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Real-Time Quaking-Induced Conversion

Version vom 9. März 2021, 18:07 Uhr von Anna Albert (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: PrPSc-Aggregationsassay

1 Definition

Real-Time Quaking-Induced Conversion, kurz RT-QuIC, ist eine Methode zum Nachweis kleinster Mengen fehlgefalteter Prion-Proteine. Sie wird eingesetzt in der Diagnostik von Prionenerkrankungen, insbesondere der sporadischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (sCJK).

2 Hintergrund

Das charakteristische neuropathologische Kennzeichen übertragbarer spongiformer Enzephalopathien ist das Vorhandensein von PrPSc, der pathologischen, potentiell-infektiösen Form der Prionproteine.

3 Methode

Das Prinzip der RT-QuIC beruht auf dem Nachweis der erhöhten Aggregationsneigung des pathologischen Prionproteins (PrPSc) im Untersuchungsmaterial (z.B. im Liquor cerebrospinalis oder in anderen Geweben und Körperflüssigkeiten).

Dabei wird die Fähigkeit von PrPSc genutzt, die Umwandlung von PrPC (physiologische Form, Alpha-Helix) in die fehlgefaltete Form (Beta-Faltblatt) zu induzieren. Diese Form führt im weiteren Verlauf zu einer Aggregation mit Entstehung von Fibrillen. Die Bildung dieser fehlgefalteten Prion-Aggregate kann durch Bindung des fluoreszierenden Farbstoffs Thyoflavin T in Echtzeit nachgewiesen werden.

Durch Nachahmung der selbstreplizierenden Eigenschaften des pathologischen Prionproteins kann die Menge von PrPSc, die oft nur sehr gering ist, durch mehrere Amplifikationsschritte bis zur Detektionsgrenze angereichert werden.

Die Sensitivität der RT-QuIC beträgt zwischen 69 und 89 %, die Spezifität liegt bei etwa 100 %.

4 Ablauf

Die RT-QuIC besteht aus mehreren Zyklen einer experimentell beschleunigten Prionenreplikation. Jeder dieser Zyklen besteht dabei aus zwei Phasen:

  • Erste Phase: In dieser Phase interagieren kleinste Mengen von PrPSc mit einigen rekombinanten PrP-Molekülen, konvertieren diese und induzieren dadurch ein Wachstum von PrPSc-Polymeren.
  • Zweite Phase: In dieser Phase werden die Polymere mittels doppel-orbitaler Vibration fragmentiert. Dadurch wird die Anzahl von potenziellen Nuklei in jedem Zyklus exponentiell gesteigert. PrPSc-Polymere werden während der Replikation per Fluoreszenzfarbstoff detektiert und ihre Zunahme über die Fluoreszenzintensität dargestellt.

Die Methode der RT-QuIC ist, entgegen der Assoziation, die der Name vermuten lässt, ein langer Prozess mit einer Dauer von etwa 30 bis 90 Stunden.

5 Interpretation

Die Methode wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

5.1 Probenmaterial

Die Beurteilung der RT-QuIC kann u.a. durch das Vorhandensein einer erhöhten Erythrozyten- oder Leukozytenzahl sowie durch eine erhöhte Gesamtproteinkonzentration beeinflusst werden. Entsprechende Proben sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.

Hinweis: Es wird empfohlen, dass die Liquor-Proben für die RT-QuIC-Analyse klar und farblos, mit einer Leukozytenanzahl von unter 10 x 106/L und einer Gesamtproteinkonzentration von unter 1 g/L sein sollten.

5.2 Genotyp

Die Methode scheint eine geringere Empfindlichkeit bei Patienten mit den seltenen Subtypen sCJD-MM2 (Methionin) und sCJD-VV1 (Valin) zu haben.

6 Klinik

RT-QuIC ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der klinischen Diagnostik der sporadischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (sCJK). Laut Diagnoserichtlinien genügt bei einem progressiven neurologischen Syndrom ein positiver Befund im RT-QuIC für die Diagnose einer wahrscheinlichen sCJK. Die sonstige Diagnostik der sporadischen Creutzfeldt-Jakob Erkrankung umfasst u.a. den Nachweis des 14-3-3-Proteins mittels Western Blot, von triphasischen Sharp-Wave-Komplexen im EEG und Veränderungen im Kortex oder den Basalganglien im MRT.

7 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 9. März 2021 um 20:20 Uhr bearbeitet.

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