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Retikulierter Thrombozyt

Version vom 12. Juni 2017, 17:56 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

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Englisch: reticulated platelet fraction, RPF, immature platelet fraction, IPF

1 Definition

Retikulierte Thrombozyten sind junge, unreife Thrombozyten, die noch RNA enthalten. Diese lassen sich mit modernen Hämatologiegeräten separat darstellen. Technik und diagnostische Aussage für die Thrombozytopoese sind vergleichbar mit den Retikulozyten für die Erythropoese.

2 Messprinzip

Die Thrombozyten werden mit einem RNA-Farbstoff gefärbt und mittels Fluoreszenz-Durchflusszytometrie analysiert und gezählt. Die Angabe erfolgt üblicherweise als Anteil (engl.: fraction) der retikulierten Thrombozyten an der gesamten Thrombozytenzahl, d. h. in Prozent.

3 Probenmaterial

EDTA-Blut

4 Normbereich

Ca. 1-5%

5 Aussagekraft

Der Anteil retikulierter Thrombozyten kann in der Differentialdiagnostik der Thrombozytopenie verwendet werden, um verminderte Bildung von Thrombozyten von erhöhtem Verbrauch zu unterscheiden. Ähnliche Informationen lassen sich auch aus dem mittleren Thrombozytenvolumen gewinnen.

Ein erhöhter Anteil retikulierter Thrombozyten kann im weiteren Sinne als Aktivierungsmarker des Gerinnungssystems interpretiert werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Juni 2017 um 16:13 Uhr bearbeitet.

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