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Plexus brachialis: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
 
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Der '''Plexus brachialis''' ist ein [[Nervengeflecht]] des peripheren Nervensystems ([[PNS]]), das aus den [[anterior|anterioren]] Ästen ([[Ramus|Rami]]) der [[Spinalnerv]]en [[C5]]-[[C8]] und [[Th1]] gebildet wird. Aus ihm gehen Nerven für [[Arm]], [[Schulter]] und [[Brust]] hervor.
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Der '''Plexus brachialis''' ist ein [[Nervengeflecht]] des peripheren Nervensystems ([[PNS]]), das aus den [[anterior|anterioren]] Ästen ([[Ramus|Rami]]) der [[Spinalnerv]]en [[C5]]-[[C8]] und [[Th1]] gebildet wird. Aus ihm gehen [[Nerv]]en für [[Arm]], [[Schulter]] und [[Brust]] hervor.
  
 
==Funktion==
 
==Funktion==
 
Der Plexus brachialis sorgt für die motorische Innervation der [[Schultermuskulatur|Schulter]]- und [[Brustmuskulatur]] sowie für die [[motorisch]]e und [[sensibel|sensible]] Innervation des Arms und der Hand.
 
Der Plexus brachialis sorgt für die motorische Innervation der [[Schultermuskulatur|Schulter]]- und [[Brustmuskulatur]] sowie für die [[motorisch]]e und [[sensibel|sensible]] Innervation des Arms und der Hand.
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==Embryologie==
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Der komplexe Aufbau des Plexus brachialis ergibt sich durch das Auswachsen der [[Extremitätenknospe]]n am Ende der 4. [[Embryonalwoche]]. Im Rahmen dieses Vorgangs kommt es zu einer Verlagerung der ursprünglich segmental nebeneinander angeordneten [[Myotom]]e. Die zugehörigen Nerven (Rami ventrales der Spinalnerven C5 - Th1) folgen den Myotomen und verflechten sich dadurch zum Plexus brachialis. Die mittleren Bereiche (z.B. [[C7]]) werden im Rahmen des Extremitätenwachstums am weitesten nach [[distal]] geschoben.
  
 
==Strukturelle Gliederung==
 
==Strukturelle Gliederung==
 
Nach strukturellen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis grob in drei Abschnitte gliedern: die '''Trunci''' (Stämme), die '''Fasciculi '''(Bündel) und die daraus schließlich entspringenden '''Nervi''' (Nerven).
 
Nach strukturellen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis grob in drei Abschnitte gliedern: die '''Trunci''' (Stämme), die '''Fasciculi '''(Bündel) und die daraus schließlich entspringenden '''Nervi''' (Nerven).
  
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===Trunci===
 
===Trunci===
Die so genannten Trunci (Stämme) oder Primärstränge sind die direkt auf die vorderen Spinalnervenäste folgenden Hauptstämme des Plexus brachialis, welche zwischen den [[Skalenusmuskeln]] durch die senkrecht verlaufende [[Skalenuslücke]] ziehen. Aufgrund ihrer topographischen Anordnung unterscheidet man:
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Die so genannten ''Trunci'' oder ''Primärstämme'' sind die direkt auf die vorderen Spinalnervenäste folgenden Hauptstämme des Plexus brachialis, welche zwischen den [[Skalenusmuskeln]] durch die senkrecht verlaufende [[Skalenuslücke]] ziehen. Aufgrund ihrer topographischen Anordnung unterscheidet man:
 
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* Truncus superior: Entsteht durch Vereinigung der Nervenfasern aus [[C5]] und [[C6]]
 
* Truncus superior: Entsteht durch Vereinigung der Nervenfasern aus [[C5]] und [[C6]]
 
* Truncus medius: Entsteht direkt aus den Nervenfasern aus [[C7]]
 
* Truncus medius: Entsteht direkt aus den Nervenfasern aus [[C7]]
 
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Zusätzlich können als anatomische Variation kleinere Faseranteile des vierten Zervikalsegments ([[C4]]) und des zweiten Thorakalsegments ([[Th2]]) an der Bildung des Plexus brachialis beteiligt sein.
 
Zusätzlich können als anatomische Variation kleinere Faseranteile des vierten Zervikalsegments ([[C4]]) und des zweiten Thorakalsegments ([[Th2]]) an der Bildung des Plexus brachialis beteiligt sein.
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Nach seinem Durchtritt durch die Skalenuslücke wird der Plexus brachialis von einer derben Bindegewebshülle eingescheidet, die ihn bis in die [[Axilla]] begleitet. Sie enthält neben den Nerven auch die [[Arteria axillaris|Arteria]] und [[Vena axillaris]].
  
 
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Im weiteren Verlauf nach [[distal]] gibt jeder Truncus einen vorderen und einen hinteren Ast ab (Divisiones anteriores et posteriores), die wiederum die Faszikel (Bündel) bilden. Diese lagern sich charakteristisch um die [[Arteria axillaris]] an, sodass sich die Nomenklatur der Faszikel auf ihre Lage zur Arterie bezieht. Man unterscheidet:
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Im weiteren Verlauf nach [[distal]] gibt jeder Truncus einen vorderen und einen hinteren Ast ab (Divisiones anteriores et posteriores), die wiederum die ''Faszikel'' (Bündel) oder ''Sekundärstämme'' bilden. Diese lagern sich charakteristisch um die Arteria axillaris an, sodass sich die Nomenklatur der Faszikel auf ihre Lage zur Arterie bezieht. Man unterscheidet:
  
 
* [[Fasciculus lateralis]]: Dieser Faszikel entsteht durch die Vereinigung der Divisiones anteriores aus dem Truncus superior und dem Truncus medius.
 
* [[Fasciculus lateralis]]: Dieser Faszikel entsteht durch die Vereinigung der Divisiones anteriores aus dem Truncus superior und dem Truncus medius.
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===Endäste===
 
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Aus den einzelnen Fasciculi wiederum gehen, eventuell durch Zusammenlagerung von Faseranteilen aus verschiedenen Faszikeln, die verschiedenen Nerven hervor, die hier kurz angerissen werden sollen:
 
Aus den einzelnen Fasciculi wiederum gehen, eventuell durch Zusammenlagerung von Faseranteilen aus verschiedenen Faszikeln, die verschiedenen Nerven hervor, die hier kurz angerissen werden sollen:
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* <i>[[Nervus radialis]]</i>: Auch dieser Nerv entstammt dem Fasciculus posterior und innerviert motorisch alle [[Extensor]]en des Arms, Teile der Handmuskeln und sensibel die [[dorsal|Dorsalseite]] des Arms.
 
* <i>[[Nervus radialis]]</i>: Auch dieser Nerv entstammt dem Fasciculus posterior und innerviert motorisch alle [[Extensor]]en des Arms, Teile der Handmuskeln und sensibel die [[dorsal|Dorsalseite]] des Arms.
  
===Übersicht: periphere Nerven des Plexus brachialis===
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===Weitere Nerven===
====Pars supraclavicularis====
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Weiterhin entspringen direkt aus den Segmenten des Rückenmarks bzw. aus den Trunci folgende Nerven:
* [[Nervus dorsalis scapulae]] (v.a. aus [[C5]])
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* [[Nervus dorsalis scapulae]]
* [[Nervus subclavius]] (aus [[C5]] und [[C6]])
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* Truncus superior (aus [[C5]] und [[C6]])
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* [[Nervus suprascapularis]]
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* [[Nervi subscapulares]]
* [[Nervus thoracicus longus]] (aus [[C5]] bis [[C7]])
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* [[Nervus thoracicus longus]]
* Truncus medius (aus [[C7]])
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* [[Nervus thoracodorsalis]]
* Truncus inferior (aus [[C8]] und [[Th1]])
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* Nervi pectorales medialis et lateralis
 
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** [[Nervus pectoralis medialis]]
** ''Radix medialis'' des [[Nervus medianus]]
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** [[Nervus pectoralis lateralis]]
** [[Nervus cutaneus brachii medialis]]
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** [[Nervus cutaneus antebrachii medialis]]
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* Fasciculus lateralis
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** [[Nervus musculocutaneus]]
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** [[Nervus pectoralis lateralis]], gelegentlich auch vor dem Fasciculus lateralis
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** ''Radix lateralis'' des [[Nervus medianus]]
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* Fasciculus posterior
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** [[Nervus axillaris]]
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==Topografische Unterteilung==
 
==Topografische Unterteilung==
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* Pars infraclavicularis: Unterhalb der Clavicula gelegen
 
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===Supraklavikulärer Teil===
 
Im [[supraklavikulär]]en Teil findet man die 3 Trunci (superior, medius und inferior) und folgende Nerven:
 
Im [[supraklavikulär]]en Teil findet man die 3 Trunci (superior, medius und inferior) und folgende Nerven:
 
* Nervus dorsalis scapulae (C4, C5)
 
* Nervus dorsalis scapulae (C4, C5)
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* Nervus suprascapularis (C4-C6)
 
* Nervus suprascapularis (C4-C6)
  
Im [[infraklavikulär]]en Teil findet man die Fasciculi (lateralis, medialis und posterior) und folgende Nerven:
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===Infraklavikulärer Teil===
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Im [[infraklavikulär]]en Teil findet man die drei Fasciculi (lateralis, medialis und posterior) des Plexus brachialis. Sie liegen in der tiefen Schicht der [[Mohrenheim-Grube]] (Fossa infraclavicularis) und werden nach ihrer relativen Lage zur [[Arteria axillaris]] bezeichnet. Die Fasciculi und ihre Äste im Einzelnen:
 
* Fasciculus lateralis
 
* Fasciculus lateralis
 
** Nervus musculocutaneus
 
** Nervus musculocutaneus
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* Nervi subscapulares (C5, C6)
 
* Nervi subscapulares (C5, C6)
 
* Nervi pectorales medialis (C8, Th1) et lateralis (C5-C7)
 
* Nervi pectorales medialis (C8, Th1) et lateralis (C5-C7)
Die Nervi subscapulares und der Nervus thoracodorsalis können auch aus dem Fasciculus posterior hervorgehen.
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''Cave'': Es gibt zahlreiche anatomische Variationen der Nervenverzweigungen. Das oben angegebene Schema stellt nur eine Möglichkeit dar. Die Nervi subscapulares und der Nervus thoracodorsalis können aus dem Fasciculus posterior hervorgehen. Der Nervus pectoralis lateralis entspringt manchmal auch aus dem Fasciculus lateralis, ebenso der Nervus pectoralis medialis aus dem Fasciculus medialis.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Nach einem teilweisen oder vollständigen Abriss der Nervenwurzeln des Plexus brachialis durch Gewalteinwirkung (z.B. Zugkräfte) oder [[Geburtstrauma|Geburtstraumen]] kommt es zur so genannten [[Armplexuslähmung]]. Sie macht sich durch charakteristische sensible und motorische Ausfälle im Bereich des Arms bemerkbar. Man unterscheidet eine obere Plexuslähmung vom Typ Erb-Duchenne und eine untere Plexuslähmung vom Typ Klumpke.
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===Erkrankungen===
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Nach einem teilweisen oder vollständigen Abriss der Nervenwurzeln des Plexus brachialis durch Gewalteinwirkung (z.B. Zugkräfte) oder [[Geburtstrauma|Geburtstraumen]] kommt es zur so genannten [[Armplexuslähmung]]. Sie macht sich durch charakteristische sensible und motorische Ausfälle im Bereich des Arms bemerkbar. Man unterscheidet eine obere Plexuslähmung vom [[Erb-Lähmung|Typ Erb-Duchenne]] und eine untere Plexuslähmung vom [[Klumpke-Lähmung|Typ Klumpke]]. Zusätzlich kann noch eine [[mittlere Armplexuslähmung]] differenziert werden, welche die Segmente C5 und C6 betrifft.
  
 
Ist der Durchtritt des Plexus brachialis durch die hintere [[Skalenuslücke]] im Halsbereich verengt, kann sich ein so genanntes [[Skalenussyndrom]] entwickeln.
 
Ist der Durchtritt des Plexus brachialis durch die hintere [[Skalenuslücke]] im Halsbereich verengt, kann sich ein so genanntes [[Skalenussyndrom]] entwickeln.
  
Die [[neuralgische Schulteramyotrophie]] ist eine [[Entzündung]] des Plexus brachialis, die durch zirkulierende [[Immunkomplex]]e ausgelöst wird.  
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Die [[neuralgische Schulteramyotrophie]] ist eine [[Entzündung]] des Plexus brachialis, die durch zirkulierende [[Immunkomplex]]e ausgelöst wird.
  
Der Plexus brachialis kann bei operativen Eingriffen am Arm oder zur Behandlung von Schmerzzuständen auch gezielt durch [[Lokalanästhetikum|Lokalanästhetika]] ausgeschaltet werden. Diese Form der regionalen Anästhesie bezeichnet man als [[Plexusanästhesie]].
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===Diagnostik===
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Die Untersuchung des Plexus brachialis ist indirekt über die [[neurologische Diagnostik|neurologische Funktionsprüfung]] der von ihm gebildeten Nerven sowie direkt über die [[neurophysiologische Diagnostik]] und [[Neuroradiologie|neuroradiologische]] [[Bildgebung]] möglich. Zur Darstellung verwendet man die [[MR-Neurografie]] mit hochauflösenden MR-Systemen.
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===Anästhesie===
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Der Plexus brachialis kann bei operativen Eingriffen am Arm oder zur Behandlung von Schmerzzuständen gezielt durch [[Lokalanästhetikum|Lokalanästhetika]] ausgeschaltet werden. Diese Form der regionalen Anästhesie bezeichnet man als [[Plexusanästhesie]]. Man unterscheidet:
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* [[Interskalenäre Plexusblockade]]
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* [[Axilläre Plexusblockade]]
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* [[Supraklavikuläre Plexusblockade]]
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'''Su'''ppen-'''Su'''ff '''do'''siert '''sk'''rupellosen '''To'''aster-'''Lo'''bbyismus.<br />
 
N. '''su'''prascapularis, N. '''su'''bclavius, N. '''do'''rsalis '''sc'''apulae, N. '''tho'''racicus '''lo'''ngus.
 
N. '''su'''prascapularis, N. '''su'''bclavius, N. '''do'''rsalis '''sc'''apulae, N. '''tho'''racicus '''lo'''ngus.
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'''35''' '''D'''ortmunder '''S'''pielen '''57''' '''T'''age '''L'''ang '''4-6''' '''S'''tunden '''S'''trippoker mit '''56''' '''SU'''nniten. Hier werden zuerst die Segmente (C3-C7), danach die Großbuchstaben für den Nerv genannt: C3-C5 N. dorsalis scapulae; C5-C7 N. thoracicus longus; C4-C6 N suprascapularis; C5-C6 N. subclavius
  
 
''siehe auch'': [[Plexus cervicalis]], [[Plexus lumbalis]], [[Plexus sacralis]]
 
''siehe auch'': [[Plexus cervicalis]], [[Plexus lumbalis]], [[Plexus sacralis]]

Aktuelle Version vom 5. Dezember 2019, 20:33 Uhr

Synonyme: Armgeflecht, Armplexus
Englisch: brachial plexus

1 Definition

Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht des peripheren Nervensystems (PNS), das aus den anterioren Ästen (Rami) der Spinalnerven C5-C8 und Th1 gebildet wird. Aus ihm gehen Nerven für Arm, Schulter und Brust hervor.

2 Funktion

Der Plexus brachialis sorgt für die motorische Innervation der Schulter- und Brustmuskulatur sowie für die motorische und sensible Innervation des Arms und der Hand.

3 Embryologie

Der komplexe Aufbau des Plexus brachialis ergibt sich durch das Auswachsen der Extremitätenknospen am Ende der 4. Embryonalwoche. Im Rahmen dieses Vorgangs kommt es zu einer Verlagerung der ursprünglich segmental nebeneinander angeordneten Myotome. Die zugehörigen Nerven (Rami ventrales der Spinalnerven C5 - Th1) folgen den Myotomen und verflechten sich dadurch zum Plexus brachialis. Die mittleren Bereiche (z.B. C7) werden im Rahmen des Extremitätenwachstums am weitesten nach distal geschoben.

4 Strukturelle Gliederung

Nach strukturellen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis grob in drei Abschnitte gliedern: die Trunci (Stämme), die Fasciculi (Bündel) und die daraus schließlich entspringenden Nervi (Nerven).

4.1 Trunci

Die so genannten Trunci oder Primärstämme sind die direkt auf die vorderen Spinalnervenäste folgenden Hauptstämme des Plexus brachialis, welche zwischen den Skalenusmuskeln durch die senkrecht verlaufende Skalenuslücke ziehen. Aufgrund ihrer topographischen Anordnung unterscheidet man:

  • Truncus superior: Entsteht durch Vereinigung der Nervenfasern aus C5 und C6
  • Truncus medius: Entsteht direkt aus den Nervenfasern aus C7
  • Truncus inferior: Entsteht durch Vereinigung der Nervenfasern aus C8 und Th1

Zusätzlich können als anatomische Variation kleinere Faseranteile des vierten Zervikalsegments (C4) und des zweiten Thorakalsegments (Th2) an der Bildung des Plexus brachialis beteiligt sein.

Nach seinem Durchtritt durch die Skalenuslücke wird der Plexus brachialis von einer derben Bindegewebshülle eingescheidet, die ihn bis in die Axilla begleitet. Sie enthält neben den Nerven auch die Arteria und Vena axillaris.

4.2 Fasciculi

Im weiteren Verlauf nach distal gibt jeder Truncus einen vorderen und einen hinteren Ast ab (Divisiones anteriores et posteriores), die wiederum die Faszikel (Bündel) oder Sekundärstämme bilden. Diese lagern sich charakteristisch um die Arteria axillaris an, sodass sich die Nomenklatur der Faszikel auf ihre Lage zur Arterie bezieht. Man unterscheidet:

  • Fasciculus lateralis: Dieser Faszikel entsteht durch die Vereinigung der Divisiones anteriores aus dem Truncus superior und dem Truncus medius.
  • Fasciculus medialis: Er entsteht aus der Divisio anterior des Truncus inferior.
  • Fasciculus posterior: Dieser Faszikel entsteht aus den drei Divisiones posteriores aller Trunci.
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4.3 Endäste

Aus den einzelnen Fasciculi wiederum gehen, eventuell durch Zusammenlagerung von Faseranteilen aus verschiedenen Faszikeln, die verschiedenen Nerven hervor, die hier kurz angerissen werden sollen:

4.4 Weitere Nerven

Weiterhin entspringen direkt aus den Segmenten des Rückenmarks bzw. aus den Trunci folgende Nerven:

5 Topografische Unterteilung

Nach topografischen Gesichtspunkten kann man den Plexus brachialis in 2 Abschnitte unterteilen:

  • Pars supraclavicularis: Oberhalb der Clavicula (Schlüsselbein) gelegen
  • Pars infraclavicularis: Unterhalb der Clavicula gelegen

5.1 Supraklavikulärer Teil

Im supraklavikulären Teil findet man die 3 Trunci (superior, medius und inferior) und folgende Nerven:

  • Nervus dorsalis scapulae (C4, C5)
  • Nervus subclavius (C5, C6)
  • Nervus thoracicus longus (C5-C7)
  • Nervus suprascapularis (C4-C6)

5.2 Infraklavikulärer Teil

Im infraklavikulären Teil findet man die drei Fasciculi (lateralis, medialis und posterior) des Plexus brachialis. Sie liegen in der tiefen Schicht der Mohrenheim-Grube (Fossa infraclavicularis) und werden nach ihrer relativen Lage zur Arteria axillaris bezeichnet. Die Fasciculi und ihre Äste im Einzelnen:

  • Fasciculus lateralis
    • Nervus musculocutaneus
    • Nervus medianus (Radix lateralis)
  • Fasciculus medialis
    • Nervus ulnaris
    • Nervus cutaneus brachii medialis
    • Nervus cutaneus antebrachii medialis
    • Nervus medianus (Radix medialis)
  • Fasciculus posterior
    • Nervus radialis
    • Nervus axillaris

Kurz vor den Faszikeln gehen die kurzen infraklavikulären Äste zu den Muskeln der Schulter ab:

  • Nervus thoracodorsalis (C6-C8)
  • Nervi subscapulares (C5, C6)
  • Nervi pectorales medialis (C8, Th1) et lateralis (C5-C7)

Cave: Es gibt zahlreiche anatomische Variationen der Nervenverzweigungen. Das oben angegebene Schema stellt nur eine Möglichkeit dar. Die Nervi subscapulares und der Nervus thoracodorsalis können aus dem Fasciculus posterior hervorgehen. Der Nervus pectoralis lateralis entspringt manchmal auch aus dem Fasciculus lateralis, ebenso der Nervus pectoralis medialis aus dem Fasciculus medialis.

6 Klinik

6.1 Erkrankungen

Nach einem teilweisen oder vollständigen Abriss der Nervenwurzeln des Plexus brachialis durch Gewalteinwirkung (z.B. Zugkräfte) oder Geburtstraumen kommt es zur so genannten Armplexuslähmung. Sie macht sich durch charakteristische sensible und motorische Ausfälle im Bereich des Arms bemerkbar. Man unterscheidet eine obere Plexuslähmung vom Typ Erb-Duchenne und eine untere Plexuslähmung vom Typ Klumpke. Zusätzlich kann noch eine mittlere Armplexuslähmung differenziert werden, welche die Segmente C5 und C6 betrifft.

Ist der Durchtritt des Plexus brachialis durch die hintere Skalenuslücke im Halsbereich verengt, kann sich ein so genanntes Skalenussyndrom entwickeln.

Die neuralgische Schulteramyotrophie ist eine Entzündung des Plexus brachialis, die durch zirkulierende Immunkomplexe ausgelöst wird.

6.2 Diagnostik

Die Untersuchung des Plexus brachialis ist indirekt über die neurologische Funktionsprüfung der von ihm gebildeten Nerven sowie direkt über die neurophysiologische Diagnostik und neuroradiologische Bildgebung möglich. Zur Darstellung verwendet man die MR-Neurografie mit hochauflösenden MR-Systemen.

6.3 Anästhesie

Der Plexus brachialis kann bei operativen Eingriffen am Arm oder zur Behandlung von Schmerzzuständen gezielt durch Lokalanästhetika ausgeschaltet werden. Diese Form der regionalen Anästhesie bezeichnet man als Plexusanästhesie. Man unterscheidet:

7 Merkhilfen

Um sich die Faszikel, aus denen die einzelnen Nerven entspringen, besser merken zu können, gibt es einige Merksprüche.

Merkspruch Nerv Faszikel
Marylin Nervus musculocutaneus Fasciculus lateralis
Monroe Nervus medianus Fasciculus lateralis und Fasciculus medialis
und Nervus ulnaris Fasciculus medialis
King Nervus cutaneus brachii medialis Fasciculus medialis
Kong Nervus cutaneus antebrachii medialis Fasciculus medialis
retten die Nervus radialis Fasciculus posterior
Anatomie Nervus axillaris Fasciculus posterior

Weiterhin mag recht hilfreich sein, wenn man sich folgendes merkt:
"Axel radelt zur Post": Der Nervus axillaris und radialis entspringen aus dem Fasciculus posterior.
"LAMM": Aus dem lateralen Faszikel entstammen der musculocutaneus und der medianus.
"Meine Mutter unterrichtet kleine Kinder": Aus dem "me"dialen Faszikel entstammen der "m"edianus, der "u"lnaris, der "c"utaneus brachii medialis sowie der "c"utaneus antebrachii medialis.

7.1 Nerven der Pars infraclavicularis

Faltig lacht meine pekinesische Lama-Mutante.
Fasciculus lateralis: N. medianus, N. pectoralis lateralis, N. musculocutaneus

Faulig meckert meine persische Meereskuh-Brünette, meistens ultra kumpelhaft an Mexikanern.
Fasciculus medialis: N. medianus, N. pectoralis medialis, N. cutaneus brachii medialis, N. ulnaris, N. cutaneus antebrachii medialis

Fauchend pokern Axt-suchende Todes-Radieschen.
Fasciculus posterior: N. axillaris, N. subscapularis, N. thoracodorsalis, N. radialis

7.2 Nerven der Pars supraclavicularis

Suppen-Suff dosiert skrupellosen Toaster-Lobbyismus.
N. suprascapularis, N. subclavius, N. dorsalis scapulae, N. thoracicus longus.

35 Dortmunder Spielen 57 Tage Lang 4-6 Stunden Strippoker mit 56 SUnniten. Hier werden zuerst die Segmente (C3-C7), danach die Großbuchstaben für den Nerv genannt: C3-C5 N. dorsalis scapulae; C5-C7 N. thoracicus longus; C4-C6 N suprascapularis; C5-C6 N. subclavius

siehe auch: Plexus cervicalis, Plexus lumbalis, Plexus sacralis

Fachgebiete: Obere Extremität

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