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Pulpotomie: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Pulpotomie''' ist ein [[endodontologisch]]es Behandlungsverfahren, bei dem die [[infiziert]]e [[Zahnpulpa|Kronenpulpa]] eines Zahns entfernt wird, die Wurzelpulpa jedoch erhalten bleibt.
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Das Ziel einer Pulpotomie ist es, die Pulpa im apikalen Bereich des betroffenen [[Zahn]]s zu erhalten. Die Pulpotomie wird vor allem bei kariös zerstörten [[Milchzahn|Milchzähnen]] angewendet, um deren Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne zu sichern. Eine [[Wurzelfüllung]] wie im bleibenden Gebiss kommt hier nicht in Frage, da die nachwachsenden Zähne die Wurzel des Milchzahns auflösen.
 
Das Ziel einer Pulpotomie ist es, die Pulpa im apikalen Bereich des betroffenen [[Zahn]]s zu erhalten. Die Pulpotomie wird vor allem bei kariös zerstörten [[Milchzahn|Milchzähnen]] angewendet, um deren Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne zu sichern. Eine [[Wurzelfüllung]] wie im bleibenden Gebiss kommt hier nicht in Frage, da die nachwachsenden Zähne die Wurzel des Milchzahns auflösen.
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==Indikation==
*1- Eine versehentliche Pulpaeröffnung eines Milchzahns während der Kariesexkavation, da bei so einer Eröffnung von einer Verkeimung der Pulpa ausgegangen werden.
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Mögliche Indikationen für eine Pulpotomie sind:
Da das Pulpengewebe der 1. Dentition im Gegensatz zu dem der 2. Dentition (bleibende Zähne) weniger reaktiv ist und daher nicht in der Lage ist, die eröffnete Stelle mit Zahnhartsubstanz zu verschließen, kommt zur Erhaltung des Zahns als erste Maßnahme nur die Pulpotomie in Frage. Nur bei einer kleinstflächigen Eröffnung kann alternativ eine direkte Überkappung in Erwägung gezogen werden.
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* Versehentliche Pulpaeröffnung eines Milchzahns während der [[Karies]][[exkavation]], da bei einer Eröffnung von einer Verkeimung der Pulpa ausgegangen werden kann. Da das Pulpengewebe der 1. [[Dentition]] im Gegensatz zu dem der 2. Dentition (bleibende Zähne) weniger reaktiv ist und daher nicht in der Lage ist, die eröffnete Stelle mit [[Zahnhartsubstanz]] zu verschließen, kommt zur Erhaltung des Zahns als erste Maßnahme nur die Pulpotomie in Frage. Nur bei einer kleinstflächigen Eröffnung kann alternativ eine direkte [[Überkappung]] in Erwägung gezogen werden.
*2- Wenn es sich um eine partielle Pulpitis der Zahnpulpa (Entzündung begrenzt auf die Pulpa der Zahnkrone und nicht die der Wurzeln) handelt, ist der Versuch einer Pulpotomie indiziert.
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* Partielle Pulpitis der Zahnpulpa, d.h. die Entzündung ist begrenzt auf die Pulpa der [[Zahnkrone]] und nicht die der [[Zahnwurzel]]n
*3- Nach einer traumatischen Pulpaeröffnung der ersten oder zweiten Dentition, wenn die Pulpa breit eröffnet und schon länger dem Mundmilieu ausgesetzt war, somit schon Entzündungszeichen zeigt.
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* Traumatische Pulpaeröffnung der ersten oder zweiten Dentition, wenn die Pulpa breit eröffnet und schon länger dem Mundmilieu ausgesetzt war, somit schon Entzündungszeichen zeigt.
==Kontraindikationen==
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1- Der pulpotomierte Zahn ist auf Grund starker Zerstörung im Anschluss nicht mehr mit einer Füllung bzw. Milchzahnkrone versorgt werden kann.
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==Kontraindikationen==
2- Der Zahn steht kurz vor der physiologischen Exfoliation (dem natürlichen Zahnausfall).
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* Starke Zerstörung des Zahns, so dass er im Anschluss nicht mehr mit einer [[Zahnfüllung|Füllung]] bzw. [[Milchzahnkrone]] versorgt werden kann
3- Der Zahn zeigt röntgenologische Osteolysezeichen im Apex- oder Furkationsbereich (Zeichen von Knochenauflösung im Bereich der Wurzelspitze oder der Wurzelgabelung).
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* Zahn steht kurz vor der physiologischen [[Exfoliation]] (dem natürlichen Zahnausfall).
4- Eine massive Blutung der Wurzelpulpa nach Abtragen der Kronenpulpa (Entzündungszeichen der Wurzelpulpa.
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* Röntgenologische [[Osteolyse]]zeichen im Apex- oder [[Furkation]]sbereich des betroffenen Zahns, d.h. Zeichen von Knochenauflösung im Bereich der Wurzelspitze oder der Wurzelgabelung.
5- Die eröffnete blutet Pulpa gar nicht, wenn es sich also um eine Pulpanekrose handelt.
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* Massive Blutung der Wurzelpulpa nach Abtragen der Kronenpulpa, d.h. [[Entzündung]]szeichen
die Pulpa sezerniert serös oder purulent (wässrige oder eitrige Flüssigkeit abgibt).
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* [[Pulpanekrose]] (Pulpa blutet bei Eröffnung nicht)
6- Der Zahn weost bereits eine Fistel oder Abszessbildung auf.
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* [[Serös]] oder [[purulent]] sezernierende Pulpa
7- Bei mangelnder Compliance (Mitarbeit) eines kindlichen Patienten.
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* [[Fistel]]- oder [[Abszess]]bildung
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* Mangelnde [[Compliance]] eines kindlichen Patienten
 
[[Fachgebiet:Zahnmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Zahnmedizin]]
 
[[Tag:Milchzahn]]
 
[[Tag:Milchzahn]]
 
[[Tag:Pulpa]]
 
[[Tag:Pulpa]]
 
[[Tag:Zahn]]
 
[[Tag:Zahn]]

Version vom 30. Juni 2020, 19:47 Uhr

Synonym: Vitalamputation

1 Definition

Die Pulpotomie ist ein endodontologisches Behandlungsverfahren, bei dem die infizierte Kronenpulpa eines Zahns entfernt wird, die Wurzelpulpa jedoch erhalten bleibt.

2 Hintergrund

Das Ziel einer Pulpotomie ist es, die Pulpa im apikalen Bereich des betroffenen Zahns zu erhalten. Die Pulpotomie wird vor allem bei kariös zerstörten Milchzähnen angewendet, um deren Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne zu sichern. Eine Wurzelfüllung wie im bleibenden Gebiss kommt hier nicht in Frage, da die nachwachsenden Zähne die Wurzel des Milchzahns auflösen.

3 Indikation

Mögliche Indikationen für eine Pulpotomie sind:

  • Versehentliche Pulpaeröffnung eines Milchzahns während der Kariesexkavation, da bei einer Eröffnung von einer Verkeimung der Pulpa ausgegangen werden kann. Da das Pulpengewebe der 1. Dentition im Gegensatz zu dem der 2. Dentition (bleibende Zähne) weniger reaktiv ist und daher nicht in der Lage ist, die eröffnete Stelle mit Zahnhartsubstanz zu verschließen, kommt zur Erhaltung des Zahns als erste Maßnahme nur die Pulpotomie in Frage. Nur bei einer kleinstflächigen Eröffnung kann alternativ eine direkte Überkappung in Erwägung gezogen werden.
  • Partielle Pulpitis der Zahnpulpa, d.h. die Entzündung ist begrenzt auf die Pulpa der Zahnkrone und nicht die der Zahnwurzeln
  • Traumatische Pulpaeröffnung der ersten oder zweiten Dentition, wenn die Pulpa breit eröffnet und schon länger dem Mundmilieu ausgesetzt war, somit schon Entzündungszeichen zeigt.

4 Kontraindikationen

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Fachgebiete: Zahnmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juni 2020 um 21:54 Uhr bearbeitet.

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