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Salinomycin

Version vom 7. Oktober 2009, 15:17 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Englisch: salinomycin

1 Definition

Salinomycin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Ionophor-Antibiotika, der im veterinärmedizinischen Bereich als Kokzidiostatikum eingesetzt wird und im tierexperimentellen Modell eine Wirkung auf Krebsstammzellen zeigt.

Für eine Anwendung am Menschen ist Salinomycin zur Zeit (2009) nicht zugelassen.

2 Chemie

Salinomycin gehört zur Wirkstoffgruppe der Polyetherantibiotika. Es enthält ein trizyklisches Spiroketalringsystem. Die Summenformel lautet C42H69NaO11.

3 Pharmakokinetik

Salinomycin ist lipophil. Es diffundiert leicht durch Zellmembranen, so dass die Verteilung im Gewebe grösser ist als im Blutserum. Die höchsten Gewebekonzentrationen findet man in Leber, Nieren, Muskeln und Fettgewebe, sowie im Herz und in der Haut.

4 Wirkmechanismus

Salinomycin führt - im Austausch gegen Protonen - zu einem Einstrom von Kationen (Natrium, Kalium) in die Zelle. Die Störung des physiologischen Ionengradienten führt zu einer pH-Wert-Verschiebung und zu einem Wassereintritt in die Zelle. Die damit verbundene Druckerhöhung mündet in den Zelltod.

Der Wirkmechanismus, der Krebsstammzellen supprimiert, ist zur Zeit (2009) noch nicht aufgeklärt.

5 Nebenwirkungen

Salinomycin besitzt eine geringe therapeutische Breite. Bei akzidentellen Vergiftungen traten beim Menschen unter anderem Nausea, Photophobie, neurologische Störungen und Rhabdomyolyse auf.

Fachgebiete: Arzneimittel

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Oktober 2009 um 15:17 Uhr bearbeitet.

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