Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Pigmentnävus

Version vom 26. August 2015, 14:21 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Melanozytennävus, TTS, melanozytärer Nävus
Englisch: nevocytic nevus, melanocytic nevus

1 Definition

Der Pigmentnävus ist eine benigne Fehlbildung der Haut oder Schleimhaut, die meist aus pigmentbildenden Melanozyten oder verwandten Zelltypen hervorgeht. Daher weist sie oft die charakteristische hell- bis dunkelbraune Pigmentierung auf. Ein Pigmentnävus kann angeborenen sein oder sich im Laufe eines Lebens entwickeln. Dabei können Form und Farbe sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Er kann am gesamten Körper entstehen.

2 Zelltypen

Ein Pigmentnävus kann aus folgenden Zelltypen gebildet werden:

2.1 Melanozyten

In dieser Nävusform kommen vermehrt normale dendritische Melanozyten vor, die Melanin produzieren. Dieser Nävus wird als melanozytärer Nävus bezeichnet. Je nach Lage in den verschiedenen Hautschichten kann er in drei Typen unterteilt werden:

2.2 Nävuszellen

Nävuszellen sind eng mit Melanozyten verwandt. Sie unterscheiden sich aber durch das Fehlen von Dendtriten und ordnen sich daher in Form von Nestern an. Sie geben Melanin nicht mehr in die umliegenden Hautzellen ab.

2.3 Atypische Zellen

Als atypische Zellen werden Zellen bezeichnet, die ihre normale Form verloren haben und zahlreiche Zellatypien aufweisen. So kann ein dysplastischer Nävus sowohl aus Melanozyten, als auch Nävuszellen entstehen.

3 Ätiologie

Die häufigste Ursache der Pigmentnävusbildung ist die vermehrte Sonnenexposition und die einhergehende erhöhte Aussetzung von UV-Strahlen. Daher treten diese Hautveränderungen meist an Gesicht, Hals, Armen und Händen auf.

Generell beruht die Entwicklung eines Nävus auf Entwicklungsstörungen im embryonalen Stadium und durch postzygotische Mutationen der Gene. Die Mutationen können erblich bedingt oder durch erhöhte UV-Strahlung erworben werden.

4 Symptome

4.1 Angeborene Form

Symptome der angeborenen Form sind:

  • Leichte Wölbung der Oberfläche, die rau ist
  • Die Hautveränderung ist genau abgegrenzt
  • Vermehrte Behaarung auf der Oberfläche
  • Meist besteht keine Beschwerdesymptomatik
  • Die Größe ist stark variabel (Durchmesser: wenige Millimeter bis über 20 Millimeter)
  • Färbung meist hellbraun

4.2 Erworbene Form

Symptome der erworbenen Form sind:

  • Die Hautveränderung ist sehr scharf abgegrenzt
  • Wölbung der Oberfläche geht nicht über das Hautniveau hinaus
  • Gleichmäßige und dunkle Pigmentierung braun bis schwarz
  • Durchmesser klein, nicht mehr als 5 Millimeter
  • Verteilung diffus und spärlich über die Haut (z.B. Sommersprossen)

5 Formen

Allgemein kommt es beim Pigmentnävus zu einer vermehrten Anhäufung von Melanozyten in den oberen Hautschichten. Die erworbene Form kann dabei aufgrund des Vorkommens in unterschiedlichen Hautschichten unterteilt werden in:

5.1 Intraepidermale Melanozytennävus

Der intraepidermale Melanozytennävus, oft vortkommende Form ist die Lentigo, entwickelt sich in der Basalzone.

5.2 Junktionsnävus

Der Junktionsnävus hat eine braune bis schwarze Pigmentierung und ist meist flach. Er wird vornehmlich von Melanozyten an Handteller und Fußsohle gebildet. Er hat mit bis zu 10 mm eine größere Erscheinungsform als andere.

5.3 Compound-Nävus

Compound-Nävus ist meist dunkel und leicht gewölbt. Er wird nicht größer als ein paar Millimeter. Er reicht in die retikuläre Schicht der Haut.

5.4 Dermaler Nävus

Der dermale Nävus sitzt in der oberen bis mittleren Lederhaut, dem Korium. Er variiert in seiner Pigmentierung stark (hautfarben bis zu schwarz). Er ist meist sehr klein, nicht größer als in paar Millimetern und zum Teil behaart.

5.5 Halonävus

Der Halonävus (Nävus Sutton) ist eine Mischform aus Compound- und dem dermalen Nävus. Er zeigt meist eine sehr charakteristische dunkle Pigmentierung mit einem äußeren depigmentierten Hautring. Diese Form kann sich zu einer bösartigen Form, dem Melanom entwickeln.

6 Diagnostik

Abwägung von:

  • Hautveränderung angeboren oder nachträglich erworben
  • Wachstum und Größe (langsam oder schnell)
  • Farbgebung (Pigmentierungsgrad)
  • Biopsie und histologische Untersuchung

7 Therapie

Solange ein Nävus keine Merkmale aufweist, die auf Malignität hindeuten, ist eine Therapie nicht notwendig. Größere Nävi können allerdings eine kosmetisches Problem darstellen, das eine Entfernung notwendig macht. Diese erfolgt meist ambulant - entweder chirurgisch oder mittels einer Laserbehandlung.

8 Prophylaxe

Der Entwicklung und dem Wachstum eines Pigmentnävus kann primärpräventiv über Vermeidung einer übermäßigen Sonnenexposition und der Verwendung geeigneter Sonnenschutzmittel vorgebeugt werden.

Die regelmäßige Untersuchung auf Veränderung von breits entwickelten Nävi ist ratsam, um frühzeitig bösartige Veränderung zu bemerken.

Seit Juli 2008 besteht in Deutschland ab dem Alter von 35 Jahren die Möglichkeit der kostenlosen Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs, die in einem 2-Jahres-Abstand wiederholt werden kann.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (3.5 ø)

14.086 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: