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Resistance: Unterschied zwischen den Versionen

 
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''Synonyme: nicht-elastischer Atemwegswiderstand, visköser Atemwegswiderstand''<br>
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''Synonyme: Atemwegswiderstand, Strömungswiderstand der Atemwege''<br>
  
 
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Unter dem Begriff '''Resistance''' oder '''Atemwegswiderstand''' versteht man den Strömungswiderstand in den [[Bronchien]] bei der [[Atmung]], der besonders bei der Exspiration wirksam wird. Die Resistance ist einer der wichtigsten Parameter der [[Lungenfunktion]], mit dem vor allem [[Obstruktion]]en in den größeren Atemwegen erfasst werden. Die Resistance zeigt einen zirkadianen Rhythmus: Am frühen Nachmittag und in den frühen Morgenstunden ist sie am höchsten.
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Unter dem Begriff '''Resistance''' oder '''Atemwegswiderstand''' versteht man den [[Strömungswiderstand]] in den [[Atemwege]]n bei der [[Atmung]], der besonders bei der [[Exspiration]] wirksam wird.  
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Die Resistance ist einer der wichtigsten Parameter der [[Lungenfunktion]], mit dem vor allem [[Obstruktion]]en in den größeren Atemwegen erfasst werden. Die Resistance zeigt einen zirkadianen Rhythmus: Am frühen Nachmittag und in den frühen Morgenstunden ist sie am höchsten.
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Die Resistance ist Teil des viskösen [[Atemwiderstand]]es ([[Viscance]]).
  
 
==Messung==
 
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Die Resistance kann mit offenen oder geschlossenen Messgeräten bestimmt werden. Die exaktesten Messwerte liefert die in geschlossenen Kabinen durchgeführte [[Bodyplethysmographie]]. Die obere Normgrenze der totalen Resistance (Rt) liegt bei 0,35 kPa l<sup>-1</sup>s<sup>-1</sup>.
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Die Resistance kann mit offenen oder geschlossenen Messgeräten bestimmt werden. Die exaktesten Messwerte liefert die in geschlossenen Kabinen durchgeführte [[Bodyplethysmographie]]. Die obere Normgrenze der totalen Resistance (Rt) liegt bei 0,35 kPa/l/s.
  
 
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* R = Δp/V/t <nowiki>[</nowiki>cmH<sub>2</sub>O/l/s<nowiki>]</nowiki>
 
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Bei einem gesunden Erwachsenen liegt sie in etwa zwischen 0,05 bis 1,5 cm H<sub>2</sub>O/l/s bzw. 0,15 bis 0,22 kPa/l/s.<ref>Haber P: Lungenfunktion und Spiroergometrie. 3. Auflage, 2013. Springer Verlag</ref>
  
 
==Abhängigkeiten==
 
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Nach dem [[Hagen-Poiseuille-Gesetz]] nimmt der Strömungswiderstand bei Abnahme des Lumens eines Rohrs zu. Durch die starke Aufzweigung der luftleitenden Systeme und die daraus resultierende Zunahme des Gesamtdurchmessers liegen dennoch 40% der Gesamtresistance in den großen [[Bronchien]], besonders in den [[Segmentbronchien]], und nur 20% in den kleinen Bronchien. Die restlichen 40% liegen in den obersten luftleitenden Abschnitten.
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Nach dem [[Hagen-Poiseuille-Gesetz]] nimmt der Strömungswiderstand bei Abnahme des Radius eines Rohrs zu. Durch die starke Aufzweigung der luftleitenden Systeme und die daraus resultierende Zunahme des Gesamtdurchmessers liegen dennoch 40% der Gesamtresistance in den großen [[Bronchien]], besonders in den [[Segmentbronchien]], und nur 20% in den kleinen Bronchien. Die restlichen 40% liegen in den obersten luftleitenden Abschnitten.
  
 
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Die Resistance der Lunge wird durch die Bronchialmuskulatur und die elastischen Fasern der Lunge beeinflusst, welche die unteren Luftwege offen halten. Eine [[Rarefizierung]] dieser Fasern führt zum Kollaps der kleinen Atemwege und damit zu einer Erhöhung der Resistance. Der Tonus der Bronchialmuskulatur unterliegt der Regulation durch das vegetative Nervensystem. Eine Aktivierung der [[Beta-2-Rezeptor]]en des [[Sympathikus]] verringert die Resistance, die Aktivierung des [[Parasympathikus]] erhöht den Atemwegswiderstand.
  
Entscheidende Größe für die Regulation des Atemwegswiderstandes ist das [[Lungenvolumen]]. Dieses weitet über die elastichen Fasern die oberen Luftwege und senkt damit den Widerstand enorm.
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==Literatur==
 
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<references/>
Der Atemwegswiderstand kann weiterhin über die Aktivierung des Sympathikus (beta-2-Rezeptoren mit Erhöhung von cAMP) veringert, und über die Aktivierung des Parasympathikus erhöht werden.
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[[Fachgebiet:Arbeitsmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Arbeitsmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Innere Medizin]]
 
[[Fachgebiet:Innere Medizin]]

Aktuelle Version vom 18. Juni 2019, 16:07 Uhr

Synonyme: Atemwegswiderstand, Strömungswiderstand der Atemwege

1 Definition

Unter dem Begriff Resistance oder Atemwegswiderstand versteht man den Strömungswiderstand in den Atemwegen bei der Atmung, der besonders bei der Exspiration wirksam wird.

2 Hintergrund

Die Resistance ist einer der wichtigsten Parameter der Lungenfunktion, mit dem vor allem Obstruktionen in den größeren Atemwegen erfasst werden. Die Resistance zeigt einen zirkadianen Rhythmus: Am frühen Nachmittag und in den frühen Morgenstunden ist sie am höchsten.

Die Resistance ist Teil des viskösen Atemwiderstandes (Viscance).

3 Messung

Die Resistance kann mit offenen oder geschlossenen Messgeräten bestimmt werden. Die exaktesten Messwerte liefert die in geschlossenen Kabinen durchgeführte Bodyplethysmographie. Die obere Normgrenze der totalen Resistance (Rt) liegt bei 0,35 kPa/l/s.

Die Resistance kann beschrieben werden als

  • R = Δp/V/t [cmH2O/l/s]

Bei einem gesunden Erwachsenen liegt sie in etwa zwischen 0,05 bis 1,5 cm H2O/l/s bzw. 0,15 bis 0,22 kPa/l/s.[1]

4 Abhängigkeiten

Nach dem Hagen-Poiseuille-Gesetz nimmt der Strömungswiderstand bei Abnahme des Radius eines Rohrs zu. Durch die starke Aufzweigung der luftleitenden Systeme und die daraus resultierende Zunahme des Gesamtdurchmessers liegen dennoch 40% der Gesamtresistance in den großen Bronchien, besonders in den Segmentbronchien, und nur 20% in den kleinen Bronchien. Die restlichen 40% liegen in den obersten luftleitenden Abschnitten.

5 Regulation

Die Resistance der Lunge wird durch die Bronchialmuskulatur und die elastischen Fasern der Lunge beeinflusst, welche die unteren Luftwege offen halten. Eine Rarefizierung dieser Fasern führt zum Kollaps der kleinen Atemwege und damit zu einer Erhöhung der Resistance. Der Tonus der Bronchialmuskulatur unterliegt der Regulation durch das vegetative Nervensystem. Eine Aktivierung der Beta-2-Rezeptoren des Sympathikus verringert die Resistance, die Aktivierung des Parasympathikus erhöht den Atemwegswiderstand.

6 Literatur

  1. Haber P: Lungenfunktion und Spiroergometrie. 3. Auflage, 2013. Springer Verlag

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