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Rektum

Version vom 9. Mai 2012, 18:25 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

von lateinisch: rectus - gerade
Synonyme: Intestinum rectum, Rectum, Mastdarm
Englisch: rectum

1 Definition

Als Rektum bezeichnet man den Abschnitt des Dickdarms, der das Colon sigmoideum mit dem After verbindet.

2 Anatomie

Das Rektum ist beim Erwachsenen ca. 12-15 cm lang und befindet sich im kleinen Becken. Es beginnt auf der Höhe des Os sacrum und zieht sich in einer dorsalen (Flexura sacralis) und einer ventralen Krümmung (Flexura perinealis) nach anal, wo es im Bereich des Kontinenzorgans in den After übergeht. In seinem Verlauf liegt das Rektum zum größten Teil retroperitoneal bzw. extraperitoneal. Es ist nur in seinem oberen Bereich von einer Serosa-Schicht überzogen.

Im Gegensatz zu anderen Abschnitten des Dickdarmes weist das Rektum keine Tänien und Haustren auf. Im Innern des Darmrohrs finden sich jedoch zahlreiche Falten, die Plicae transversales recti. Die prominenteste Falte wird Kohlrausch-Falte genannt. Sie findet sich etwa 6-8 cm oral des Anus und stellt den Beginn der Ampulla recti dar, in welcher der Stuhl gesammelt wird. Die Ampulla recti geht weiter kaudal an der Junctio anorectalis in den Analkanal mit seinem Schließapparat über.

Die Umschlagfalte zwischen Rektum und Harnblase bezeichnet man beim Mann als Excavatio rectovesicalis. Bei der Frau entstehen durch den dort befindlichen Uterus zwei Umschlagsfalten, die Excavatio rectouterina (Douglas-Raum) und die Excavatio vesicouterina.

2.1 Arterielle Versorgung

Die arterielle Versorgung des Rektums erfolgt im wesentlichen durch 3 Arterien:

2.2 Venöse Versorgung

Die gleichnamigen Venen des Rektums haben unterschiedliche Abflüsse:

Medikamente, die als Suppositorien in den Mastdarm eingeführt werden, gelangen aufgrund dieser Abflussverhältnisse unter Umgehung der Leber direkt in das Blut.

3 Histologie

Wie auch die anderen Abschnitte des Intestinaltraktes weist das Rektum einen fünfschichtigen Wandaufbau auf, der sich von innen nach außen folgendermaßen gestaltet:

4 Funktion

Durch das Zusammenwirken mit der Muskulatur des Kontinenzorganes dient das Rektum der Speicherung des Stuhles und ermöglicht eine willentliche und zeitlich steuerbare Defäkation. Durch die Dehnung der Rektalwand erhöht sich reflektorisch der Muskeltonus des Sphinkterorgans, so dass die Kontinenz gewährleistet ist.

5 Klinik

Eine Entzündung der Darmwand des Rektums bezeichnet man als Proktitis. Weitere klinisch relevante Erkrankungen des Rektum sind u.a.:

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