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Posttraumatisches Herzsyndrom

Version vom 17. September 2020, 10:27 Uhr von Bijan Fink (Diskussion | Beiträge)

nach William Dressler (1890 bis 1969), amerikanischer Arzt
Synonyme: Dressler-Syndrom, Postmyokardinfarkt-Syndrom (PMS), PMI-Syndrom, Postkardiotomiesyndrom, postinfarktionelle Perikarditis, Myokardinfarkt-Spätsyndrom
Englisch: post-cardiac injury syndrome (PCIS), Dressler syndrome, postmyocardial infarction syndrome, post-pericardiotomy syndrome

1 Definition

Die Dressler-Myokarditis ist eine relativ seltene, das Myokard betreffende Entzündung (Myokarditis), die typischerweise Wochen bis Monate nach einem Myokardinfarkt auftritt.

2 Ätiologie

Die Ursache der Dressler-Myokarditits ist zur Zeit (2020) noch nicht vollständig geklärt. Ein auslösender Faktor scheint die Kombination aus geschädigten mesothelialen Perikardzellen und Blut im Herzbeutel zu sein. Es wird angenommen, dass die initiale Verletzung des Myokards Neoantigene freisetzt und zu einer konsekutiven Immunreaktion führt. Immunkomplexe setzen sich am Perikard, an der Pleura und in der Lunge ab und provozieren eine Entzündungsreaktion.

3 Symptomatik

Die Symptome der Dressler-Myokarditis sind vielgestaltig und ähneln denen einer akuten Perikarditis oder eines Pleuraergusses. Neben allgemeinen Entzündungszeichen wie Fieber können auch eine Perikarditis, Pleuritis und Zeichen einer abakteriellen Pneumonie, gegebenenfalls mit blutigem Sputum, auftreten. Daneben finden sich wiederholte Brustschmerzen (Angina pectoris), die einen Myokardinfarkt imitieren.

Anhaltspunkte, an denen das Symptom erkannt werden kann, können ein schneller und deutlicher Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit sein, einhergehend u.U. mit höherem Puls. Das Auftreten von Fieber ist nicht obligatorisch.

4 Diagnostik

Laborchemisch können sich Zeichen einer Entzündungsreaktion wie Leukozytose, erhöhtes CRP und erhöhte BSG zeigen.

Im EKG treten ggf. Veränderungen wie Niedervoltage oder ST-Hebungen auf, die auf eine Perikarditis hinweisen. Im Röntgenthorax ist in manchen Fällen eine Kardiomegalie nachweisbar, in der Echokardiographie ein Erguss.

5 Therapie

Patienten, die eine Dressler-Myokarditis entwickelt haben, werden mit hohen NSAR-Dosen behandelt. ASS wird dabei als Therapie der ersten Wahl empfohlen.[1] Ergänzend kann man Colchicin geben. Es scheint auch bei präventiver Gabe die Inzidenz einer Dressler-Myokarditis zu reduzieren.

6 Quellen

  1. ESC-Pocket-Guidelines 2015, abgerufen am 11.9.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Januar 2022 um 08:59 Uhr bearbeitet.

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