie der Pulse. Eine funktionelle Prüfung mit wiederholtem Zehenstand kann den anamnestischen Verdacht weiter eingrenzen.

Die Bildgebung (Dopplersonografie) dient zum Ausschluss von vaskulären Differentialdiagnosen.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Die Therapie ist häufig unbefriedigend. Mit nachlassender Belastung klingen die Beschwerden im Allgemeinen schnell ab. Die Symptomatik kann durch lokale Kühlung günstig beeinflusst werden. Ggf. können Laufschuhe mit Einlagen oder Orthesen die Symptomatik lindern.

8 Quellen

  1. Craig DI: Medial Tibial Stress Syndrome: Evidence-Based Prevention. Journal of Athletic Training 43(3), 316–318 (2008)

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juni 2015 um 11:31 Uhr bearbeitet.

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