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Protrahierte Geburt: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Protrahierte Geburt'''
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==Definition==
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Die '''protrahierte Geburt''' bezeichnet eine Geburtsdauer von mehr als 18 Stunden bei Erst- und über 12 Stunden bei Mehrgebärenden. Die Prävalenz liegt bei 4-8%.
  
Regelmäßige und anhaltende Wehentätigkeit sowie eine maßgebliche Eröffnung des Muttermundes kennzeichnen den Beginn der Geburt. Die Geburtsdauer beschreibt dann den nachfolgenden Zeitraum - bestehend aus Eröffnungs-, Austreibungs- und Pressphase - bis zur Geburt des Kindes; ca. 8 - 12 Stunden. Die zeitlichen Angaben (bis 24 Stunden bei Erstgebärenden) hierzu variieren erheblich. Die protrahierte Geburt bezeichnet eine Geburtsdauer von mehr als 18 Stunden bei Erst- und über 12 Stunden bei Mehrgebärenden. Ursachen können eine hypoaktive - bzw. diskoordinierte Wehentätigkeit, eine Zervixdystokie, ein cephalopelvines Missverhältnis oder kindliche Lage- und Einstellungsanomalien bzw. Geburtsgewicht > 4000g sein. Regionalanästhesien führen häufiger zur protrahierten Geburt. Eine verlängerte Latenzphase mit unregelmässiger Wehentätigkeit vor Beginn der aktiven Eröffnungsphase stellt ein ungünstiges Prognosekriterium für eine protrahierte Geburt dar.
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Regelmäßige und anhaltende [[Wehen]]tätigkeit sowie eine maßgebliche Eröffnung des [[Muttermund]]es kennzeichnen den Beginn der [[Geburt]]. Die Geburtsdauer beschreibt dann den nachfolgenden Zeitraum - bestehend aus [[Geburt#Eröffnungsphase | Eröffnungs-]], [[Geburt#Austreibungsphase | Austreibungs-]] und [[Pressphase]] - bis zur Geburt des Kindes, ca. 8 - 12 Stunden. Die zeitlichen Angaben (bis 24 Stunden bei Erstgebärenden) hierzu variieren erheblich.  
  
Prävalenz: 4 - 8 %
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Die protrahierte Geburt kann in den verschiedenen Phasen auftreten:
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*Protrahierte Eröffnungsperiode: kein Geburtsfortschritt in 2 Stunden
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*Protrahierte Austreibungsperiode: kein Geburtsfortschritt nach 1 Stunde
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*Protrahierte Pressperiode: keine Geburt nach 20 - 30 Minuten (8 - 12 Presswehen)
  
Protrahierte Eröffnungsperiode: kein Geburtsfortschritt in 2 Stunden
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==Ursachen==
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Ursachen können eine hypoaktive bzw. diskoordinierte Wehentätigkeit, eine [[Zervixdystokie]], ein cephalopelvines Missverhältnis oder kindliche [[Lageanomalie | Lage-]] und Einstellungsanomalien bzw. Geburtsgewicht > 4000g sein. [[Regionalanästhesie]]n führen häufiger zur protrahierten Geburt. Eine verlängerte Latenzphase mit unregelmässiger Wehentätigkeit vor Beginn der aktiven Eröffnungsphase stellt ein ungünstiges Prognosekriterium für eine protrahierte Geburt dar.
  
Protrahierte Austreibungsperiode: kein Geburtsfortschritt nach 1 Stunde
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==Komplikationen==
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*erhöhte [[Infektmorbidität]]
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*[[Atonie]]
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*[[psychoemotional]]e Belastung der Mutter
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*erhöhte [[Neugeborenen-Azidität]]
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*ungünstigere [[Apgarnote]]n nach 1,5 und 10 Minuten
  
Protrahierte Pressperiode: keine Geburt nach 20 - 30 Minuten (8 - 12 Presswehen)
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==Therapie==
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Ursachen klären (anamnestische Befragung zu vorausgegangenen Geburten!), Mobilisierung der Mutter (aufrechte Körperhaltung), [[Spasmolytikum | Spasmolytika]], zentralwirksame [[Analgetikum | [Analgetika]], [[Oxytocin]]-Infusion bei hypoaktiver Wehentätigkeit, [[Subtokolyse]] ggf. mit [[Fenoterol]] bei diskoordinierter Wehentätigkeit, operative Intervention ([[Sectio_caesarea | Sectio]]) bei cephalopelviner Dysproportion.
  
Komplikationen: erhöhte Infektmorbidität, Atonie, psychoemotionale Belastung der Mutter, erhöhte Neugeborenen - Azidität, ungünstigere Apgarnoten nach 1,5 und 10 Minuten
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==Prävention==
 
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Geburtsvorbereitung, [[Anxiolyse]], persönliche Betreuung unter der Geburt
Therapie: Ursachen klären (anamnestische Befragung zu vorausgegangenen Geburten!), Mobilisierung der Mutter (aufrechte Körperhaltung), Spasmolytika, zentralwirksame Analgetika, Oxytocin - Infusion bei hypoaktiver Wehentätigkeit, Subtokolyse ggf. mit Fenoterol bei diskoordinierter Wehentätigkeit, operative Intervention (Sectio) bei cephalopelviner Dysproportion
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Prävention: Geburtsvorbereitung, Anxiolyse, persönliche Betreuung unter der Geburt
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Version vom 30. August 2011, 13:07 Uhr

1 Definition

Die protrahierte Geburt bezeichnet eine Geburtsdauer von mehr als 18 Stunden bei Erst- und über 12 Stunden bei Mehrgebärenden. Die Prävalenz liegt bei 4-8%.

Regelmäßige und anhaltende Wehentätigkeit sowie eine maßgebliche Eröffnung des Muttermundes kennzeichnen den Beginn der Geburt. Die Geburtsdauer beschreibt dann den nachfolgenden Zeitraum - bestehend aus Eröffnungs-, Austreibungs- und Pressphase - bis zur Geburt des Kindes, ca. 8 - 12 Stunden. Die zeitlichen Angaben (bis 24 Stunden bei Erstgebärenden) hierzu variieren erheblich.

Die protrahierte Geburt kann in den verschiedenen Phasen auftreten:

  • Protrahierte Eröffnungsperiode: kein Geburtsfortschritt in 2 Stunden
  • Protrahierte Austreibungsperiode: kein Geburtsfortschritt nach 1 Stunde
  • Protrahierte Pressperiode: keine Geburt nach 20 - 30 Minuten (8 - 12 Presswehen)

2 Ursachen

Ursachen können eine hypoaktive bzw. diskoordinierte Wehentätigkeit, eine Zervixdystokie, ein cephalopelvines Missverhältnis oder kindliche Lage- und Einstellungsanomalien bzw. Geburtsgewicht > 4000g sein. Regionalanästhesien führen häufiger zur protrahierten Geburt. Eine verlängerte Latenzphase mit unregelmässiger Wehentätigkeit vor Beginn der aktiven Eröffnungsphase stellt ein ungünstiges Prognosekriterium für eine protrahierte Geburt dar.

3 Komplikationen

4 Therapie

Ursachen klären (anamnestische Befragung zu vorausgegangenen Geburten!), Mobilisierung der Mutter (aufrechte Körperhaltung), Spasmolytika, zentralwirksame [Analgetika, Oxytocin-Infusion bei hypoaktiver Wehentätigkeit, Subtokolyse ggf. mit Fenoterol bei diskoordinierter Wehentätigkeit, operative Intervention ( Sectio) bei cephalopelviner Dysproportion.

5 Prävention

Geburtsvorbereitung, Anxiolyse, persönliche Betreuung unter der Geburt

Diese Seite wurde zuletzt am 31. August 2011 um 10:32 Uhr bearbeitet.

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