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Pigmentnävus

Version vom 26. August 2015, 17:14 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Melanozytennävus, TTS, melanozytärer Nävus
Englisch: nevocytic nevus, melanocytic nevus

1 Definition

Der Pigmentnävus ist eine benigne Fehlbildung der Haut oder Schleimhaut, die meist aus pigmentbildenden Melanozyten oder verwandten Zelltypen hervorgeht. Daher weist sie oft die charakteristische hell- bis dunkelbraune Pigmentierung auf. Ein Pigmentnävus kann angeborenen sein oder sich im Laufe eines Lebens entwickeln. Dabei können Form und Farbe sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Er kann am gesamten Körper entstehen.

2 Zelltypen

Ein Pigmentnävus kann aus folgenden Zelltypen gebildet werden:

2.1 Melanozyten

In dieser Nävusform kommen vermehrt normale dendritische Melanozyten vor, die Melanin produzieren. Dieser Nävus wird als melanozytärer Nävus bezeichnet. Je nach Lage in den verschiedenen Hautschichten kann er in drei Typen unterteilt werden:

2.2 Nävuszellen

Nävuszellen sind eng mit Melanozyten verwandt. Sie unterscheiden sich aber durch das Fehlen von Dendtriten und ordnen sich daher in Form von Nestern an. Sie geben Melanin nicht mehr in die umliegenden Hautzellen ab.

2.3 Atypische Zellen

Als atypische Zellen werden Zellen bezeichnet, die ihre normale Form verloren haben und zahlreiche Zellatypien aufweisen. So kann ein dysplastischer Nävus sowohl aus Melanozyten, als auch Nävuszellen entstehen.

3 Ätiologie

Die häufigste Ursache der Pigmentnävusbildung ist die vermehrte Sonnenexposition und die einhergehende erhöhte Aussetzung von UV-Strahlen. Daher treten diese Hautveränderungen meist an Gesicht, Hals, Armen und Händen auf.

Generell beruht die Entwicklung eines Nävus auf Entwicklungsstörungen im embryonalen Stadium und durch postzygotische Mutationen der Gene. Die Mutationen können erblich bedingt oder durch erhöhte UV-Strahlung erworben werden.

4 Symptome

4.1 Angeborene Form

Symptome der angeborenen Form sind:

  • Leichte Wölbung der Oberfläche, die rau ist
  • Die Hautveränderung ist genau abgegrenzt
  • Vermehrte Behaarung auf der Oberfläche
  • Meist besteht keine Beschwerdesymptomatik
  • Die Größe ist stark variabel (Durchmesser: wenige Millimeter bis über 20 Millimeter)
  • Färbung meist hellbraun

4.2 Erworbene Form

Symptome der erworbenen Form sind:

  • Die Hautveränderung ist sehr scharf abgegrenzt
  • Wölbung der Oberfläche geht nicht über das Hautniveau hinaus
  • Gleichmäßige und dunkle Pigmentierung braun bis schwarz
  • Durchmesser klein, nicht mehr als 5 Millimeter
  • Verteilung diffus und spärlich über die Haut (z.B. Sommersprossen)

5 Einteilung

Aus den verschiedenen Zelltypen gehen verschiedene Pigmentnävi hervor. Sie unterscheiden sich u.a. anhand ihrer unterschiedlichen Lage in den verschiedenen Hautschichten.

5.1 Melanozytäre Nävi

Die melanozytären Nävi entstehen aus Melanozyten in den oberen Hautschichten. Sie können noch einmal unterteilt werden in epidermale melanozytäre Nävi und dermale melanozytäre Nävi.

Zu den in der Epidermis liegenden epidermalen melanozytären Nävi gehören u.a. die Epheliden (Sommersprossen). Sie entstehen aus Melanozyten, die vermehrt Melanin produzieren und dieses kurzeitig in den umliegenden Keratinozyten speichern. Eine weitere Unterart, der Lentigo (Leberfleck), ist ein kleiner, scharf begrenzter Fleck auf der Haut, der durch lokale Vermehrung von Melanozyten oder vermehrter Melaninbildung entsteht. Es handelt sich um eine gutartige Fehlbildung der Haut.

Der Mongolenfleck (Sakralfleck), ist eine in der Dermis liegende Hautveränderung. Die Ansammlung der Melanozyten sind Überbleibsel der Embryonalentwicklung. Die Melanozytenvorläufer (Melanoblasten) wandern aus einer Gewebeschicht des Neuralrohrs, aus dem später das Rückenmark entsteht, in die Haut ein. Dieses Geburtsmal verblasst im Kindesalter und verschwindet meist bis zur Pubertät.

5.2 Nävuszellnävi

Nävuszellnävi entstehen in verschiedenen Entwicklungsstadien und wandern dabei immer weiter in die unteren Hautschichten.

Im ersten Entwicklungsstadium entsteht zwischen Epidermis und Dermis (Junktionszone) der Junktionsnävus, eine braune bis schwarze Pigmentierung.

Der Compound-Nävus entwickelt sich im nächsten Entwicklungsstadium, der meist ein dunkles und leicht gewölbtes Erscheinungsbild hat. Er wandert bereits etwas tiefer in die Dermis ein. Da er eine Zwischenphase darstellt, wird er auch als intermediärer Nävus bezeichnet.

Im letzten Stadium der Entwicklung sind die Nävuszellen vollständig in die Dermis abgesunken. Dieser dermale Nävus sitzt in der oberen bis mittleren Lederhaut, dem Korium. Er variiert in seiner Pigmentierung stark (hautfarben bis zu schwarz). Er ist meist sehr klein, nicht größer als in paar Millimetern und zum Teil behaart.

Der Halonävus (Nävus Sutton) ist eine Mischform aus Compound- und dem dermalen Nävus. Er zeigt meist eine sehr charakteristische dunkle Pigmentierung mit einem äußeren depigmentierten Hautring. Diese Form kann sich zu einer bösartigen Form, dem Melanom entwickeln.

6 Diagnostik

Abwägung von:

  • Hautveränderung angeboren oder nachträglich erworben
  • Wachstum und Größe (langsam oder schnell)
  • Farbgebung (Pigmentierungsgrad)
  • Biopsie und histologische Untersuchung

7 Therapie

Solange ein Nävus keine Merkmale aufweist, die auf Malignität hindeuten, ist eine Therapie nicht notwendig. Größere Nävi können allerdings eine kosmetisches Problem darstellen, das eine Entfernung notwendig macht. Diese erfolgt meist ambulant - entweder chirurgisch oder mittels einer Laserbehandlung.

8 Prophylaxe

Der Entwicklung und dem Wachstum eines Pigmentnävus kann primärpräventiv über Vermeidung einer übermäßigen Sonnenexposition und der Verwendung geeigneter Sonnenschutzmittel vorgebeugt werden.

Die regelmäßige Untersuchung auf Veränderung von breits entwickelten Nävi ist ratsam, um frühzeitig bösartige Veränderung zu bemerken.

Seit Juli 2008 besteht in Deutschland ab dem Alter von 35 Jahren die Möglichkeit der kostenlosen Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs, die in einem 2-Jahres-Abstand wiederholt werden kann.

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