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Postinfektiöse Glomerulonephritis: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei der '''postinfektiösen Glomerulonephritis''' handelt es sich um eine [[Entzündung]] der Nierenkörperchen, der [[Glomerulus|Glomeruli]] welche durch eine Immunreaktion bei einer [[Infektion]] mit nephritogene [[Streptokokken]] entsteht.
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Bei der '''postinfektiösen Glomerulonephritis''' handelt es sich um eine [[Entzündung]] der Nierenkörperchen ([[Glomerulus|Glomeruli]]), welche durch eine [[Immunreaktion]] bei einer [[Infektion]] mit [[nephritogen]]en [[Streptokokken]] entsteht.
  
 
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Bei einer Infektion durch nephritogene [[Hämolyse|ß-hämolysierende]] [[A-Streptokokken]] ([[Serotyp]]en 1, 3, 4, 12 bei Infektionen der oberen [[Atemwege]]; Serotyp 49 bei [[Haut]]infektionen) kommt es zu einer Bildung von [[Antikörper]]n, welche sich einerseits gegen [[Epitop]]e auf der Streptokokkenoberfläche, andererseits aber auch gegen körpereigene Strukturen der Glomeruli richten.  
*Einwanderung von [[Granulozyt|neutrophilen Granulozyten]] die proinflammatorische [[Zytokin]]e freisetzen
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*Aktivierung des [[Komplementsystem]]s mit Bildung des [[C5b-9-Lysekomplexes]]. Dieser lysiert [[Membranprotein]]e und führt zur Schädigung der glomerulären Basalmembran.
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Die Antikörper lagern sich als [[Immunkomplex]]e an der Außenseite der glomerulären [[Basalmembran]] ab und bilden elektronenmikroskopisch sichtbare Höcker ("[[Humps]]").  Die folgende Entzündungsreaktion manifestiert sich durch
*Als Reaktion auf das [[Inflammation|inflammatorische Geschehen]] reagieren die glomerulären Bestandteile mit [[Ödem|Schwellung]] der [[Endothel]]zellen, [[Kapillare|Kapillarverschlus]] und Mesangiumproliferation
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*Einwanderung von [[neutrophiler Granulozyt|neutrophilen Granulozyten]], die proinflammatorische [[Zytokin]]e freisetzen
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*Aktivierung des [[Komplementsystem]]s mit Bildung des [[C5b-9-Lysekomplex]]es. Dieser lysiert [[Membranprotein]]e und führt zur Schädigung der glomerulären [[Basalmembran]].
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*Als Reaktion auf das [[Inflammation|inflammatorische Geschehen]] reagieren die glomerulären Bestandteile mit einer [[Ödem|Schwellung]] der [[Endothel]]zellen, [[Blutkapillare|Kapillarverschluss]] und [[Mesangium]]proliferation.
  
 
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Im Urin lassen sich eine [[Erythrozyturie]] und [[Proteinurie]] sowie Erythrozyten- und [[Leukozytenzylinder]] nachweisen. Im Serum ist der [[Komplementfaktor]] [[C3]] erniedrigt, die [[GOT]] und der [[Streptolysin]]titer erhöht. Bei schweren Verläufen mit Niereninsuffizienz finden sich eine [[Hyperkaliämie]] und eine [[Hyponatriämie]]. [[Kreatinin]] und [[Harnstoff]] sind meist garnicht oder nur leicht erhöht.
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Im Urin lassen sich eine [[Erythrozyturie]] und [[Proteinurie]], sowie [[Erythrozytenzylinder|Erythrozyten]]- und [[Leukozytenzylinder]] nachweisen. Im Serum ist der [[Komplementfaktor]] [[C3]] erniedrigt, die [[GOT]] und der [[Streptolysintiter]] erhöht. Bei schweren Verläufen mit Niereninsuffizienz finden sich eine [[Hyperkaliämie]] und eine [[Hyponatriämie]]. [[Kreatinin]] und [[Harnstoff]] sind meist gar nicht oder nur leicht erhöht.
  
 
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Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss der Salz- und [[Wasserhaushalt]] kontrolliert werden ([[Diuretika]] und [[Antihypertensiva]]) um [[Ödem]]e und eine [[Hypertonie]] zu vermeiden. Trotz abgeklungener Infektion wird [[prophylaktisch]] mit [[Penicillin]]en (30.000-50.000E/kg/Tag) behandelt.
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Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss der Salz- und [[Wasserhaushalt]] kontrolliert werden ([[Diuretikum|Diuretika]] und [[Antihypertensivum|Antihypertensiva]]), um [[Ödem]]e und eine [[Hypertonie]] zu vermeiden. Trotz abgeklungener Infektion wird [[prophylaktisch]] mit [[Penicillin]]en (30.000-50.000[[i.E.]]/kg/Tag) behandelt.
 
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[[Fachgebiet:Nephrologie]][[Fachgebiet:Kinderheilkunde]][[Fachgebiet:Mikrobiologie]]

Version vom 3. Dezember 2008, 02:39 Uhr

Synonym: Poststreptokokken-Glomerulonephritis
Englisch: Post-streptococcal glomerulonephritis

1 Definition

Bei der postinfektiösen Glomerulonephritis handelt es sich um eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomeruli), welche durch eine Immunreaktion bei einer Infektion mit nephritogenen Streptokokken entsteht.

2 Inzidenz

Die meisten Erkrankungen treten zwischen dem 2. bis 10. Lebensjahr auf. Jungen sind häufiger betroffen.

3 Ätiologie

Bei einer Infektion durch nephritogene ß-hämolysierende A-Streptokokken (Serotypen 1, 3, 4, 12 bei Infektionen der oberen Atemwege; Serotyp 49 bei Hautinfektionen) kommt es zu einer Bildung von Antikörpern, welche sich einerseits gegen Epitope auf der Streptokokkenoberfläche, andererseits aber auch gegen körpereigene Strukturen der Glomeruli richten.

Die Antikörper lagern sich als Immunkomplexe an der Außenseite der glomerulären Basalmembran ab und bilden elektronenmikroskopisch sichtbare Höcker ("Humps"). Die folgende Entzündungsreaktion manifestiert sich durch

4 Symptome

6-20 Tage post infectionem treten auf

In den meisten Fällen ist die Erkrankung selbstlimitierend und hat eine gute Prognose. Ein foudroyanter Verlauf mit Niereninsuffizienz, Hirnödem, und Krampfanfällen kann jedoch trotzdem in 1-10% der Fälle auftreten.

5 Diagnose

Im Urin lassen sich eine Erythrozyturie und Proteinurie, sowie Erythrozyten- und Leukozytenzylinder nachweisen. Im Serum ist der Komplementfaktor C3 erniedrigt, die GOT und der Streptolysintiter erhöht. Bei schweren Verläufen mit Niereninsuffizienz finden sich eine Hyperkaliämie und eine Hyponatriämie. Kreatinin und Harnstoff sind meist gar nicht oder nur leicht erhöht.

6 Therapie

Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss der Salz- und Wasserhaushalt kontrolliert werden (Diuretika und Antihypertensiva), um Ödeme und eine Hypertonie zu vermeiden. Trotz abgeklungener Infektion wird prophylaktisch mit Penicillinen (30.000-50.000i.E./kg/Tag) behandelt.

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