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Placebo-Effekt

Version vom 24. August 2005, 15:23 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Als Placebo-Effekt bezeichnet man das Auftreten therapeutischer Wirkungen nach Scheinbehandlungen, insbesondere nach der Gabe von Scheinpräparaten (Placebos). Die beobachteten Wirkungen können dabei qualitativ denen eines "echten" Medikaments bzw. einer "echten" Therapie entsprechen.

2 Hintergrund

Die genauen Ursachen des Placebo-Effekts sind noch nicht vollständig erforscht. Da Placebos nur unwirksame Substanzen (z.B. Füllstoffe) enthalten, können pharmakologische Ursachen der beobachteten Wirkungen ausgeschlossen werden. Neuere Forschungsergebnisse (2005) weisen darauf hin, das Placebos über die psychische Aktivierung des körpereigenen Endorphinsystems wirken. Das Ausmaß des Placebo-Effekts auf Schmerzen verhält sich offensichtlich proportional zur Aktivität des Endorphinsystems.

Ein wichtiger Aspekt des Placebo-Effekts ist die durch den Arzt ausgeübte Suggestion. Sie hat einen starken Einfluss auf die Symptom-Awareness und die Symptom-Verarbeitung des Patienten.

3 Therapeutische Bedeutung

Der Placebo-Effekt kann gezielt therapeutisch genutzt werden, z.B. bei psychosomatischen Erkrankungen oder Erkrankungen, bei denen keine wirkungsvolle Kausaltherapie zur Verfügung steht. Allerdings stellt sich hier für den behandelnden Arzt immer die Frage, inwieweit durch die Placebo-"Therapie" die Vertrauensbasis der Arzt-Patienten-Beziehung gestört wird.

4 Literatur

Zubieta et al., The Journal of Neuroscience 25 (34)

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Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Januar 2017 um 14:33 Uhr bearbeitet.

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