Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Plattenepithelkarzinom (Pferd)

Version vom 14. September 2020, 15:49 Uhr von Diara Smetana (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) « Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version » (Unterschied)

1 Definition

Als Plattepithelkarzinom bezeichnet man einen lokal invasiven Tumor beim Pferd, der aus mutierten Keratinozyten hervorgeht.

2 Ätiopathogenese

Das Plattenepithelkarzinom ist beim Pferd der häufigste Tumor an den Augenlidern und Genitalen und der zweithäufigste Hauttumor. Er geht aus mutierten Keratinozyten hervor, wobei wenig pigmentierte Rassen wei Appaloosas oder Pintos eine Rasseprädisposition aufweisen. Der Tumor kommt am Präputium von Hengsten deutlich seltener vor als bei Wallachen.

Zusätzlich prädisponierend wirken alle Faktoren, die die UV-Bestrahlung erhöhen, wie z.B. spärliche Behaarung, ein Mangel an Hautpigmentierung oder Haltung in großer Höhe. Chronische Wunden werden als weiterer möglicher prädisponierender Faktor in Betracht gezogen.

3 Symptome

Plattenepithelkarzinome an mukokutanen Übergängen, wie z.B. Augenlider oder Präputium, stellen sich zu Beginn meist als chronische und nicht heilende Geschwüre dar und können sich dann zu blumenkohlähnlichen Massen entwickeln. Häufig nekrotisieren die Läsionen und weisen einen faulen Geruch auf. Sekundärinfektionen können jedoch sowohl das klinische als auch das zytologische Bild verändern.

Der Tumor kann auch in Form eines Hauttumors auftreten. Der Hauttumor stellt sich meist zuerst als schuppige Papeln dar und entwickelt sich dann weiter zu einem Plattenepithelkarzinom. Diese Form tritt vor allem in nicht-pigmentierten und wenig behaarten Hautarealen auf.

4 Diagnostik

Die Diagnose erfolgt histopathologisch, wobei in-situ-Plattenepithelkarzinome durch Hyperplasie, Atypie und Dysplasie der Keratinozyten gekennzeichnet sind.

5 Therapie

Die Therapie ist abhängig von der Größe und Lokalisation des Plattenepithelkarzinoms. Eine großflächige chirurgische Exzision sollte wenn möglich erfolgen. Alternativ kann eine Entfernung mittels Kryochirurgie oder CO2-Laser durchgeführt werden.

Bei größeren Tumoren nach chirurgischer Exzision zeigte eine 4-malige intratumorale Injektion von Cisplatin im Abstand von zwei Wochen eine gute Wirksamkeit. Als Nebenwirkung treten häufig lokale Reaktionen auf.

Bei Plattenepithelkarzinomen am Präputium zeigte die mehrmalige Anwendung von Fluorouracil als 5%ige Salbe im Abstand von zwei Wochen eine gute Wirksamkeit. Es muss gewährleistet werden, dass die Tiere das Medikament nicht oral aufnehmen. Nebenwirkungen in Form von lokalen Reaktionen mit Juckreiz oder Schmerzhaftigkeit kommen bei dieser Behandlungsform häufig vor.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Radiotherapie dar, die jedoch derzeit (2020) nur an wenigen Standorten verfügbar ist.

6 Prognose

Die Prognose ist vorsichtig bis schlecht, abhängig von der Größe und Lokalisation des Tumors.

7 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.

Tags: , ,

Diese Seite wurde zuletzt am 14. September 2020 um 15:49 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

48 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: