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Plasmazelle: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Plasmazellen''' sind das reifste Differenzierungsstadium der [[B-Lymphozyt]]en.
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'''Plasmazellen''' sind das reifste Differenzierungsstadium der [[B-Lymphozyt]]en. Ihre Funktion ist die [[Sekretion]] von [[Antikörper]]n.
Ihre Funktion ist die [[Sekretion]] von [[Antikörper]]n.
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Plasmazellen sind Zellen des Immunsystems und dienen der Produktion und Sekretion von Antikörpern. Sie entsprechen dem letzten Stadium der Differenzierung der B-Zellreihe. Sie erscheinen im Lichtmikroskop als große ovale Zellen mit exzentrisch gelegenem Zellkern.
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Haben aktivierte B-Zellen die Vorgänge im Keimzentrum erfolgreich durchlaufen, differenzieren sie über das Stadium der sog. Plasmablasten zu Plasmazellen und Gedächtnis-B-Zellen. Während Plasmablasten noch teilungsfähig sind, aber bereits Antikörper sezernieren, teilen sich terminal differenzierte Plasmazellen nicht mehr. Die Plasmazellen wandern in das Knochenmark, wo sie für lange Zeit von den Stromazellen des Knochenmarks Überlebenssignale erhalten und Antikörper sezernieren können. Die Gedächtniszellen wiederum vermitteln das immunologische Gedächtnis für dieses Antigen. Die Bildung solcher Gedächtniszellen ist beispielsweise die notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Impfung. Gedächtniszellen können bei erneutem Zusammentreffen mit dem Antigen schneller aktiviert werden und zu Plasmazellen differenzieren, was zu einer beschleunigten zweiten Immunantwort führt. Außerdem sind sie durch ihre Mutationen im membrangebundenen Antikörper bereits sehr affin für das Antigen.
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Plasmazellen haben eine rundliche bis ovale Zellform und weisen einen Durchmesser von etwa 10 bis 18 µm auf. Ihr [[Zytoplasma]] erscheint im [[Lichtmikroskop]] [[basophil]] und nicht granuliert. Charakteristisch ist die Form ihres [[Zellkern]]s: Der so genannte "[[Radspeichenkern]]" ist meist exzentrisch gelegen. Die Zellen lassen sich [[immunologisch]] mit Hilfe ihrer  [[Cluster of Differentiation|Oberflächenmarker]] (z.B. [[CD19]], [[CD38]] und [[CD138]]) charakterisieren.
  
Plasmazellen lassen sich durch die Expression von Oberflächenmarkern wie CD19, CD38 und CD138 (Mensch) charakterisieren. Früher wurde angenommen, dass die Expression von CD19 nach Wanderung ins Knochenmark verlorengeht, jedoch stammen diese Hinweise aus Versuchen mit Plasmozytomen, also Krebs-Plasmazellen. Neuere Untersuchungen weisen jedoch auf eine CD19-Expression auch auf terminal differenzierten Plasmazellen hin.
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<center>[[Bild:BloodCells 002.swf]]</center>
Lymphozyten sind in mancher Hinsicht die wichtigsten Zellen des Immunsystems. Man unterscheidet zwei Arten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. B-Lymphozyten vermitteln die humorale oder Serumimmunität. Sie und ihre Nachfolgerzellen, die Plasmazellen, produzieren Serumkomponenten, die Immunglobuline (siehe unten). T-Lymphozyten vermitteln die Zellimmunität. Sie greifen Antigene direkt an und vernichten sie. Gleichzeitig können sie die allgemeine Immunantwort verstärken oder schwächen, indem sie andere Komponenten des Immunsystems beeinflussen. Außerdem produzieren sie eine Vielzahl von Zytokinen (siehe unten). T-Lymphozyten machen etwa 70 Prozent aller Lymphozyten aus. Sie haben ebenso wie die B-Lymphozyten ein biochemisches „Gedächtnis”: Sie können Antigene wiedererkennen, denen sie einmal ausgesetzt waren. Das verstärkt die Abwehrreaktion.
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==Morphologie==
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== Entwicklung ==
Plasmazellen haben eine rundliche bis ovale Zellform und weisen einen Durchmesser von etwa 10 bis 18 µm auf. Ihr [[Zytoplasma]] erscheint im [[Lichtmikroskop]] [[basophil]] und nicht granuliert. Charakteristisch ist die Form ihres [[Zellkern]]s: Der so genannte "[[Radspeichenkern]]" ist meist exzentrisch gelegen.
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Plasmazellen entstehen aus B-Lymphozyten nach deren Aktivierung durch [[Antigen]]e. Die aktivierten B-Lymphozyten werden größer und dadurch zu [[Lymphoblast]]en. Einige der Lymphoblasten differenzieren zu [[Plasmablast]]en, während der andere Teil zu [[B-Gedächtniszelle]]n wird. In den Plasmablasten schwillt das Zytoplasma an und es erfolgt eine Zunahme des [[raues endoplasmatisches Retikulum|rauen endoplasmatischen Retikulums]]. Daraufhin beginnen die Plasmablasten, sich alle 10 Stunden zu teilen. Dieser Vorgang dauert etwa 9 Teilungen an - so entsteht in rund 4 Tagen eine Population von 500 Plasmazellen.
  
 
==Physiologie==
 
==Physiologie==
Ausdifferenzierte Plasmazellen sind im Gegensatz zu den B-Lymphozyten nicht mehr teilungsfähig. Sie wandern in das [[Knochenmark]], wo sie für eine längere Zeitspanne von den [[Stromazelle]]n unterhalten werden und dabei die Sekretion von Antikörpern fortsetzen.
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Ausdifferenzierte Plasmazellen sind im Gegensatz zu den B-Lymphozyten nicht mehr teilungsfähig. Sie wandern teilweise in das [[Knochenmark]], sind jedoch auch noch im befallenen Gewebe anzutreffen. Im [[Knochenmark]] werden sie für eine längere Zeitspanne von den [[Stromazelle]]n unterhalten und setzen dabei die Sekretion von Antikörpern fort.
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[[Fachgebiet:Histologie]]
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[[Tag:Antikörper]]
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[[Tag:Blut]]
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[[Tag:Lymphozyt]]

Aktuelle Version vom 31. Mai 2017, 16:18 Uhr

Englisch: plasma cell

1 Definition

Plasmazellen sind das reifste Differenzierungsstadium der B-Lymphozyten. Ihre Funktion ist die Sekretion von Antikörpern.

2 Morphologie

Plasmazellen haben eine rundliche bis ovale Zellform und weisen einen Durchmesser von etwa 10 bis 18 µm auf. Ihr Zytoplasma erscheint im Lichtmikroskop basophil und nicht granuliert. Charakteristisch ist die Form ihres Zellkerns: Der so genannte "Radspeichenkern" ist meist exzentrisch gelegen. Die Zellen lassen sich immunologisch mit Hilfe ihrer Oberflächenmarker (z.B. CD19, CD38 und CD138) charakterisieren.

3 Entwicklung

Plasmazellen entstehen aus B-Lymphozyten nach deren Aktivierung durch Antigene. Die aktivierten B-Lymphozyten werden größer und dadurch zu Lymphoblasten. Einige der Lymphoblasten differenzieren zu Plasmablasten, während der andere Teil zu B-Gedächtniszellen wird. In den Plasmablasten schwillt das Zytoplasma an und es erfolgt eine Zunahme des rauen endoplasmatischen Retikulums. Daraufhin beginnen die Plasmablasten, sich alle 10 Stunden zu teilen. Dieser Vorgang dauert etwa 9 Teilungen an - so entsteht in rund 4 Tagen eine Population von 500 Plasmazellen.

4 Physiologie

Ausdifferenzierte Plasmazellen sind im Gegensatz zu den B-Lymphozyten nicht mehr teilungsfähig. Sie wandern teilweise in das Knochenmark, sind jedoch auch noch im befallenen Gewebe anzutreffen. Im Knochenmark werden sie für eine längere Zeitspanne von den Stromazellen unterhalten und setzen dabei die Sekretion von Antikörpern fort.

Fachgebiete: Histologie

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