Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Polycythaemia vera: Unterschied zwischen den Versionen

(Pathogenese)
 
(40 dazwischenliegende Versionen von 13 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
''Synonym: PV''
+
''Synonyme: PV, PCV, Vaquez-Osler-Krankheit''<br />
 +
'''''Englisch:''' primary myelopathic polycythemia''
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Bei der '''Polycythaemia vera''', kurz '''PV''', handelt es sich um eine seltene [[myeloproliferative Erkrankung]], bei der es zu einer Vermehrung aller drei Blutzellreihen (inbesondere [[Erythrozyten]], jedoch auch [[Thrombozyten]] und [[Leukozyten]]) im Blut kommt.  
+
Bei der '''Polycythaemia vera''', kurz '''PV''', handelt es sich um eine seltene [[myeloproliferative Erkrankung]], bei der es zu einer Vermehrung aller drei Blutzellreihen (inbesondere [[Erythrozyt]]en, jedoch auch [[Thrombozyt]]en und [[Leukozyt]]en) im Blut kommt.  
Dieser autonomen Proliferation aller drei Zellreihen liegt eine Mutation einer [[myeloische Stammzelle | myeloischen Stammzelle]] (blutbildende Stammzelle im Knochenmark) zugrunde.
+
 
 +
Dieser autonomen Proliferation aller drei Zellreihen liegt eine [[Mutation]] einer [[myeloische Stammzelle | myeloischen Stammzelle]] (blutbildende Stammzelle im Knochenmark) zugrunde.
 +
 
 +
''siehe auch:'' [[Myelopoese]]
  
 
==Epidemiologie==
 
==Epidemiologie==
Die Polycythaemia vera ist eine seltene Erkrankung. Die Inzidenz liegt bei 0,5 Erankungen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Es ist ein Häufigkeitsgipfel beim Alter von 60 Jahren zu verzeichnen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
+
Die Polycythaemia vera ist eine [[seltene Erkrankung]]. Die [[Inzidenz]] liegt bei 0,5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Es ist ein Häufigkeitsgipfel im Alter von 60 Jahren zu verzeichnen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  
 
==Pathogenese==
 
==Pathogenese==
Die Ätiologie der Erkrankung ist nicht geklärt. Man vermutet u.a. die Beteiligung [[ionische Strahlung | ionischer Strahlung]] und [[chemische Noxen | chemischer Noxen]] (z.B. [[Benzol]]) als Auslöser der Erkrankung. Meist ist jedoch kein Auslöser eruierbar.
+
Die [[Ätiologie]] der Erkrankung ist nicht geklärt. Man vermutet u.a. die Beteiligung [[ionisierende Strahlung |ionisierender Strahlung]] und chemischer [[Noxe]]n (z.B. [[Benzol]]) als Auslöser der Erkrankung. Meist ist jedoch kein Auslöser eruierbar.
Es ist bekannt, dass in ca. 80% der Fälle eine Mutation des Janus-Kinase-2-Gens (JAK2) vorliegt. In ca. 20% der Fälle geht eine Polycythaemia vera in eine Osteomyelosklerose über.
+
 
 +
Es ist bekannt, dass in mehr als 90% der Fälle eine Mutation des Janus-Kinase-2-Gens (JAK2) vorliegt, die [[JAK2-V617F-Punktmutation]]. In ca. 20% der Fälle geht eine Polycythaemia vera in eine [[Osteomyelosklerose]] über.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
 
Im Vordergrund steht eine [[Polyglobulie]] mit [[Erythrozytose]]. Das [[Blutvolumen]] ist insgesamt meist stark vermehrt.
 
Im Vordergrund steht eine [[Polyglobulie]] mit [[Erythrozytose]]. Das [[Blutvolumen]] ist insgesamt meist stark vermehrt.
Die Vermehrung der Erythrozyten macht sich anfangss als Hautrötung 8Plethora) bemerkbar. Später, bei Hämatokrit-Werten über 55% kann es zum [[Hyperviskositäts-Syndrom]] kommen, da die Zähigkeit des Blutes ([[Blutviskosität]]) deutlich ansteigt.  
+
 
Eine besonders gefährliche Folge davon ist eine [[Mangeldurchblutung]] (Ischämie) des Gehirns (zerebrale Ischämie von leichtem [[Schwindel]], [[TIA]] bis hin zum [[Schlaganfall]]), Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße ([[Anginina pectoris]] bis [[Herzinfarkt]]), auch periphere Durchblutungsströungen ([[Akrozyanose]]).
+
Die Vermehrung der Erythrozyten macht sich anfangs als Hautrötung ([[Plethora]]) bemerkbar, im weiteren Verlauf auch als anfallsweise auftretende [[Erythromelalgie]]. Später, bei Hämatokrit-Werten über 55% kann es zum [[Hyperviskositätssyndrom]] kommen, da die Zähigkeit des Blutes ([[Blutviskosität]]) deutlich ansteigt.  
Auch kann eine [[Hypertonie]] (erhöhter Blutdruck) entstehen.
+
 
Im fortschreitenden Krankheitsverlauf kann es zu [[Splenomegalie]] und  (ca. ab Hämatokritca von 60%) zu gefährlichen [[Thrombose]]n bzw. [[Thormboembolien]] ([[tiefe Beinvenenthrombose]]n, [[Lungenembolie]], [[Myokardinfarkt]], etc.)
+
Eine besonders gefährliche Folge davon ist eine [[Mangeldurchblutung]] (Ischämie) des Gehirns (zerebrale Ischämie von leichtem [[Schwindel]], [[TIA]] bis hin zum [[Schlaganfall]]), Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße ([[Angina pectoris]] bis [[Herzinfarkt]]), auch periphere Durchblutungsstörungen ([[Akrozyanose]]). Es kann eine [[Hypertonie]] entstehen.
kommen. Häufig ist aber auch eine verstärkte [[Blutungsneigung]] (hämorrhagische Diathesen) zu beobachten (trotz Thrombozytose wegen Thrombopathie). Zusätzlich quält die Patienten z.T. ein starker [[Pruritus]] (Juckreiz), der auch nicht auf Therapie anspricht.
+
 
 +
Im fortschreitenden Krankheitsverlauf kann es zu [[Splenomegalie]] (ca. 75%), [[Hepatomegalie]] (ca. 30%) und - ab einem [[Hämatokrit]] von ca. 60% - zu gefährlichen [[Thrombose]]n bzw. [[Thromboembolie]]n (tiefe [[Beinvenenthrombose]]n, [[Lungenembolie]], [[Myokardinfarkt]] etc.) kommen. Häufig ist aber auch eine verstärkte Blutungsneigung ([[hämorrhagische Diathese]]) zu beobachten, die trotz [[Thrombozytose]] aufgrund der [[Thrombopathie]] auftritt. Zusätzlich quält die Patienten z.T. ein starker [[Pruritus]], der auch nicht auf Therapie anspricht.
 +
 
 +
<dcMediaViewer showtitle="yes" align="center" size="m" items="img_23819" />
  
 
==Diagnostik==
 
==Diagnostik==
Zur Diagnostik gehöhren
+
Zur Diagnostik gehören:
*[[Blutbild]]
+
* Labordiagnostik
**erhöhte Erys, Leukos (mit relativer Lymphopenie) und Thrombos
+
**[[Hämatokrit]] und [[Hb|Hämoglobingehalt]] erhöht
**[[alkalische Leukozytenphosphatase]] erhöht
+
**[[Erythrozytose]], [[Leukozytose]] (mit relativer [[Lymphopenie]]) und [[Thrombozytose]]
 +
**[[alkalische Leukozytenphosphatase]] (ALP) erhöht
 +
**[[LDH]] sowie [[Harnsäure]] erhöht (vermehrter Zellzerfall)
 +
**[[BSG]] erniedrigt
 
**[[Erythropoetin]] erniedrigt
 
**[[Erythropoetin]] erniedrigt
*[[Knochenmarkpunktion]]: Hyperzellulärit, Eisenverarmung
+
**[[Basophilie]]
 +
*[[Knochenmarkpunktion]]: Hyperzelluläres Knochenmark, Eisenverarmung
 
*ggf. Nachweis von [[JAK2]]-Mutation
 
*ggf. Nachweis von [[JAK2]]-Mutation
  
Es haben sich dei WHO-Diagnosekriterien etabliert.
+
=== WHO-Kriterien ===
*Kategorie A
+
Es haben sich die [[WHO]]-Diagnosekriterien etabliert<ref>Thiele J, Kvasnicka HM: ''The 2008 WHO diagnostic criteria for polycythemia vera, essential thrombocythemia, and primary myelofibrosis.'' Current Hematologic Malignancy Reports, Vol. 4(1) / Januar 2009, S. 33-40</ref>. Eine PV wird diagnostiziert, wenn A1 und A2 und eine der übrigen Kriterien der Kategorie A vorliegen oder wenn A1 und A2 und zwei Kriterien der Kategorie B vorliegen.
**A1: Hämatokrit >25% über Normwert oder Hb > 185g/l (Männer) bzs. >165g/l (Frauen)
+
*'''Kategorie A'''
**A2: Erythrozytose nicht sekundär bedingt (Polyglobulie nicht durch bedingt durch [[Tumor]], [[Hypoxie]] oder [[familiär]]e oder andere [[Hb-Anomalie]]n)
+
**A1: Hämatokrit > 25% über Normwert oder Hb > 185 g/l (Männer) bzw. > 165 g/l (Frauen)
**A3: Splenomegalie
+
**A2: Erythrozytose nicht sekundär bedingt (Polyglobulie nicht bedingt durch [[Tumor]], [[Hypoxie]] oder [[familiär]]e oder andere [[Hb-Anomalie]]n)
 +
**A3: [[Splenomegalie]]
 
**A4: Nachweis einer klonalen genetischen Anomalie aus KM
 
**A4: Nachweis einer klonalen genetischen Anomalie aus KM
**A5: erythroide Kloniebildung in vitro
+
**A5: erythroide Koloniebildung in vitro
*Kategorie B
+
*'''Kategorie B'''
**B1: Throbozyten > 400/nl
+
**B1: Thrombozyten > 400/nl
**B2: Leukos > 12*19^9/nl
+
**B2: Leukos > 12*10^9/nl
 
**B3: KM-Proliferation mit überwiegend erythropoetisch und megakaryozytär
 
**B3: KM-Proliferation mit überwiegend erythropoetisch und megakaryozytär
 
**B4: Serum-Erytrhopoetin erniedrigt
 
**B4: Serum-Erytrhopoetin erniedrigt
 
Eine PV wird diagnostiziert, wenn A1 und A2 und eine der übrigen Kategorien von A vorliegen oder wenn A1 und A2 und zwei Kategorien von B vorliegen.
 
  
 
==Therapie==
 
==Therapie==
Es gibt keine Heilung bei der PV. Sie wird in erster Linie [[symptomatisch]] therapiert mit
+
Es gibt keine Heilung bei der PV. Sie wird in erster Linie [[symptomatisch]] therapiert mit:
 
*[[Aderlass | Aderlässen]]
 
*[[Aderlass | Aderlässen]]
 
*[[Thrombozytenaggregationshemmer]]n
 
*[[Thrombozytenaggregationshemmer]]n
 
*[[Allopurinol]]
 
*[[Allopurinol]]
Bringen auch häufige Aderlässe (alle 4-8 Wochen) keinen Erfolg, so kann eine Therapie mit [[Interferon-alpha]] oder [[Hydroxyharnstoff]] (zytoreduktive Therapie) durchgeführt werden.
+
Bringen auch häufige Aderlässe (alle 4-8 Wochen) keinen Erfolg, so kann eine Therapie mit [[Interferon-alpha]] (bevorzugt jüngere Patienten) oder [[Hydroxyharnstoff]] ([[zytoreduktive Therapie]]) durchgeführt werden.
 +
 
 +
Bei Resistenz oder Unverträglichkeiten bleibt die Eskalation der zytoreduktiven Therapie mit [[Ruxolitinib]] (Tyrosinkinaseinhibitor), [[Busulfan]] oder [[Radiophosphor]] (P<sup>32</sup>)
 +
 
 +
==Prognose und Komplikationen==
 +
Die Polycythaemia vera ist vor allem dann ein Risiko, wenn sie unerkannt bleibt. Unbehandelt beträgt die mittlere Überlebenszeit nur wenige Jahre.
 +
 
 +
Gefürchtete [[Komplikation]]en sind:
 +
*Thrombozytendysfunktion:
 +
**Thromboembolische Ereignisse ([[Myokardinfarkt]], [[Apoplex]])
 +
**Thrombosen ([[Budd-Chiari-Syndrom]])
 +
**[[Hämorrhagische Diathese|Hämorrhagische Diathesen]]
 +
*Übergang in eine andere myeloproliferative Erkrankung
 +
**[[Osteomyelofibrose]]
 +
**[[Akute myeloische Leukämie]]
 +
 
 +
Die Betroffenen können jedoch eine normale [[Lebenserwartung]] haben, wenn die Erkrankung kontinuierlich beobachtet und im Bedarfsfall behandelt wird.
 +
 
 +
==Quellen==
 +
<references/>
  
==Prognose==
+
==Weblinks==
Die mittlere Überlebenszeit beträgt ohne Therapie nur ca. 2 Jahre, mit Therapie ca. 10-15 Jahre. Die Haupt-[[Todesursache]]n dabei sind Thrombopathie (Thromboembolien und Gerinnungsstörungen) und  Osteomyelofibrose.
+
* [http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/polycythaemia-vera-pv Behandlungsleitlinien]
 +
* [http://www.mpn-netzwerk.de/polycythaemia-vera.html Selbsthilfenetzwerk - Kontakt zu Betroffenen]
 +
[[Fachgebiet:Hämatologie]]
 
[[Fachgebiet:Innere Medizin]]
 
[[Fachgebiet:Innere Medizin]]
 +
[[Fachgebiet:Onkologie]]
 +
[[Tag:Blut]]
 +
[[Tag:Leukämie]]

Aktuelle Version vom 15. November 2019, 12:37 Uhr

Synonyme: PV, PCV, Vaquez-Osler-Krankheit
Englisch: primary myelopathic polycythemia

1 Definition

Bei der Polycythaemia vera, kurz PV, handelt es sich um eine seltene myeloproliferative Erkrankung, bei der es zu einer Vermehrung aller drei Blutzellreihen (inbesondere Erythrozyten, jedoch auch Thrombozyten und Leukozyten) im Blut kommt.

Dieser autonomen Proliferation aller drei Zellreihen liegt eine Mutation einer myeloischen Stammzelle (blutbildende Stammzelle im Knochenmark) zugrunde.

siehe auch: Myelopoese

2 Epidemiologie

Die Polycythaemia vera ist eine seltene Erkrankung. Die Inzidenz liegt bei 0,5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Es ist ein Häufigkeitsgipfel im Alter von 60 Jahren zu verzeichnen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

3 Pathogenese

Die Ätiologie der Erkrankung ist nicht geklärt. Man vermutet u.a. die Beteiligung ionisierender Strahlung und chemischer Noxen (z.B. Benzol) als Auslöser der Erkrankung. Meist ist jedoch kein Auslöser eruierbar.

Es ist bekannt, dass in mehr als 90% der Fälle eine Mutation des Janus-Kinase-2-Gens (JAK2) vorliegt, die JAK2-V617F-Punktmutation. In ca. 20% der Fälle geht eine Polycythaemia vera in eine Osteomyelosklerose über.

4 Klinik

Im Vordergrund steht eine Polyglobulie mit Erythrozytose. Das Blutvolumen ist insgesamt meist stark vermehrt.

Die Vermehrung der Erythrozyten macht sich anfangs als Hautrötung (Plethora) bemerkbar, im weiteren Verlauf auch als anfallsweise auftretende Erythromelalgie. Später, bei Hämatokrit-Werten über 55% kann es zum Hyperviskositätssyndrom kommen, da die Zähigkeit des Blutes (Blutviskosität) deutlich ansteigt.

Eine besonders gefährliche Folge davon ist eine Mangeldurchblutung (Ischämie) des Gehirns (zerebrale Ischämie von leichtem Schwindel, TIA bis hin zum Schlaganfall), Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße (Angina pectoris bis Herzinfarkt), auch periphere Durchblutungsstörungen (Akrozyanose). Es kann eine Hypertonie entstehen.

Im fortschreitenden Krankheitsverlauf kann es zu Splenomegalie (ca. 75%), Hepatomegalie (ca. 30%) und - ab einem Hämatokrit von ca. 60% - zu gefährlichen Thrombosen bzw. Thromboembolien (tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolie, Myokardinfarkt etc.) kommen. Häufig ist aber auch eine verstärkte Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) zu beobachten, die trotz Thrombozytose aufgrund der Thrombopathie auftritt. Zusätzlich quält die Patienten z.T. ein starker Pruritus, der auch nicht auf Therapie anspricht.

5 Diagnostik

Zur Diagnostik gehören:

5.1 WHO-Kriterien

Es haben sich die WHO-Diagnosekriterien etabliert[1]. Eine PV wird diagnostiziert, wenn A1 und A2 und eine der übrigen Kriterien der Kategorie A vorliegen oder wenn A1 und A2 und zwei Kriterien der Kategorie B vorliegen.

  • Kategorie A
    • A1: Hämatokrit > 25% über Normwert oder Hb > 185 g/l (Männer) bzw. > 165 g/l (Frauen)
    • A2: Erythrozytose nicht sekundär bedingt (Polyglobulie nicht bedingt durch Tumor, Hypoxie oder familiäre oder andere Hb-Anomalien)
    • A3: Splenomegalie
    • A4: Nachweis einer klonalen genetischen Anomalie aus KM
    • A5: erythroide Koloniebildung in vitro
  • Kategorie B
    • B1: Thrombozyten > 400/nl
    • B2: Leukos > 12*10^9/nl
    • B3: KM-Proliferation mit überwiegend erythropoetisch und megakaryozytär
    • B4: Serum-Erytrhopoetin erniedrigt

6 Therapie

Es gibt keine Heilung bei der PV. Sie wird in erster Linie symptomatisch therapiert mit:

Bringen auch häufige Aderlässe (alle 4-8 Wochen) keinen Erfolg, so kann eine Therapie mit Interferon-alpha (bevorzugt jüngere Patienten) oder Hydroxyharnstoff (zytoreduktive Therapie) durchgeführt werden.

Bei Resistenz oder Unverträglichkeiten bleibt die Eskalation der zytoreduktiven Therapie mit Ruxolitinib (Tyrosinkinaseinhibitor), Busulfan oder Radiophosphor (P32)

7 Prognose und Komplikationen

Die Polycythaemia vera ist vor allem dann ein Risiko, wenn sie unerkannt bleibt. Unbehandelt beträgt die mittlere Überlebenszeit nur wenige Jahre.

Gefürchtete Komplikationen sind:

Die Betroffenen können jedoch eine normale Lebenserwartung haben, wenn die Erkrankung kontinuierlich beobachtet und im Bedarfsfall behandelt wird.

8 Quellen

  1. Thiele J, Kvasnicka HM: The 2008 WHO diagnostic criteria for polycythemia vera, essential thrombocythemia, and primary myelofibrosis. Current Hematologic Malignancy Reports, Vol. 4(1) / Januar 2009, S. 33-40

9 Weblinks

Diese Seite wurde zuletzt am 15. November 2019 um 12:37 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

44 Wertungen (3.25 ø)

326.416 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: