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Protein-C-Mangel

Version vom 2. Januar 2010, 12:06 Uhr von Dominic Prinz (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Protein-C-Defizienz
Englisch: Protein C deficiency

1 Definition

Unter einem Protein-C-Mangel versteht man eine verminderte Plasmakonzentration von Protein C mit Folge einer Thrombophilie.

2 Ätiologie

In Abhängigkeit der Pathogenese wird eine hereditäre von einer erworbenen Form unterschieden.

2.1 hereditärer Protein C-Mangel

Der hereditäre Protein-Mangel beruht auf einer Fehlexpression des Enzyms in Folge einer autosomal-dominant vererbten Mutation des Protein-C- Gens. Der Verlauf richtet sich nach dem jeweiligen Genotyp. Homozygote Merkmalsträger zeigen eine neonatal fulminante, Heterozygote eine vergleichsweise milde Symptomatik.

2.2 erworbener Protein-C-Mangel

Dem erworbenen Proteinmangel liegt

zu Grunde.

3 Pathophysiologie

Aufgrund der verminderten Enzymaktivität resultiert eine

mit dem Zustandsbild einer Thrombophilie.

4 Klinik

Der akute (erworbener Protein C-Mangel) bzw. fulminante Krankheitsverlauf des hereditären Mangels verläuft unbehandelt letal. Klinisch zeigt sich das Bild progredienter thrombotischer Gefäßverschlüsse der kleinen (Mikrothomben) und großen Blutgefäße mit

Die milde Verlaufsform des kongenitalen heterozygoten Krankheitsbildes imponiert durch rezidivierende Thrombosen.

5 Diagnostik

Aufgrund des geringen therapeutischen Zeitfensters ist bei fulminanter Verlaufsform die Blickdiagnostik im Zusammenhang mit der entsprechenden Begleitsymptomatik (siehe Meningitis, Sepsis) hinweisgebend für die zu Grunde liegende Ursache.

Die Abklärung der Thrombuslokalisationen erfolgt bildgeberisch mittels Doppler- oder Duplexsonographie bzw. MRT.

Labordiagnostisch zeigt sich eine verminderte Enzymaktivität (Erwachsene <70%).

Bei milden hereditärem Krankheitsbild kann ein molekulargenetischer Mutationsnachweis Aufschluss bringen.

Differentialdiagnostisch gilt die Abgrenzung gegenüber anderen Gerinnungsstörungen, insbesondere der APC-Resistenz.

6 Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der zu Grunde liegenden Ursache und Begleitsymptomatik:

  • fulminante Verläufe:
    • Meningokokkensepsis: hochdosierte i.v.- Gabe von Antibiotika (z.B. Cefotaxim) und Kortikosteroiden
    • ggf. Heparinisierung
    • Management der Verbrauchskoagulopathie: siehe dort
    • bei assoziierten Schockzuständen: Volumensubstitution
    • ggf. Intubation
  • allgemein: i.v. Protein-C- Substitution (Ceprotin®)

Bei großflächige Gewebsnekrosen der Extremitäten besteht die notwendige Indikation zur Amputation.

7 Weblink

siehe auch: Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

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