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Plasmodium falciparum: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach Übertragung werden die Erreger mit dem Blutstrom in die Leber verschleppt. Dort dringen sie in das Lebergewebe ein, um sich  innerhalb der [[Hepatozyt]]en zu vermehren. Hierbei durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsstadien: Die Sporozoiten reifen zu [[Schizont]]en die später in [[Merozoit]]en zerfallen. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das Blut über und dringen in die [[Erythrozyt]]en ein. In den Erythrozyten werden widerum über ein Zwischenstadium, die Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet. Ihre Vermehrung führt zur Zerstörung der [[Erythrozyt]]en ([[Hämolyse]]), die mit Fieberschüben einhergeht.  
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Nach Übertragung werden die Erreger mit dem Blutstrom in die Leber verschleppt. Dort dringen sie in das Lebergewebe ein, um sich  innerhalb der [[Hepatozyt]]en zu vermehren. Hierbei durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsstadien: Die Sporozoiten reifen zu [[Schizont]]en die später in [[Merozoit]]en zerfallen. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das Blut über, wo sie zu [[Trophozoit]]en reifen und dringen in die [[Erythrozyt]]en ein. In den Erythrozyten werden wiederum über ein Zwischenstadium, die Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet. Ihre Vermehrung führt zur Zerstörung der [[Erythrozyt]]en ([[Hämolyse]]), die mit Fieberschüben einhergeht.
  
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==Fortpflanzungszyklus==
Der im menschlichen Organismus stattfindende Entwicklungszyklus gilt als asexuelle Fortpflanzung des Erregers. Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt innerhalb der Mücken. Hierzu wächst ein Teil der Merozoiten nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert zu Geschlechtszellen, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und dort befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle vermehrt sich durch mehrfache Zellteilung. Hierdurch enstehen bis zu 10.000 infektiöse Sporozoiten, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.
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Der im menschlichen Organismus stattfindende Entwicklungszyklus gilt als asexuelle Fortpflanzung des Erregers. Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt innerhalb der Mücken. Hierzu wächst ein Teil der Trophozoiten nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert zu Geschlechtszellen, sogenannten [[Gametozyt]]en, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und dort befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle vermehrt sich durch mehrfache Zellteilung. Hierdurch enstehen bis zu 10.000 infektiöse [[Sporozoit]]en, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.
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Als Mittel der Wahl wird ein [[Blutausstrich]] angefertigt und unter dem [[Mikroskop]] auf Erreger untersucht.  
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Als Mittel der Wahl wird ein [[Blutausstrich]], sowie ein [[dicker Tropfen]] angefertigt und unter dem [[Mikroskop]] auf Erreger untersucht.  
  
 
Darüberhinaus kann über einen ''zusätzlichen'' Schnelltest das Patientblut auch auf [[Antigen]]e untersucht werden. Hierbei kann es jedoch zu [[falsch-negativ]]en Ergebnissen kommen, wenn nur eine schwache [[Parasitämie]] vorliegt.
 
Darüberhinaus kann über einen ''zusätzlichen'' Schnelltest das Patientblut auch auf [[Antigen]]e untersucht werden. Hierbei kann es jedoch zu [[falsch-negativ]]en Ergebnissen kommen, wenn nur eine schwache [[Parasitämie]] vorliegt.
 
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[[Tag:Stechmücke]]

Aktuelle Version vom 22. September 2021, 16:53 Uhr

1 Definition

Plasmodium falciparum ist ein Parasit aus der Familie der Plasmodien. Er gilt als wichtigster Einzeller der Tropen und ist Auslöser der Malaria tropica.

2 Endwirt und Übertragung

Der Endwirt von Plasmodium falciparum sind Anopheles-Stechmücken. Nach der Vermehrung im Mückendarm befällt der Erreger die Speichelausgänge der Mücke. Von diesem Zeitpunkt an ist die Mücke für den Menschen ein Überträger. Durch einen Stich wird der Parasit mit dem Speichel übertragen.

3 Infektion

Nach Übertragung werden die Erreger mit dem Blutstrom in die Leber verschleppt. Dort dringen sie in das Lebergewebe ein, um sich innerhalb der Hepatozyten zu vermehren. Hierbei durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsstadien: Die Sporozoiten reifen zu Schizonten die später in Merozoiten zerfallen. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das Blut über, wo sie zu Trophozoiten reifen und dringen in die Erythrozyten ein. In den Erythrozyten werden wiederum über ein Zwischenstadium, die Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet. Ihre Vermehrung führt zur Zerstörung der Erythrozyten (Hämolyse), die mit Fieberschüben einhergeht.

4 Fortpflanzungszyklus

Der im menschlichen Organismus stattfindende Entwicklungszyklus gilt als asexuelle Fortpflanzung des Erregers. Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt innerhalb der Mücken. Hierzu wächst ein Teil der Trophozoiten nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert zu Geschlechtszellen, sogenannten Gametozyten, die bei einem erneutem Stich in den Darm der Mücke gelangen und dort befruchtet werden. Die befruchtete Eizelle vermehrt sich durch mehrfache Zellteilung. Hierdurch enstehen bis zu 10.000 infektiöse Sporozoiten, die in die Speicheldrüse der Mücke gelangen und durch einen Stich wieder auf einen Menschen übertragen werden.

5 Diagnostik

Als Mittel der Wahl wird ein Blutausstrich, sowie ein dicker Tropfen angefertigt und unter dem Mikroskop auf Erreger untersucht.

Darüberhinaus kann über einen zusätzlichen Schnelltest das Patientblut auch auf Antigene untersucht werden. Hierbei kann es jedoch zu falsch-negativen Ergebnissen kommen, wenn nur eine schwache Parasitämie vorliegt.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Oktober 2010 um 17:06 Uhr bearbeitet.

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