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Radiochirurgie

Version vom 15. Mai 2017, 16:57 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Einzeldosiskonvergenzbestrahlung

1 Definition

Die Radiochirurgie ist ein strahlentherapeutisches Verfahren, bei dem hochenergetische Röntgenstrahlen auf einen festgelegten Bereich gerichtet werden. Dadurch können Tumoren, aber auch funktionelle Störungen behandelt werden.

2 Hintergrund

Die Radiochirurgie wurde erstmals 1948 vom schwedischen Neurochirurgen Lars Leksell als Therapieoption für operativ schwer zugängliche Ziele im Kopf untersucht. In den 1960er Jahren konnte durch die stetige Weiterentwicklung das Gamma-Knife-System entwickelt werden, dass seither fester Bestandteil der intrakraniellen Radiochirurgie ist. So können benigne und maligne Tumoren sowie funktionelle Störungen behandelt werden. In den 1990er Jahren erweiterte sich das Indikationsspektrum über die Therapie der Kopfregion hinaus.

3 Indikationen

Die heutige Radiochirurgie ermöglicht dank Robotersteuerung und digitaler Bildführung eine gezielte Therapie im Submillimeterbereich. Anwendungsbereiche sind u.a.:

3.1 Kopf

Weitere Indikationen sind arteriovenöse Malformationen (AVM), Paraganglioma jugulare und funktionelle Störungen, wie die Trigeminusneuralgie.

3.2 Lunge

3.3 Abdomen

3.4 Leber

3.5 Wirbelsäule

Weitere Anwendungsbereiche sind die Therapie von Prostata- und Mammatumoren, jedoch nur im Rahmen klinischer Studien. Besonders zur Radiochirurgie der Kopfregion existieren Langzeitstudien, die den Therapieerfolg der Radiochirurgie und ein gutes Outcome belegen.

4 Vorteile und Nachteile

4.1 Vorteile

  • Schwer zugängliche Körperregionen können hochpräzise therapiert werden.
  • Die Radiochirurgie löst eine geringere Strahlenbelastung des umliegenden Gewebes aus als die Ganzhirnbestrahlung
  • Weniger invasiv als chirurgische Verfahren
  • Möglichkeit der Intervention auch bei konventionell inoperablen Tumoren

4.2 Nachteile

  • Diffuse wachsende Tumoren wie das Glioblastom eignen sich nicht für die Radiochirurgie.

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