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Als [[S-1]] bezeichnet man ein orales [[Fluoropyrimidin]], welches aus dem [[Prodrug]] des [[5-FU]]  ([[Tegafur]]) und zwei [[Enzym]]inhibitoren z.B. CDHP (5-chloro-2,4-dihydroxypyridine) und OXO ([[Kaliumoxonat]]) besteht.
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Die Substanz wird derzeit in Phase II und Phase III Studien für verschiedene [[Tumor]]entitäten untersucht, z.B. [[Magenkarzinom|Magen-]], [[Kolorektales Karzinom|Colorectal-]], [[Mammakarzinom|Mamma-]] und [[Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom]] sowie [[Pankreaskarzinom]].
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* 5-chloro-2,4-dihydroxypyridin (CDHP): agiert [[kompetitiv]] mit der [[Dihydropyrimidin-Dehydrogenase]]
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* Oxonsäure (Kaliumoxonat): reduziert die [[gastrointestinal]]e [[Toxizität]] von Tegafur
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Die Substanzen liegen in einem [[Mol]]verhältnis von 1 (FT): 0,4 (CDHP): 1 (OXO).
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==Studien==
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Diverse Phase-II- und Phase-III-Studien (z.B. SPIRITS) untersuchen die Wirksamkeit von S-1 als [[Monotherapie]] bzw. in Kombination mit anderen Wirkstoffen (z.B. [[Cisplatin]].
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==Klinik==
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Der Einzelwirkstoff S-1 zeigt eine ausgeprägte Aktivität gegen diverse solide [[maligne]] Tumoren:
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* [[Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom]] (NSCLC)
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* [[Magenkarzinom]]
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* [[Kolorektales Karzinom]]
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* [[Mammakarzinom]]
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* [[Gebärmutterhalskrebs]]
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* [[Pankreaskarzinom]]  
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==Komplikationen==
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Haupttoxizität von S-1 stellt die [[Asthenie]] dar, die bei mehr als 25% der Behandelten auftritt.
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Bei Kaukasiern treten zudem häufig schwere [[Diarrhöe]]n auf, die eine [[Dosisreduktion]] erfordern.
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==Literatur==
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* D. Arnold et al.: Fortschritte in der systemischen Therapie des metastasierten Magenkarzinoms (2005) [https://link.springer.com/article/10.1007/s00761-005-0910-9]
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* Muhammad Wasif Saif et al.: S-1: a promising new oral fluoropyrimidine derivative [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19243284/]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]

Version vom 14. Dezember 2020, 17:28 Uhr

Synonym: S1, TS-1

1 Definition

S-1 ist ein orales Fluoropyrimidinderivat, das aus den drei Komponenten Tegafur, 5-chloro-2,4-dihydroxypyridin (CDHP) und Oxonsäure besteht. Es könnte zukünftig eine Rolle in der oralen Behandlung verschiedener solider Tumoren spielen.

2 Hintergrund

Eine orale Verabreichung von 5-FU selbst ist aufgrund der hohen Aktivität der Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) in der Darmwand nicht möglich. Diese bedingt einen schnellen Metabolismus des Arzneimittels und würde eine verminderte und unregelmäßige Absorption von 5-FU und somit eine nicht-lineare Pharmakokinetik verursachen. Um dieses Problem zu umgehen, wird das orale Fluorpyrimidin in Form eines 5-FU-Prodrug gegeben. Die so ermöglichte orale Gabe erlaubt eine bequeme Verabreichung von S-1. Dadurch können Komplikationen des zentralvenösen Zugangs wie Infektionen, Thrombosen und Blutungen verhindert werden.

S-1 verbessert die Antitumoraktivität von 5-Fluorouracil (5-FU) darüber hinaus mit der Absicht seine Toxizität zu verringern. Das Prodrug wird daher in Kombination mit zwei biochemischen 5-FU-Modulator]en verabreicht:

Die 3 Komponenten von S-1 sind:

Die Substanzen liegen in einem Molverhältnis von 1 (FT): 0,4 (CDHP): 1 (OXO).

3 Studien

Diverse Phase-II- und Phase-III-Studien (z.B. SPIRITS) untersuchen die Wirksamkeit von S-1 als Monotherapie bzw. in Kombination mit anderen Wirkstoffen (z.B. Cisplatin.

4 Klinik

Der Einzelwirkstoff S-1 zeigt eine ausgeprägte Aktivität gegen diverse solide maligne Tumoren:

5 Komplikationen

Haupttoxizität von S-1 stellt die Asthenie dar, die bei mehr als 25% der Behandelten auftritt. Bei Kaukasiern treten zudem häufig schwere Diarrhöen auf, die eine Dosisreduktion erfordern.

6 Literatur

  • D. Arnold et al.: Fortschritte in der systemischen Therapie des metastasierten Magenkarzinoms (2005) [1]
  • Muhammad Wasif Saif et al.: S-1: a promising new oral fluoropyrimidine derivative [2]

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Dezember 2020 um 17:32 Uhr bearbeitet.

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