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Radiochirurgie

Version vom 14. Mai 2017, 14:47 Uhr von Darius Schäfer-Bashtdar (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Einzeldosiskonvergenzbestrahlung

1 Definition

Die Radiochirurgie ist ein einzeitiges operatives Verfahren bei dem mit hochenergetischen Röntgenstrahlen auf einen festgelegten Bereich gerichtet werden. Dadurch können Tumorzellen, aber auch funktionelle Störungen behandelt werden.[[1]]

2 Hintergrund

Die Radiochirurgie wurde erstmals 1948 vom schwedischen Neurochirurgen Lars Leksell als Therapieoption für operativ schwer zugängliche Ziele im Kopf untersucht. In den 1960er Jahren konnte durch die stetige Weiterentwicklung das Gamma Knife System produziert werden, dass seither fester Bestandteil der intrakraniellen Radiochirurgie ist. So können benigne und maligne Tumoren, sowie funktionelle Störungen behandelt werden. In den 1990er Jahren erweiterte sich das Indikationsspektrum über die Therapie der Kopfregion hinaus.

3 Indikation

Die enorme Präzision der heutigen Radiochirurgie ermöglicht dank Robotersteuerung und digitaler Bildführung der CyberKnife Technologie eine hochgezielte (Submillimeterbereich) und hochdosierte Bestrahlung von schwer zugänglichen benigen und malignen Tumoren, sowie funktioneller Störungen. Anwendungsbereiche sind[[2]]:

Kopf:

Lunge:

Abdomen:

  • Selektive Bauchspeicheldrüsentumore
  • Selektive Nieren- und Nebennierentumore
  • Selektive Lymphknoten

Leber:

Wirbelsäule:

Weiter Anwendungsbereiche sind: Therapie von Prostata- und Mammatumoren, jedoch nur im Rahmen klinischer Studien in Deutschland.

Besonders zur Radiochirurgie der Kopfregion existieren Langzeitstudien, die ein gutes Outcome und den Therapieerfolg der Radiochirurgie belegen.

4 Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • schwer zugängliche Körperregionen können hochpräzise therapiert werden.
  • geringere Strahlenbelastung des umliegenden Gewebes als bei z.B. Ganzhirnbestrahlung
  • Nicht-invasiv, was der Begriff Radiochirurgie nicht sofort vermuten lässt.
  • frühen inoperabelen Lungentumoren

Nachteile:

  • diffuse Ausbreitungsmuster der Tumoren wie oft z.B. Glioblastome eignen sich nicht für die Radiochirurgie

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