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Plasmodium

Version vom 5. Oktober 2015, 17:50 Uhr von Emre Deniz (Diskussion | Beiträge)

1 Parasitologie

Plasmodien sind Parasiten, die zur Klasse der Sporozoen oder nach neuerer Systematik zum Stamm Apicomplexa zählen. Plasmodien werden von der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen und gelten als Erreger der Malaria. Sie siedeln sich in Erythrozyten an und ernähren sich dort vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin, welches zu Hämozoin umgewandelt wird und als schwarz-braunes Pigment in den befallenen Erythrozyten zu erkennen ist. Die befallenen Erythrozyten zerfallen, die Abbauprodukte des Hämoglobins werden frei und lösen als toxische Substanzen (Pyrogene) beim Wirt Fieberanfälle aus.

1.1 Entwicklung

Charakteristisch für die Plasmodien ist der Wechsel zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung (Generationswechsel), der gleichzeitig mit einem Wirtswechsel verbunden ist. Folgende Phasen der Entwicklung werden unterschieden:

Ungeschlechtlicher Zyklus im Menschen

  • 1. Schizogonie: Durch den Stich der Mücke werden die Malariaerreger in Form von Sporozoiten übertragen und dringen in das Lebergewebe ein. Sie entwickeln sich innerhalb von Hepatozyten zu Schizonten und zerfallen später zu Merozoiten. Die Merozoiten treten aus dem Lebergewebe in das Blut über und befallen die Erythrozyten. In den Erythrozyten werden über einen Zwischenschritt, dem Blutschizonten, neue Merozoiten gebildet.

Geschlechtlicher Zyklus in der Anophelesmücke

  • 2. Gamogonie: Ein Teil der Merozoiten wächst nicht zu Schizonten heran, sondern differenziert sich zu sich Mikro- und Makrogametozyten. Diese Gamonten werden bei einem erneuten Stich vom Menschen auf die Mücke übertragen und entwickeln sich im Darm zu reifen Gameten, die miteinander verschmelzen. Die entstandene Zygote dringt in die Darmwand ein und bildet hier eine Oozyste.

Ungeschlechtlicher Zyklus in der Anophelesmücke

  • 3. Sporogonie: Die Ooozyste wächst unter starker Vermehrung heran und durch ständige Teilungen entstehen bis zu 10 000 Sporozoiten. Die Oozysten platzen und die Sporozoiten gelangen in die Speicheldrüse der Mücke und durch einen Stich kann nun eine erneute Infektion beim Menschen ausgelöst werden.

1.2 Arten der Plasmodien

Nach der Periodik der Fieberanfälle werden 4 Unterarten der Plasmodien unterschieden:

2 Zytologie

Als Plasmodium bezeichnet man eine mehrkernige Zelle, die durch Teilung des Zellkerns ohne anschließende Trennung der Zellen entsteht.

Die Identifikation der Plasmodium-Art findet über die Mikroskopie statt, jedoch sollte anamnestisch der Verdacht die die Art bestätigt werden.


  • Plasmodium falciparum

Häufig findet sich bei P. falciparum ein Mehrfachbefall der Erythrozyten, mit randständigen Ringformen (junge Trophozoiten). Typischerweise befinden sich keine aber keine älteren Throphozoiten im peripherem Blut, es sei denn der Patient macht derzeit eine schwere Infektion durch. Ein weiteres charakteristisches Merkmal für P. falciparum sind die Bananenförmigen Mikro-, und Makrogametozyten.


  • Plasmodium vivax

Hier sind die Erythrozyten vergrößert und Hypochrom, außerdem findet selten ein Mehrfachbefall mit P. vivax statt.Zusätzlich ist im Zytoplasma der Erythrozyten Schüffnersche Tüpfelung zu finden.


  • Plasmodium ovale

Wenn Erythrozyten von P. ovale befallen sind, sind sie vergrößert und sind zusätzlich mehr oder weniger stark deformiert (durch die Deformation sehen die Erythrozyten aus wie „Sternschnuppen”). In der Regel liegt bei einer Infektion mit P. ovale kein Mehrfachbefall vor. Ein weiteres wichtiges Merkmal um P. ovale zu erkennen ist die hohe Anzahl von Schüffnerschen Tüpfelung die sich im Zytoplasma des Erythrozyten befindet.


  • Plasmodium malariae

Bei dem Befall mit P. malariae blieben die Erythrozyten normozytär,und auch hier ist ein Mehrfachbefall von Erythrozyten unwahrscheinlich. Typisch ist hierbei, dass sich Schizonten zeigen, weche 6-12 Merozoiten in sich haben. Diese Merozoiten lagern sich manchmal rosettenförmig aneinander, was dann so ähnlich wie ein „Gänseblümchen” aussieht

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Fachgebiete: Parasitologie

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