Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Positivliste: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 1: Zeile 1:
 +
''Synonym: Vorschlagsliste''
 +
 
==Definition==
 
==Definition==
Mit einer Vorschlagsliste (Positivliste) wollte der Bundesminister für Gesundheit durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die verordnungsfähigen Arzneimittel auf inhaltlich definierte Produkte beschränken. Nicht aufgenommen werden sollten:
+
Unter einer '''Positivliste''' versteht man ein [[Arzneimittelverzeichnis|Verzeichnis]], das alle [[Arzneimittel]] aufführt, die zu Lasten der [[GKV]] verordnet werden können. Im Umkehrschluss sind Arzneimittel, die nicht in der Positivliste erscheinen, nicht zu Lasten der GKV verordnungsfähig.
# Arzneimittel mit einem nur geringfügigem Nutzen oder zweifelhafter therapeutischer Zuverlässigkeit.
+
# Arzneimittel mit nicht erforderlichen Bestandteilen oder Arzneimittel, deren Wirkungen wegen der Vielzahl der Wirkstoffe nicht in ausreichender Sicherheit beurteilt werden können.
+
# Bagatellarzneimittel.
+
Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen, Hydrotherapie, Homöopathie und Anthroposophie sollten besonders berücksichtigt werden.
+
Die meisten Europäischen Länder mit Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland fürhen Positivlisten für Arzneimittel. Auch die Schweiz hat mit einer Spezialitätenliste die Idee von einer durch Experten geprüften Auswahl von erstattungsfähigen Mediementen umgesetzt.
+
  
2019 erscheint der Begriff Positivliste neu im Zusammhang mit der Zuwanderung von Fachkräften in Ausbildungsberufe.<ref>https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/dok_ba015465.pdf</ref>
+
=Hintergrund==
 +
Mit von Deutschland führen die meisten europäischen Länder Positivlisten für Arzneimittel. Auch die Schweiz hat mit einer Spezialitätenliste die Idee von einer durch Experten geprüften Auswahl von erstattungsfähigen Medikamenten umgesetzt.
  
<references />
+
In Deutschland wurde 1992 im [[Gesundheitsstrukturgesetz]] die Einführung einer Positivliste  geplant. Trotz mehrerer Anläufe wurde die Idee jedoch nicht umgesetzt. Die Verabschiedung eines [[Arzneimittel-Positivlistengesetz]]es (AMPoLG) wurde zuletzt 2003 zurückgestellt. Deutschland verfügt aber durch die mit dem [[AMNOG]] eingeführte [[Nutzenbewertung]] von neu zugelassenen Arzneimitteln über ein Steuerungsinstrument, das mit der Positivliste vergleichbar ist. Arzneimittel, die einen [[Zusatznutzen]] gegenüber einer [[zweckmäßige Vergleichstherapie|zweckmäßigen Vergleichstherapie]] nachweisen können, sind grundsätzlich zu Lasten der GKV verordnungsfähig. Arzneimittel ohne Zusatznutzen werden in eine bestehende [[Festbetrag]]sgruppe eingeordnet, was im Effekt einem Marktausschluss gleichkommt.
[[Tag:Harmonisierung]]
+
[[Fachgebiet:Gesundheitswesen]]
[[Tag:Positives Recht]]
+
[[Tag:Verzeichnis]]
[[Tag:Rechtsangleichung]]
+
[[Tag:Sozialgesetzbuch]]
+

Version vom 7. Juli 2019, 15:17 Uhr

Synonym: Vorschlagsliste

1 Definition

Unter einer Positivliste versteht man ein Verzeichnis, das alle Arzneimittel aufführt, die zu Lasten der GKV verordnet werden können. Im Umkehrschluss sind Arzneimittel, die nicht in der Positivliste erscheinen, nicht zu Lasten der GKV verordnungsfähig.

2 Hintergrund=

Mit von Deutschland führen die meisten europäischen Länder Positivlisten für Arzneimittel. Auch die Schweiz hat mit einer Spezialitätenliste die Idee von einer durch Experten geprüften Auswahl von erstattungsfähigen Medikamenten umgesetzt.

In Deutschland wurde 1992 im Gesundheitsstrukturgesetz die Einführung einer Positivliste geplant. Trotz mehrerer Anläufe wurde die Idee jedoch nicht umgesetzt. Die Verabschiedung eines Arzneimittel-Positivlistengesetzes (AMPoLG) wurde zuletzt 2003 zurückgestellt. Deutschland verfügt aber durch die mit dem AMNOG eingeführte Nutzenbewertung von neu zugelassenen Arzneimitteln über ein Steuerungsinstrument, das mit der Positivliste vergleichbar ist. Arzneimittel, die einen Zusatznutzen gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie nachweisen können, sind grundsätzlich zu Lasten der GKV verordnungsfähig. Arzneimittel ohne Zusatznutzen werden in eine bestehende Festbetragsgruppe eingeordnet, was im Effekt einem Marktausschluss gleichkommt.

Tags:

Fachgebiete: Gesundheitswesen

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juli 2019 um 15:19 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (5 ø)

522 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: