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Riboflavinmangel: Unterschied zwischen den Versionen

(Mangelerscheinungen)
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''Synonym: Vitamin-B2-Mangel''
 
  
==Definition==
 
Ein '''Riboflavinmangel''' liegt vor, wenn der physiologische Bedarf des menschlichen [[Organismus]] an [[Vitamin B2]] nicht gedeckt ist. Dementsprechend handelt es sich um eine [[Hypovitaminose]].
 
 
==Hintergrund==
 
Ein isolierter Riboflavinmangel liegt selten vor, in den meisten Fällen besteht ein allgemeines Nährstoffdefizit. Während einer Schwangerschaft wird generell die Einnahme von Vitaminpräparaten empfohlen, insbesondere eine ausreichende Deckung von [[Folsäure]]. [[Intoxikation]]en bei einer Überdosierung wurden bislang nicht beobachtet. Ein Überschuss wird [[renal]] ausgeschieden.
 
 
==Referenzbereich==
 
Die tägliche Zufuhr von Ribiflavin sollte bei Männern ca. 1,7 mg betragen, bei Frauen 1,5 mg. Eine Ausnahme stellt die [[Schwangerschaft]] dar, hier sollte die Aufnahme auf 1,8 mg gesteigert werden.
 
In der [[Stillzeit]] beträgt die empfohlene Tagesmenge 2,3 mg.
 
 
==Zufuhr==
 
Die Aufnahme erfolgt in erster Linie durch tierische Produkte. Insbesondere [[Innereien]] wie Leber und Niere, Fisch wie Seelachs, Steinbutt oder Makrele, aber auch [[Milch]]erzeugnisse und einige Käsesorten (z.B. Camembert, Bergkäse) sind Riboflavinquellen. Für [[Vegetarier]] eignen sich in erster Linie grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder auch Avocado sowie Cerealien als Hauptquelle. Da Vitamin B2 von Licht schnell zersetzt wird, sollte Milch in hellen Glasflaschen dunkel gelagert werden.
 
 
==Referenzwert==
 
Die Riboflavinkonzentration kann im [[Blut]] ([[EDTA-Blut]]) gemessen werden, der Referenzwert im Serum liegt bei 70 bis 100 µg/l, im Vollblut zwischen 130 und 280 µg/l. Zusätzlich kann die in-vitro-Stimulation der [[Glutathionreduktase]] in den Erythrozyten ([[α-EGR]]) bestimmt werden. Alle Werte sind [[Methodenabhängigkeit|methodenabhängig]], so dass der von jeweiligen Labor angegebene Wert ausschlaggebend ist.
 
 
Da Riboflavin renal ausgeschieden wird und wasserlöslich ist, kann eine Bestimmung auch im [[Urin]] erfolgen. Eine Ausscheidung von weniger als 40 µg pro Tag spricht für einen Riboflavinmangel.
 
 
==Ursache eines Mangels==
 
Eine Unterversorgung tritt bei einer ausgewogenen [[Ernährung]] selten auf. Riboflavin kann im Körper bis zu sechs Wochen gespeichert werden. Ein Mangel an Riboflavin geht meist mit weiteren Nährstoffdefiziten einher.
 
Ursachen können sein:
 
*chronisch-entzündliche Darmerkrankung ([[Colitis ulcerosa]], [[Morbus Crohn]])
 
*einseitige [[Diät]]en, [[Veganer]]
 
*[[Chemotherapie]]
 
*[[Alkoholabhängigkeit]]
 
*schwere [[Infektion]]en
 
*[[Stress]]
 
 
==Mangelerscheinungen==
 
Riboflavin ist im Körper für eine Reihe von Stoffwechselvorgängen verantwortlich. Klinische Mangelsymptome sind relativ uncharakteristisch, zeigen sich jedoch vorwiegend an den [[Epithel]]geweben:
 
*[[Stomatitis]] (Mundschleimhautentzündung)
 
*[[Glossitis]] (Entzündung der Zunge)
 
*[[Cheilitis]] (Lippenentzündung)
 
*[[Keratitis]] (Entzündung der Hornhaut des Auges)
 
*[[Mundwinkelrhagaden]]
 
*Hautschuppung und [[seborrhoische Dermatitis]]
 
In schweren Fällen kann es auch zu einer [[normozytär]]en, [[normochrom]]en [[Anämie]] sowie zu [[Wachstumsstörung]]en oder neurologischen Störungen kommen. Die Änamie lässt sich u.a. durch eine intestinale Eisenabsorptionsstörung begründen. Bei Schwangeren besteht ein höheres Risiko, eine [[Schwangerschaftsgestose]] zu entwickeln.
 
 
==Therapeutischer Einsatz==
 
Aufgrund seiner vielseitigen Funktionen kann Vitamin B2 heutzutage in der Medizin für therapeutische Zwecke verwendet werden, z.B. bei:
 
* Nervenerkrankungen: Verbesserung der Symptomatik bei [[Morbus Parkinson]]
 
* Augenerkrankungen: Senkung des Kataraktrisikos
 
* Fototherapie bei Neugeborenen: Behandlung einer [[Hyperbilirubinämie]]
 
* [[Migräne]]: Reduktion der Häufigkeit und Schwere
 
 
==Therapie==
 
Es gibt diverse Produkte mit denen sich ein Mangel ausgleichen lässt, in den meisten Fällen werden Kombinationspräparate mit anderen Vitaminen eingesetzt.
 
 
==Quellen==
 
*Biesalski et al, 2018: Ernährungsmedizin, Thieme Verlag; 5. Auflage, Stuttgart
 
*https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/riboflavin/
 
*http://hallovita.de/vitalstoffe/vitamine/vitamin-b2/
 
*https://www.vitamine.com/riboflavin/
 
 
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]

Version vom 11. September 2018, 17:35 Uhr

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