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Schienbeinkantensyndrom

Version vom 18. Juni 2015, 16:16 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Shin-Splint-Syndrom, mediales Tibiakantensyndrom
Englisch: shin splits, medial tibial stress syndrome (MTSS)

1 Definition

Als Schienbeinkantensyndrom bezeichnet man eine Schmerzsymptomatik an der Tibiavorderkante, die vor allem nach sportlicher Aktivität (z.B. Joggen) auftritt. Dabei ist umstritten, ob es sich nur um eine funktionelle Störung oder ein eigenständiges Kranheitsbild handelt. Der Begriff wird zudem in der Literatur uneinheitlich verwendet.

2 Epidemiologie

Das Schienbeinkantensyndrom betrifft vor allem Läufer, Tänzer und Soldaten. Unter Läufern soll es einen Anteil von ungefähr 13% bis 17% an allen laufbedingten Verletzungen haben.

3 Formen

Aufgrund der Schmerzlokalisation lassen sich 2 Formen des Schienbeinkantensyndroms unterscheiden:

  • Mediales Schienbeinkantensyndrom: Auch als Shin-Splint-Syndrom bezeichnet. Der Schmerz ist an den unteren 2/3 der inneren Schienbeinkante lokalisiert. Ursache ist eine Insertionstendopathie.
  • Laterales Schienbeinkantensyndrom: Der Schmerz ist an den oberen 2/3 der äußeren Schienbeinkante lokalisiert. Ursache ist eine Druckzunahme im Kompartments des Musculus tibialis anterior.

4 Pathogenese

Die Pathogenese des Schienbeinkantensyndroms ist nicht vollständig geklärt. Auslösend scheint eine verstärkte Pronation im Sprunggelenk zu sein. Der Schmerz selbst wird wahrscheinlich von einer Überlastung der Sharpey-Fasern ausgelöst, welche die mediale Soleus-Faszie und den Musculus tibialis posterior über das Periost mit der Tibia verbinden.[1]

5 Symptome

Typisch sind während und nach der Belastung auftretende, dumpfe Schmerzen an den unteren 2/3 der inneren Schienbeinkante.

6 Diagnostik

Bei der Anamnese wird nach dem Laufpensum, früherem Auftreten der Beschwerden und thromboembolischen Vorerkrankungen gefragt. Basis der Diagnostik ist die körperliche Untersuchung mit Inspektion und Palpation der Schienbeinkante sowie der Pulse. Eine funktionelle Prüfung mit wiederholtem Zehenstand kann den anamnestischen Verdacht weiter eingrenzen.

Die Bildgebung (Dopplersonografie) dient zum Ausschluss von vaskulären Differentialdiagnosen.

7 Differentialdiagnosen

8 Therapie

Die Therapie ist häufig unbefriedigend. Mit nachlassender Belastung klingen die Beschwerden im Allgemeinen schnell ab. Die Symptomatik kann durch lokale Kühlung günstig beeinflusst werden. Ggf. können Laufschuhe mit Einlagen oder Orthesen die Symptomatik lindern.

9 Quellen

  1. Craig DI: Medial Tibial Stress Syndrome: Evidence-Based Prevention. Journal of Athletic Training 43(3), 316–318 (2008)

Diese Seite wurde zuletzt am 18. September 2021 um 07:03 Uhr bearbeitet.

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