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Schienbeinkantensyndrom

Version vom 17. Juni 2015, 11:47 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Shin-Splint-Syndrom, mediales Tibiakantensyndrom
Englisch: shin splits, medial tibial stress syndrome (MTSS),

1 Definition

Als Schienbeinkantensyndrom oder Shin-Splint-Syndrom bezeichnet man eine Schmerzsymptomatik an der Tibiavorderkante, die vor allem nach sportlicher Aktivität (z.B. Joggen) auftritt. Dabei ist umstritten, ob es sich nur um eine funktionelle Störung oder ein eingenständiges Kranheitsbild handelt.

2 Pathogenese

Die Pathogenese des Schienbeinkantensyndrom ist nicht vollständig geklärt. Es könnte sich um eine milde Verlaufsform eines funktionellen Kompartmentsyndroms handeln. Der Spitzen- und Mitteldruck in der Tibialoge nimmt unter Laufbelastung zu. Der kritische Logendruck für die Gewebedurchblutung liegt bei etwa 30 mmHg. Kapilläre Minderdurchblutung aufgrund eines angestiegenen Logendrucks verursacht ein interstitielles Ödem, das die Rückresorption des Bluts aus den Kapillaren behindert. Es entsteht eine begleitende Ischämie, die den Schmerz auslöst.

3 Symptome

Belastungsüberdauernde Schmerzen der Tibialoge, die beim Hochlagern des Unterschenkels zunehmen, weisen auf das Shin-Splint-Syndrom hin.

4 Diagnostik

Gefragt wird nachLaufpensum, früherem Auftreten, thromboembolischen Vorerkrankungen, Krampfadern. Inspektion, Palaption der Pulse, funktionelle Prüfung mit wiederholtem Zehenstand grenzen den anamnestischen Verdacht ein. Zum Ausschluß von Differentialdiagnosen soll eine dopplersonografische Untersuhung erfolgen.

5 Differentialdiagnose

  • Venöse Abflussstörung
  • Arterielle Durchblutungsstörungen der unteren [[Extremität]|]

6 Therapie

Mit nachlassender Belastung klingen die Beschwerden ab. Die Symptomatik kann durch lokale Kühlung günstig beeinflusst werden. In den ersten 48 Stunden sind Massagen, Wärme und Heparinsalben kontraindiziert, danach können elektrotherapeutische, resorptionsfördernde und detonisierende Maßnahmen angewendet werden"[1]

7 Quellen

  1. Pietsch, E.: Sportverletzungen. Ärztliche Praxis. Ohne bibliographische Angaben (2008)

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juni 2015 um 11:47 Uhr bearbeitet.

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