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Pleomorphes Xanthoastrozytom

Version vom 20. Februar 2005, 02:55 Uhr von Agnes Christine Podlewski (Diskussion | Beiträge)

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griechisch: xanthos = gelb" englisch: pleomorphic xantho astrocytoma, PXA

Definition
pleomorphe Astrozytome gehören zu den benignen Gliomen und sind häufige cerebrale Neoplasien.

1 Ätiologie

Alle Astrozytome entstehen durch pathologische Vermehrung von veränderten Astrozyten.

2 Epidemiologie

Der Altersgipfel ist zwischen 7 und 25 Jahren zu finden.

3 Pathophysiologie

Die Symptomatik kommt v.a. durch Kompression benachbarter Strukturen zustande. Bei Blutung oder Verlegung des Liquorabflusses können noch Symptome eines Schlaganfalls oder Hydrozephalus hinzukommen.

4 Lokalisation

Vor allem der Temporallappen wird befallen. Die Tumoren wachsen primär oberflächlich den Cortex und die Meningen infiltrierend, die Dura wird nicht befallen.

5 Morphologie und Histologie

Makroskopisch erscheinen die Tumoren zystisch mit einem soliden Kern. Histologisch finden sich bizarre pleomorphe Astrozyten zusammen mit gelblichen Fettzellen sowie spindelförmigen und mehrkernigen Zellen. Der Mitoseindex ist deutlich erhöht, häufig sind ebenfalls Kalzifikationen und ein dichtes retikuläres Netz. Nekrosen sind nicht vorhanden!

6 Symptomatik

Epileptische Anfälle sind das häufigste Symptom.

7 bildgebende Diagnostik

Alle Astrozytome lassen sich hervorragend durch die MRT darstellen, Kalzifikationen und Verkalkungen stellen sich ausschließlich im CT dar. Zusammen mit der Lokalisation, den radiologischen tumorspezifischen Besonderheiten und dem Erkrankungsalter lässt sich bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Die Diagnose kann histologisch entweder durch Biopsie oder durch histopathologische Untersuchung des während der Tumorextirpation gewonnenen Gewebes abgesichert werden. Pleomorphe Xanthoastrozytome nehmen im Zentrum homogen Kontrastmittel auf, während die Peripherie aus Zysten besteht, und sind an der Oberfläche des Schläfenlappens gelegen.

8 Therapie und Besonderheiten

Ein großer Teil der Raumforderung entfällt auf die flüssigkeitsgefüllten Zysten, die stereotaktisch punktiert und entlastet werden können. Bei günstiger Lage ist eine vollständige operative Entfernung angezeigt. Sind die Tumoren asymptomatisch oder ungünstig gelegen, ist eine regelmäßige MRT-Kontrolle ausreichend.

9 Prognose

Die individuelle Prognose muss natürlich vom Resektionsgrad des Tumors, dem Allgemeinzustand des Patienten, sowie der Lage und Ausdehnung des Tumors gemacht werden! Neurologische Ausfälle hängen von der Tumorlokalisation ab. Nach vollständiger Extirpation ist mit einem Rezidiv kaum zu rechnen. Die Prognose ist sehr gut, nach 17 Jahren leben immer noch über 90 % der Patienten. Vereinzelte Transformationen zum Glioblastoma multiforme sind beschrieben worden, was die Prognose deutlich verschlechtert.

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Fachgebiete: Neurochirurgie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Februar 2010 um 16:43 Uhr bearbeitet.

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