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Progressive multifokale Leukenzephalopathie: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei der '''progressiven multifokalen Leukenzephalopathie''', kurz '''PML''', handelt es sich um eine durch das [[JC-Virus]] hervorgerufene [[Krankheit]] des [[Zentralnervensystem]]s. Die [[Erkrankung]] ist akut und schreitet progredient voran. Sie äußert sich durch multiple Störungen in der [[Motorik]] und [[Sensorik]] und kommt praktisch ausschließlich bei [[Mensch]]en mit abgeschwächtem [[Immunsystem]] vor.
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Bei der '''progressiven multifokalen Leukenzephalopathie''', kurz '''PML''', handelt es sich um eine durch das [[JC-Virus]] hervorgerufene [[Slow-Virus-Infektion]] des [[Zentralnervensystem]]s. Die [[Erkrankung]] ist akut und schreitet progredient voran. Sie äußert sich durch multiple Störungen in der [[Motorik]] und [[Sensorik]] und kommt praktisch ausschließlich bei [[Mensch]]en mit abgeschwächtem [[Immunsystem]] vor.
  
 
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Die PML befällt Menschen mit einer ausgeprägten Schwäche der [[T-Zelle|T-Zell-Immunität]]. [[Patient]]en, bei denen lediglich die [[Immunsystem#Humorales Immunsystem|humoralen Abwehrmechanismen]] geschwächt sind, erkranken nur sehr selten an PML. Die meisten Betroffenen leiden gleichzeitig an [[AIDS]]. In selteneren Fällen kommt es auch zum Ausbruch nach einer therapeutisch herbeigeführten [[Immunsuppression]] (und [[Knochenmarktransplantation]]en). In den letzten Jahren wurde vermehrt auch ein Vorkommen unter Therapie mit immunmodulierenden monoklonalen Antikörpern ([[Rituximab]], [[Natalizumab]]) beobachtet.
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Die PML befällt Menschen mit einer ausgeprägten Schwäche der [[T-Zelle|T-Zell-Immunität]]. [[Patient]]en, bei denen lediglich die [[Immunsystem#Humorales Immunsystem|humoralen Abwehrmechanismen]] geschwächt sind, erkranken nur sehr selten an PML. Die meisten Betroffenen leiden gleichzeitig an [[AIDS]]. In selteneren Fällen kommt es auch zum Ausbruch nach einer therapeutisch herbeigeführten [[Immunsuppression]] - zum Beispiel im Rahmen von  [[Knochenmarktransplantation]]en.  
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Der [[Erreger]] bleibt ein [[Leben]] lang erhalten und befällt diverse [[Hirn]]strukturen und sorgt an den [[Myelinscheide]]n für Entmarkungsreaktionen.  
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Der [[Erreger]] [[Persistenz|persistiert]] nach der Infektion ein [[Leben]] lang in den [[Niere]]n. Durch Immunsupression bzw. Immundefekte wird das Virus reaktiviert, befällt diverse [[Hirn]]strukturen und sorgt an den [[Myelinscheide]]n für Entmarkungsreaktionen.
  
 
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Die [[Symptomatik]] richtet sich nach dem Ort der [[Entmarkung]]. Dementsprechend kann es zu [[Sprachstörung]]en, Bewegungsstörungen, Störungen der Sensibilität, [[Lähmung]]en, kognitiven Störungen und [[Ataxie]] kommen.
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Die [[Symptomatik]] richtet sich nach den genauen [[Entmarkung]]szonen, die zumeist [[multifokal]] auftreten. Frühsymptome der PML können sein:
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* [[Monoparese|Mono-]] oder [[Hemiparese]]n
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* [[Dysarthrie]]
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* [[Gedächtnisstörung]]en
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* [[Sprachstörung]]en  
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* [[Rindenblindheit]]
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Die Erkrankung ist [[progredient]]. Im weiteren Verlauf können folgende Spätsymptome auftreten:
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* [[Tetraplegie]]
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* schwere [[Demenz]]
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Der eindeutige Nachweis der JC-Virus [[DNA]] im [[Liquor]] bzw. Urin mittels [[Polymerasekettenreaktion]] (PCR) gelingt nur in etwa 50% der Fälle. Dabei ist die Liquoruntersuchung meist unauffällig.
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* Der eindeutige Nachweis der JC-Virus-[[DNA]] im [[Liquor]] bzw. [[Urin]] mittels [[Polymerasekettenreaktion]] (PCR) gelingt nur in etwa 50% der Fälle. Dabei ist die Liquoruntersuchung meist unauffällig.
Im CT bzw. MR finden sich hypodense bzw. hypointense (T1) Entmarkungsherde, ohne KM-Anreicherung.
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* Im [[CT]] bzw. [[MRT]] finden sich in der [[T1-Wichtung]] [[hypodens]]e bzw. [[hypointens]]e Entmarkungsherde, ohne [[Kontrastmittel|KM]]-Anreicherung, die unscharf zum gesunden Gewebe abgegrenzt sind. In der [[T2-Wichtung]] und in [[FLAIR]]-Sequenzen sind die entsprechenden Läsionen [[hyperintens]]. Charakteristisch ist die Zerstörung der [[U-Faser]]n, wodurch die Läsionen bis unmittelbar an die [[Hirnrinde]] heranreichen. Als differentialdiagnostische Überlegung kommt hierbei eine HIV-Enzephalitis in Betracht.  
Sollte bei klinischem und bildgebenden Verdacht auf PML die PCR negativ ausfallen, ist aufgrund der schlechten Sensitivität unbedingt eine Hirnbiopsie zur Diagnosesicherung anzustreben.
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* Sollte bei klinischem und bildgebenden Verdacht auf PML die PCR negativ ausfallen, ist aufgrund der schlechten [[Sensitivität]] eine [[Hirnbiopsie]] zur Diagnosesicherung anzustreben.
  
 
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Die Prognose für die progressive multifokale Leukenzephalopathie ist gegenwärtig schlecht. Für gewöhnlich führt die Krankheit innerhalb von einigen Monaten nach Auftreten der ersten Symptome zum [[Tod]], nur selten überleben die Patienten länger (bis zu 3 Jahren).
 
Die Prognose für die progressive multifokale Leukenzephalopathie ist gegenwärtig schlecht. Für gewöhnlich führt die Krankheit innerhalb von einigen Monaten nach Auftreten der ersten Symptome zum [[Tod]], nur selten überleben die Patienten länger (bis zu 3 Jahren).
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==Literatur==
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*Laborlexikon.de; abgerufen am 05.05.2021
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
[[Tag:JC-Virus]]
 
[[Tag:JC-Virus]]
 
[[Tag:Lähmung]]
 
[[Tag:Lähmung]]
 
[[Tag:Myelinscheide]]
 
[[Tag:Myelinscheide]]

Version vom 6. Mai 2021, 10:45 Uhr

Abkürzung: PML

1 Definition

Bei der progressiven multifokalen Leukenzephalopathie, kurz PML, handelt es sich um eine durch das JC-Virus hervorgerufene Slow-Virus-Infektion des Zentralnervensystems. Die Erkrankung ist akut und schreitet progredient voran. Sie äußert sich durch multiple Störungen in der Motorik und Sensorik und kommt praktisch ausschließlich bei Menschen mit abgeschwächtem Immunsystem vor.

2 Vorkommen

Die PML befällt Menschen mit einer ausgeprägten Schwäche der T-Zell-Immunität. Patienten, bei denen lediglich die humoralen Abwehrmechanismen geschwächt sind, erkranken nur sehr selten an PML. Die meisten Betroffenen leiden gleichzeitig an AIDS. In selteneren Fällen kommt es auch zum Ausbruch nach einer therapeutisch herbeigeführten Immunsuppression - zum Beispiel im Rahmen von Knochenmarktransplantationen.

In den letzten Jahren wurden vermehrt Fälle von PML unter der Therapie mit immunmodulierenden monoklonalen Antikörpern (z.B. Rituximab oder Natalizumab) beobachtet.

3 Pathogenese

Der Erreger persistiert nach der Infektion ein Leben lang in den Nieren. Durch Immunsupression bzw. Immundefekte wird das Virus reaktiviert, befällt diverse Hirnstrukturen und sorgt an den Myelinscheiden für Entmarkungsreaktionen.

4 Symptome

Die Symptomatik richtet sich nach den genauen Entmarkungszonen, die zumeist multifokal auftreten. Frühsymptome der PML können sein:

Die Erkrankung ist progredient. Im weiteren Verlauf können folgende Spätsymptome auftreten:

5 Diagnose

  • Der eindeutige Nachweis der JC-Virus-DNA im Liquor bzw. Urin mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) gelingt nur in etwa 50% der Fälle. Dabei ist die Liquoruntersuchung meist unauffällig.
  • Im CT bzw. MRT finden sich in der T1-Wichtung hypodense bzw. hypointense Entmarkungsherde, ohne KM-Anreicherung, die unscharf zum gesunden Gewebe abgegrenzt sind. In der T2-Wichtung und in FLAIR-Sequenzen sind die entsprechenden Läsionen hyperintens. Charakteristisch ist die Zerstörung der U-Fasern, wodurch die Läsionen bis unmittelbar an die Hirnrinde heranreichen. Als differentialdiagnostische Überlegung kommt hierbei eine HIV-Enzephalitis in Betracht.
  • Sollte bei klinischem und bildgebenden Verdacht auf PML die PCR negativ ausfallen, ist aufgrund der schlechten Sensitivität eine Hirnbiopsie zur Diagnosesicherung anzustreben.

6 Therapie

7 Prognose

Die Prognose für die progressive multifokale Leukenzephalopathie ist gegenwärtig schlecht. Für gewöhnlich führt die Krankheit innerhalb von einigen Monaten nach Auftreten der ersten Symptome zum Tod, nur selten überleben die Patienten länger (bis zu 3 Jahren).

8 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 05.05.2021

Fachgebiete: Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Mai 2021 um 10:45 Uhr bearbeitet.

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