Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Plättchenaktivierender Faktor: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 2: Zeile 2:
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Der '''Plättchenaktivierende Faktor''', kurz '''PAF''',  spielt eine wichtige Rolle in der Primären Hämostase. In dieser Phase der Blutgerinnung wird ein sogenannter "Weißer Thrombus" gebildet, der aus aggregierten [[Thrombozyt]]en besteht. Des Weiteren ist der Plättchenaktivierende Faktor ein Mediator von Entzündungsreaktionen und ein Regulator des Blutdrucks.  
+
Der '''Plättchenaktivierende Faktor''', kurz '''PAF''',  spielt eine wichtige Rolle in der primären [[Hämostase]]. In dieser Phase der [[Blutgerinnung]] wird ein sogenannter "weißer Thrombus" gebildet, der aus aggregierten [[Thrombozyt]]en besteht. Des Weiteren ist der Plättchenaktivierende Faktor ein Mediator von [[Entzündung]]sreaktionen und ein Regulator des [[Blutdruck]]s.  
  
 
== Chemie ==
 
== Chemie ==
Der Plättchenaktivierender Faktor ist ein Etherlipid. Der Aufbau ähnelt dem eines Phosphoglycerids. Jedoch ist der Acylrest am C1-Atom des Glycerins durch einen langkettigen Alkohol ersetzt, der über eine Etherbindung mit der Hydroxylgruppe des Glycerins verbunden ist. Außerdem ist die Fettsäure am C2-Atom des Glycerins durch einen Acetylrest ersetzt.  
+
Der Plättchenaktivierende Faktor ist ein [[Etherlipid]]. Der Aufbau ähnelt dem eines [[Phosphoglycerid]]s. Jedoch ist der [[Acylrest]] am C1-Atom des [[Glycerin]]s durch einen langkettigen [[Alkohol]] ersetzt, der über eine [[Etherbindung]] mit der [[Hydroxylgruppe]] des Glycerins verbunden ist. Außerdem ist die [[Fettsäure]] am C2-Atom des Glycerins durch einen [[Acetylrest]] ersetzt.  
  
 
== Wirkung ==
 
== Wirkung ==
Werden Thrombozyten bei einer Endothelverletzung aktiviert, werden aus den Granula der Thrombozyten unter anderem ADP und der Plättchenaktivierende Faktor ausgeschüttet. Beide Moleküle führen zur Aggregation von Thrombozyten. Außerdem aktiviert PAF weitere Thrombozyten.
+
[[Endothel]]verletzungen aktivieren die Thromboyzten. Sie schütten daraufhin aus ihren [[Vesikel]]n ADP, PAF und weitere Substanzen aus. Beide Moleküle führen zur [[Thrombozytenaggregation]]. PAF löst diesen Effekt bereits ab einer Konzentration von 10<sup>-11</sup> mol/l aus. Außerdem aktiviert es weitere Thrombozyten.
  
Darüber hinaus wirkt PAF proinflammatorisch, weil es die Phospholipase A2 aktiviert. Diese stellt Arachidonsäure bereit, die Ausgangssubstanz für die Eicosanoide. PAF löst bereits ab einer Konzentration von 10<sup>-11</sup> mol/l die Aggregation von Thrombozyten aus.
+
Darüber hinaus wirkt PAF [[proinflammatorisch]], weil es die [[Phospholipase A2]] aktiviert. Diese stellt [[Arachidonsäure]] bereit, die Ausgangssubstanz für die [[Eicosanoid]]e.  
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
* Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, 9.Auflage
 
* Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, 9.Auflage
 
[[Fachgebiet:Biochemie]]
 
[[Fachgebiet:Biochemie]]
 +
[[Tag:Faktor]]
 +
[[Tag:Hämostase]]

Version vom 20. Februar 2019, 15:55 Uhr

Englisch: platelet activating factor

1 Definition

Der Plättchenaktivierende Faktor, kurz PAF, spielt eine wichtige Rolle in der primären Hämostase. In dieser Phase der Blutgerinnung wird ein sogenannter "weißer Thrombus" gebildet, der aus aggregierten Thrombozyten besteht. Des Weiteren ist der Plättchenaktivierende Faktor ein Mediator von Entzündungsreaktionen und ein Regulator des Blutdrucks.

2 Chemie

Der Plättchenaktivierende Faktor ist ein Etherlipid. Der Aufbau ähnelt dem eines Phosphoglycerids. Jedoch ist der Acylrest am C1-Atom des Glycerins durch einen langkettigen Alkohol ersetzt, der über eine Etherbindung mit der Hydroxylgruppe des Glycerins verbunden ist. Außerdem ist die Fettsäure am C2-Atom des Glycerins durch einen Acetylrest ersetzt.

3 Wirkung

Endothelverletzungen aktivieren die Thromboyzten. Sie schütten daraufhin aus ihren Vesikeln ADP, PAF und weitere Substanzen aus. Beide Moleküle führen zur Thrombozytenaggregation. PAF löst diesen Effekt bereits ab einer Konzentration von 10-11 mol/l aus. Außerdem aktiviert es weitere Thrombozyten.

Darüber hinaus wirkt PAF proinflammatorisch, weil es die Phospholipase A2 aktiviert. Diese stellt Arachidonsäure bereit, die Ausgangssubstanz für die Eicosanoide.

4 Quellen

  • Löffler/Petrides: Biochemie und Pathobiochemie, 9.Auflage

Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Februar 2019 um 18:11 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

2 Wertungen (4.5 ø)

3.696 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: