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Retinaler Venenverschluss: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''''Englisch'':''' retinal vein occlusion
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Unter einem '''retinalen Venenverschluss''' versteht man den Verschluss einer Vene der [[Retina]] (Netzhaut). Man spricht im Oberbegriff auch von einer sogenannten vaskulären Netzhauterkrankung. Der Verschluss kann sowohl ein zentrales Gefäß ([[Vena centralis retinae]]) oder ein venöses Nebengefäß dieser Zentralvene betreffen.
  
Unter einem '''retinalen Venenverschluss''' versteht man den Verschluss einer Vene der [[Retina]] (Netzhaut). Man spricht im Oberbegriff auch von einer sogenannten vaskulären Netzhauterkrankung. Der Verschluss kann sowohl ein zentrales Gefäß (Zentralvene) oder ein venöses Nebengefäß dieser Zentralvene betreffen.
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Das arterielle Korrrelat ist der [[Zentralarterienverschluss]] (ZAV).
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Die häufigste Ursache eines retinalen Venenverschlusses ist ein [[Thrombus]], der sich im Gefäß bildet und das Gefäß teilweise, also partiell, oder komplett verschließt. Der Thrombus kann eingeschwemmt werden. Das bedeutet, aus einem Thrombus in einem anderen Gefäßabschnitt wird thrombotisches Material mit dem Blut weitergeleitet, bleibt an einer Engstelle stecken und verschließt das Gefäß.
  
Die häufigste Ursache eines retinalen Venenverschlusses ist ein Blutgerinnsel ([[Thrombus]]), welches sich im Gefäß bildet und das Gefäß teilweise, also partiell, oder komplett verschließt. Der Thrombus kann eingeschwemmt werden. Das bedeutet, aus einem Thrombus in einem anderen Gefäßabschnitt wird thrombotisches Material mit dem Blut weitergeleitet, bleibt an einer Engstelle stecken und verschließt das Gefäß. Oder die Blutströmung ([[Zirkulation]]) selbst ist in der Vene gestört. Dies kann geschehen, indem durch Kalkablagerungen im Rahmen einer [[Arteriosklerose]] veränderte benachbarte Arterien die Venen zusammendrücken. Hinsichtlich der Lokalisation des Thrombus kann man sagen, dass die Thromben, die zu einem Verschluss der Zentralvene führen sich in Höhe der Lamina cribrosa befinden, wohingegen die Thromben bei Verschlüssen der Nebenvenen an den arteriovenösen Schnittstellen liegen.
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Auch die [[Zirkulation]] selbst ist in der Vene kann gestört sein. Dies kann geschehen, indem durch Kalkablagerungen im Rahmen einer [[Arteriosklerose]] veränderte benachbarte Arterien die Venen komprimieren. Hinsichtlich der Lokalisation des Thrombus kann man sagen, dass die Thromben, die zu einem Verschluss der Zentralvene führen, sich in Höhe der [[Lamina cribrosa]] befinden, wohingegen die Thromben bei Verschlüssen der Nebenvenen an den arteriovenösen Schnittstellen liegen.
  
 
==Epidemiologie==
 
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Der retinale Venenverschluss nimmt nach der [[diabetische Retinopathie|diabetischen Retinopathie]] den zweiten Rang der vaskulären Netzhauterkrankungen ein. Eine Zunahme der Erkrankung ist durch eine steigende Zunahme an arterieller [[Hypertonie]] und [[Diabetes mellitus]], die Grundfaktoren in der Genese der retinalen Venenverschlüsse sind, zu verzeichnen. Auch bestimmte Formen des [[Glaukom]]s sowie die [[retinale Vaskulitis]] können retinale Venenverschlüsse nach sich ziehen.
Der retinale Venenverschluss nimmt nach der [[diabetischen Retinopathie]] den zweiten Rang der vaskulären Netzhauterkrankungen ein. Eine Zunahme der Erkrankung ist durch eine steigende Zunahme an arterieller [[Hypertonie]] und [[Diabetes mellitus]], die Grundfaktoren in der Genese der retinalen Venenverschlüsse sind, zu verzeichnen. Auch bestimmte Formen des [[Glaukom]]s sowie die [[retinale Vaskulitis]] können retinale Venenverschlüsse nach sich ziehen.  
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Bei den retinalen Venenverschlüssen wird zwischen einer ischämischen und einer nicht ischämischen Form unterschieden.  
 
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Das Problem der Erkrankung liegt im späten Auftreten von Symptomen. Erst wenn neben der Retina auch die [[Papille]] oder die [[Makula]] beiteiligt sind, bemerken die Patienten [[Visusminderung]]en (Sehverschlechterungen), wegen derer sie den Arzt konsultieren.
Das Problem der Erkrankung liegt im späten Auftreten von Symptomen. Erst wenn neben der Retina auch die [[Papille]] oder die [[Makula]] beiteiligt sind, bemerken die Patienten [[Visusminderungen]] (Sehverschlechterungen), wegen derer sie den Arzt konsultieren.
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==Diagnostik==
 
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In der klinischen Untersuchung der Retina zeigen sich bei einem retinalen Venenverschluss in allen Quadranten der Retina Blutungen, welche punkt- oder streifenförmig sein können. Zudem fallen gestaute Venen auf, welche eine deutlichere Schlängelung zeigen als im Normalzustand. Des weiteren zeigen sich [[Cotton-Wool-Herd]]e und oft ein Ödem der Retina. Auch Papillenödeme sind möglich. Bei vorliegendem Verschluss eines Nebengefässes findet sich zumeist eine Einblutung in einem bis maximal zwei Quadranten der Netzhaut. Man spricht dann vom [[hemisphärischen Venenastverschluss]]. Je nach Alter des Verschlusses kann man mitunter auch Lipidablagerungen erkennen.
In der klinischen Untersuchung der Retina zeigen sich bei einem retinalen Venenverschluss in allen Quadranten der Retina Blutungen, welche punkt- oder streifenförmig sein können. Zudem fallen gestaute Venen auf, welche eine deutlichere Schlängelung zeigen als im Normalzustand. Des weiteren zeigen sich [[Cotton-wool-Herd]]e und oft ein Ödem der Retina. Auch Papillenödeme sind möglich. Bei vorliegendem Verschluss eines Nebengefässes findet sich zumeist eine Einblutung in einem bis maximal zwei Quadranten der Netzhaut. Man spricht dann vom [[hemisphärischen Venenastverschluss]]. Je nach Alter des Verschlusses kann man mitunter auch Lipidablagerungen erkennen.
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Die [[Fluoreszenzangiographie]] dient zur weiteren Differenzierung des Verschlussausmaßes.
Die [[Fluoreszensangiographie]] dient zur weiteren Differenzierung des Verschlussausmaßes.
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Die Therapie der Wahl im Akutstadium besteht in der Gabe von blutverdünnenden Medikamenten entsprechend [[INR]]/[[Quick-Wert]].
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Im Verlauf können Laserbehandlungen zum Einsatz kommen, wenn entweder der Visusverlust bei parallel bestehendem [[Makulaödem]]dauerhaft reduziert ist oder es durch den Verschluss zur Ausbildung neuer Gefäße ([[Neovaskularisation]]) gekommen ist.  
 
Im Verlauf können Laserbehandlungen zum Einsatz kommen, wenn entweder der Visusverlust bei parallel bestehendem [[Makulaödem]]dauerhaft reduziert ist oder es durch den Verschluss zur Ausbildung neuer Gefäße ([[Neovaskularisation]]) gekommen ist.  
 
Zudem müssen die zugrunde liegenden Erkrankungen therapiert werden.
 
Zudem müssen die zugrunde liegenden Erkrankungen therapiert werden.
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[[Fachgebiet:Augenheilkunde]]
 
[[Tag:Retinaler Venenverschluss]]
 
[[Tag:Retinaler Venenverschluss]]
 
[[Tag:Venenastverschluss]]
 
[[Tag:Venenastverschluss]]

Aktuelle Version vom 4. Mai 2021, 14:58 Uhr

Englisch: retinal vein occlusion

1 Definition

Unter einem retinalen Venenverschluss versteht man den Verschluss einer Vene der Retina (Netzhaut). Man spricht im Oberbegriff auch von einer sogenannten vaskulären Netzhauterkrankung. Der Verschluss kann sowohl ein zentrales Gefäß (Vena centralis retinae) oder ein venöses Nebengefäß dieser Zentralvene betreffen.

Das arterielle Korrrelat ist der Zentralarterienverschluss (ZAV).

2 Einteilung

Je nachdem, ob die Zentralvene selbst oder einer ihrer intraokulären Äste verschlossen ist unterscheidet man:

  • Zentralvenenverschluss (ZVV)
  • Venenastverschluss (VAV)

3 Ätiologie

Die häufigste Ursache eines retinalen Venenverschlusses ist ein Thrombus, der sich im Gefäß bildet und das Gefäß teilweise, also partiell, oder komplett verschließt. Der Thrombus kann eingeschwemmt werden. Das bedeutet, aus einem Thrombus in einem anderen Gefäßabschnitt wird thrombotisches Material mit dem Blut weitergeleitet, bleibt an einer Engstelle stecken und verschließt das Gefäß.

Auch die Zirkulation selbst ist in der Vene kann gestört sein. Dies kann geschehen, indem durch Kalkablagerungen im Rahmen einer Arteriosklerose veränderte benachbarte Arterien die Venen komprimieren. Hinsichtlich der Lokalisation des Thrombus kann man sagen, dass die Thromben, die zu einem Verschluss der Zentralvene führen, sich in Höhe der Lamina cribrosa befinden, wohingegen die Thromben bei Verschlüssen der Nebenvenen an den arteriovenösen Schnittstellen liegen.

4 Epidemiologie

Der retinale Venenverschluss nimmt nach der diabetischen Retinopathie den zweiten Rang der vaskulären Netzhauterkrankungen ein. Eine Zunahme der Erkrankung ist durch eine steigende Zunahme an arterieller Hypertonie und Diabetes mellitus, die Grundfaktoren in der Genese der retinalen Venenverschlüsse sind, zu verzeichnen. Auch bestimmte Formen des Glaukoms sowie die retinale Vaskulitis können retinale Venenverschlüsse nach sich ziehen.

5 Formen

Bei den retinalen Venenverschlüssen wird zwischen einer ischämischen und einer nicht ischämischen Form unterschieden.

6 Symptomatik

Das Problem der Erkrankung liegt im späten Auftreten von Symptomen. Erst wenn neben der Retina auch die Papille oder die Makula beiteiligt sind, bemerken die Patienten Visusminderungen (Sehverschlechterungen), wegen derer sie den Arzt konsultieren.

7 Diagnostik

In der klinischen Untersuchung der Retina zeigen sich bei einem retinalen Venenverschluss in allen Quadranten der Retina Blutungen, welche punkt- oder streifenförmig sein können. Zudem fallen gestaute Venen auf, welche eine deutlichere Schlängelung zeigen als im Normalzustand. Des weiteren zeigen sich Cotton-Wool-Herde und oft ein Ödem der Retina. Auch Papillenödeme sind möglich. Bei vorliegendem Verschluss eines Nebengefässes findet sich zumeist eine Einblutung in einem bis maximal zwei Quadranten der Netzhaut. Man spricht dann vom hemisphärischen Venenastverschluss. Je nach Alter des Verschlusses kann man mitunter auch Lipidablagerungen erkennen. Die Fluoreszenzangiographie dient zur weiteren Differenzierung des Verschlussausmaßes.

8 Therapie

Die Therapie der Wahl im Akutstadium besteht in der Gabe von blutverdünnenden Medikamenten entsprechend INR/Quick-Wert. Im Verlauf können Laserbehandlungen zum Einsatz kommen, wenn entweder der Visusverlust bei parallel bestehendem Makulaödemdauerhaft reduziert ist oder es durch den Verschluss zur Ausbildung neuer Gefäße (Neovaskularisation) gekommen ist. Zudem müssen die zugrunde liegenden Erkrankungen therapiert werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Mai 2021 um 14:58 Uhr bearbeitet.

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