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Reizdarmsyndrom

Version vom 22. Mai 2015, 11:02 Uhr von Sebastian Scherer (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: RDS, IBS (Irritable Bowel Syndrome), Colica mucosa, Colitis spastica, Colon irritabile

1 Definition

Das Reizdarmsyndrom, kurz RDS, ist ein häufiges, aber relativ unscharf definiertes, gastroenterologisches Krankheitsbild, das durch diffuse abdominelle Beschwerden gekennzeichnet ist. Es wird oft den psychosomatischen Erkrankungen zugeordnet.

Die Diagnose "Reizdarmsyndrom" ist im strengen Sinn eine Ausschlussdiagnose. Sie wird dann gestellt, wenn trotz sorgfältiger Untersuchung des Patienten keine organischen Ursachen für bestehende abdominelle Beschwerden gefunden werden können.

2 ICD10-Codes

  • K58.0: Reizdarmsyndrom mit Diarrhoe
  • K58.9: Reizdarmsyndrom ohne Diarrhoe

3 Ätiologie

Als mögliche Ursachen des RDS werden u.a. eine viszerale Hypersensitivität, Motilitätstörungen, Fehlsteuerungen des autonomen Nervensytems und psychosomatische Störungen diskutiert.

4 Epidemiologie

Das Reizdarmsyndrom ist eine sehr häufige Erkrankung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer (Verhältnis etwa 2:1)

5 Symptome

Das Reizdarmsyndrom äußert sich durch schwer einzuordnende Beschwerden des Verdauungstrakts. Die Patienten klagen oft über krampfartige, als dumpf empfundene Bauchschmerzen. Gleichzeitig leiden sie unter Völlegefühl und Blähungen. Der Stuhlgang kann im Sinne einer Obstipation oder Diarrhoe verändert sein.

Nach ROM-II Kriterien liegt ein Reizdarmsyndrom vor, wenn in den vergangenen 12 Monaten mindestens 12 Wochen lang abdominale Schmerzen oder abdominelles Unwohlsein bestanden, die 2 der folgenden Merkmale beinhalten:

Symptome, die die Diagnose unterstützen, sind:

  • abnorme Stuhlfrequenz (> 3/Tag oder < 3/Woche)
  • abnorme Stuhlkonsistenz in > 25% der Defäkationen
  • aborme Stuhlpassage in > 25% der Defäkationen
  • Schleimabgang in > 25% der Defäkationen
  • Blähungen oder Aufgetriebensein in > 25% der Tage

6 Diagnostik

7 Therapie

Die Therapie ist abhängig von der Ursache und vom spezifischen Beschwerdebild. Medikamentös werden u.a. Spasmolytika (z.B. Mebeverin, Buscopan) verordnet.

Fachgebiete: Gastroenterologie

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2015 um 11:02 Uhr bearbeitet.

Fixed. War im entsprechenden Artilkel bereits geändert.
#3 am 05.05.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Der Guajak-Test ist überholt. Heute gibt es nur noch den immunologischen Nachweis von Hämoglobin im Stuhl (FIT), der weniger störanfällig ist und validere Ergebnisse liefert. Auch der sollte zum Ausschluss von neoplastischen Darmerkrankungen selbstverständlich negativ ausfallen.
#2 am 05.05.2021 von Dr. rer. nat. Sonja Bastien (Biologin)
Sehr gute Beschreibung/Erläuterung - therapeutisch fehlt mir der - recht erfolgreiche - Ansatz mit der "FODMAP"-armen Kost - sollte erwähnt werden !https://de.wikipedia.org/wiki/FODMAP kollegiele Grüße !
#1 am 27.02.2017 von Dr. med. Ulf Wittenberg (Arzt | Ärztin)

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